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Aus der Stadt Bauern können zurück auf Äcker
Hannover Aus der Stadt Bauern können zurück auf Äcker
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16:00 21.02.2018
  Quelle: Philipp Schulze/dpa (Symbolbild)
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Hannover

 Wer in den letzten Wochen durch die Region fuhr, konnte häufig sehen, dass derzeit viele Bauern Gülle auf die Felder bringen. Sogar nachts fahren einige Landwirte die Jauche auf die Felder. Doch warum wird derzeit soviel gedüngt, obwohl noch keine Pflanzen auf den Äckern zu sehen sind? 

Die Landwirte hatten in den vergangenen Wochen große Not. „So ein nasses zweites Halbjahr  haben wir noch nie erlebt“, berichtet Landwirt Volker Hahn aus Neustadt am Rübenberge. „Der Boden war sehr schwer zu befahren.“ Infolgedessen mussten die Trecker vieler Bauern auf dem Hof stehen bleiben: Das Getreide konnte nicht eingesät und die Gülle nicht als Dünger auf die Äcker gebracht werden. Manch ein Bauer kam mit seinen Güllelagern daher an die Kapazitätsgrenzen. 

Grund dafür ist eine Sperrfrist im Winter. In den Herbstmonaten darf bis Anfang des Februars keine Gülle auf die Felder gebracht werden. Durch die Sperrfrist soll die Nitratbelastung des Grundwassers durch die Gülle reduziert werden. Das ist gut für die Felder, hat aber die Landwirte eben vor die logistischen Probleme gestellt. Um die größte Not zu beheben, wurde den Landwirten beispielsweise erlaubt, provisorische Lagerräume zu errichten. Und unter bestimmten Voraussetzungen durfte ausnahmsweise auch zwischendurch Gülle aufs Feld gebracht werden. Diese Ausnahmegenehmigung sei aber nur selten erteilt worden, betont Hahn. 

Doch nun können die Felder wieder beackert werden. Eigentlich hätten die Flächen von Bauer Hahn bereits im Herbst mit Getreide eingesät werden sollen. Durch die matschigen Felder wurde daraus aber nichts, daher muss Hahn nun auf das Sommergetreide zurückgreifen. Damit ist ein 10 bis 20 Prozent niedrigerer Ertrag zu erwarten, schätzt Hahn. 

Um den jungen Pflanzen einen optimalen Start zu ermöglichen, wird jetzt wieder gedüngt. Dass sich die Güllebehälter dabei leeren, sei nur ein positiver Nebeneffekt, meint Hahn. Für die Pflanzen mache das Sinn, erklärt Landwirt Hahn: „Jetzt kommt der für die Pflanzen wichtige Stickstoff am besten an die Wurzel.“ Die Pflanzen seien nahrbereit und bräuchten die Nährstoffe. Der leichte Frost sorge zudem momentan für beste Bedingungen, um über die Felder zu fahren. 

Von Maximilian Hett

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