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Aus der Stadt Wo entstehen die nächsten Wohnung in der City?
Hannover Aus der Stadt Wo entstehen die nächsten Wohnung in der City?
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00:15 11.05.2017
Von Andreas Schinkel
Auf dem Köbelinger Markt ist ein Baugebiet geplant – auf dem Andreas-Hermes-Platz soll das nicht möglich sein. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Wer mitten in Hannovers City wohnen will, sollte keine empfindlichen Ohren haben. Der Verkehr tost rund um den Cityring, Lastwagen rollen in enge Seitenstraßen und beliefern Gaststätten, nachts tönt aus Clubs laute Musik. Dennoch darf auch in der Innenstadt der Lärm nicht zu groß werden. Bei Wohnungsneubauten muss die Stadtverwaltung penibel darauf achten, dass der Lärmschutz eingehalten wird - ansonsten drohen Klagen. Gerichtliche Auseinandersetzungen können so weit gehen, dass Lokale geschlossen werden, wie der Musikclub 3Raum am Ballhof vor drei Jahren.

Zwei City-Plätze, auf denen sich die Ratspolitik Wohnhäuser wünscht, stehen jetzt zur Debatte. Beim Andreas-Hermes-Platz hinterm Bahnhof zeigt der Daumen aus Lärmschutzgründen nach unten, beim Köbelinger Markt hinter der Markthalle nach oben. Warum eigentlich, fragt sich die CDU.

Was an der Markthalle geht, ...

Rund 100 Wohnungen sollen in der Leinstraße neben dem Köbelinger Markt entstehen. Lärm droht aus zwei Richtungen, zum einen von der Anlieferzone für die Markthalle, zum anderen aus dem Zulieferbereich für das ehemalige Maritim, das in einigen Jahren wieder als Hotel betrieben werden soll. „Man könnte die Anlieferzone für das Hotel einhausen“, sagt Baudezernent Uwe Bodemann im Gespräch mit der HAZ. Schutzwände würden die meisten Geräusche absorbieren. Zudem könne man sich mit der Hotelleitung auf feste Tageszeiten für die Lieferungen einigen, meint Bodemann.

Komplizierter wird es, die Bewohner der Neubauten vor dem Lieferanten-Lärm der Markthalle zu schützen. Bodemann kann sich vorstellen, dass die Wohnungen über einen „Erschließungsbalkon“ betreten werden und alle Wohnräume in den hinteren, der Markthalle abgewandten Teil des Gebäudes verlagert werden. „Das Grundstück ist groß genug, wir haben viele bauliche Möglichkeiten“, sagt Bodemann.

... geht am Hermes-Platz nicht

Anders sei die Situation auf dem Andreas-Hermes-Platz hinterm Bahnhof. „Zwei externe Gutachter sind zu dem Schluss gekommen, dass eine Wohnbebauung dort nicht möglich ist“, sagt Bodemann. Der Grund liege vor allem darin, dass das benachbarte Veranstaltungszentrum Pavillon von 8 Uhr morgens bis 3 Uhr nachts Lärm produzieren dürfe. Die Nachtruhe der Bewohner möglicher Häuser in der Weißekreuzstraße wäre empfindlich gestört. Die Anwohner könnten Klage einreichen und damit möglicherweise die Schließung des Pavillons erwirken. Um die Wohnungen baulich vom Lärm abzuschirmen, sei das Grundstück zu klein, meint der Baudezernent. Erschwerend komme die Anlieferzone für das geplante Hotel auf dem Platz hinzu.

In der Ratspolitik ist das Interesse an einer Bebauung des Andreas-Hermes-Platz weitgehend erlahmt. Allein die CDU fragt sich, warum auf dem Köbelinger Markt etwas möglich sein soll, was auf dem Andreas-Hermes-Platz nicht geht. „Die örtlichen Gegebenheiten sind sehr ähnlich, der Umgang mit dem Thema Lärmschutz sehr unterschiedlich“, sagt CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk. Entweder werde der Lärmschutz beim Hermes-Platz als Argument gegen eine Bebauung nur vorgeschoben, oder die Bauverwaltung nehme billigend in Kauf, dass es Nutzungseinschränkungen für die Markthalle geben könnte.

Damit meint er: Auch die neuen Bewohner der Leinstraße könnten klagen und eine Schließung der Markthalle erwirken.

Lärmschutz auch für Marstall

Auf dem Marstall nahe dem Steintorviertel entstehen derzeit zwei Wohn- und Geschäftshäuser. Sowohl das westliche Haus am viel befahrenen Leibnizufer als auch das östliche Gebäude nahe dem Vergnügungsviertel sind einem hohen Geräuschpegel ausgesetzt. In einem sogenannten Kerngebiet (Innenstadtbereich) darf es zwar etwas lauter zugehen, die Orientierungswerte liegen bei 65 Dezibel am Tag und 55 in der Nacht, doch die Grenzen werden am Marstall tagsüber und nachts um fünf bis zehn Dezibel überschritten, heißt es in einer Verwaltungsvorlage. Lärmschutzwände seien nicht möglich, weil die Grundstücke zu klein sind. Daher müssen die Gebäude gut isoliert werden, etwa durch Schallschutzfenster. Der Partylärm, der nachts aus dem Steintorviertel herüberschwappt, müsse anders bekämpft werden. „Hier müssen im Rahmen des Ordnungsrechts entsprechende Überprüfungen erfolgen“, heißt es in der Vorlage. Heißt: Die Polizei muss im Zweifelsfall für Ruhe sorgen.

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