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Unschöne Flecken an neuer Sprengel-Fassade

Stadt spricht von "Gewährleistungsmängeln" Unschöne Flecken an neuer Sprengel-Fassade

Die mit Spannung erwartete Fassade des Sprengel-Anbaus am Maschsee ist fertig – und weist bereits unschöne Flecken auf. Die Farbgebung der anthrazitfarbenen Betonelemente changiert an vielen Stellen, helle und dunkle Zonen wechseln sich ab. Ratspolitiker fragen sich, ob der Beton richtig verarbeitet wurde.

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„Gewährleistungsmängel“ am Sprengel-Anbau: Die fleckige Fassade irritiert viele Betrachter. Ob sich dies beheben lässt, ist ungewiss.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Die Stadt Hannover sieht die beauftragte Rohbaufirma in der Pflicht und spricht von „Gewährleistungsmängeln“, die das Unternehmen beheben muss.

Die mit Spannung erwartete Fassade des Sprengel-Anbaus am Maschsee ist fertig – und weist bereits unschöne Flecken auf.

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Auch Professor Ludger Lohaus, Betonexperte an der Leibniz-Universität, fällt der Effekt auf. Dieser hätte bei sorgfältiger Verarbeitung des Materials „gemildert“ werden können. „Wenn sich die Fassade im Laufe der Jahre aufhellt, können die Farbunterschiede noch stärker hervortreten“, sagt Lohaus.

„Die Farbunterschiede an der Fassade werden überarbeitet“, sagt Stadtsprecherin Anne Ruhrmann. Zuvor sollen die Flächen gereinigt und mit einer wasserabweisenden Schutzschicht versehen werden. Fachmann Lohaus bezweifelt indes, dass sich im Nachhinein eine monochrome Außenwand ohne Schattierungen herstellen lässt. Mit einer besseren Verarbeitung des Betons hätte der Effekt gleich zu Anfang gedämpft werden können, aber offenbar habe man bestimmte Fristen einhalten müssen, vermutet der Professor.

Tatsächlich lief zum 1. Juli die Frist für die Millionenförderung durch EU-Geld ab, bis dahin mussten die wesentlichen Bauarbeiten beendet sein, wozu auch die Fassade zählt. Jetzt werden noch die Zuwege und Parkplätze fertiggestellt und Pflanzen eingesetzt, außerdem erneuert der Fachbereich Tiefbau das Pflaster am charakteristischen Steinwall der ersten Bauabschnitte.

Kosten sind auf 35,77 Millionen Euro gestiegen

Der Anbau hatte sich von ursprünglich kommunizierten 25 Millionen Euro auf inzwischen 35,77 Millionen Euro verteuert, woran auch die Fassade schuld ist: Statt der ursprünglich geplanten Spiegelglasfassade wünschten sich die Bauherren von Stadt und Land eine schwarze Betonfassade mit geschliffenem Relief und großen Loggien zum See. HAZ-Leser hatten das Bauwerk schnell als „Brikett am See“ oder als Bunker tituliert. Auch jetzt dürften die Meinungen über den fast fertigen Bau auseinandergehen.

In der Kommunalpolitik reicht die Stimmung von Ablehnung (CDU) bis zu vorsichtiger Zustimmung (SPD). „Die graue Betonfassade ist wenig anheimelnd“, sagt CDU-Ratsherr Dieter Küßner. Letztlich habe die Stadt die Chance vertan, am Maschsee ein einladendes Ausstellungshaus zu bauen. Seinem Kollegen von der SPD, Ewald Nagel, gefällt der Bau. „Er ist besser als befürchtet“, sagt er. Die Hannoveraner werden sich an den Anblick gewöhnen und das Gebäude „lieb gewinnen“, meint Nagel.

Die Grünen geben sich sibyllinisch. „Der Anbau ist kein alltäglicher Anblick“, sagt Grünen-Baupolitiker Michael Dette. Gespannt sei er jetzt auf die Meinung der Öffentlichkeit. FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke wundert sich über den scheckigen Beton. „Dadurch sieht die Außenwand schon jetzt schmuddelig aus“, sagt er.

Von Andreas Schinkel und Conrad von Meding

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