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Baumschutz sticht Solarenergie aus

Ökologischer Zielkonflikt Baumschutz sticht Solarenergie aus

Steht der Schutz eines Baumes über dem umweltbewussten Wunsch, mehr Strom aus Solarzellen zu gewinnen? Diesen ökologischen Zielkonflikt hat die Stadt Hannover zugunsten des Baumschutzes entschieden, bisher zumindest.

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Baumwuchs stellt Anlage auf Dach in den Schatten.

Quelle: Hagemann

Hannover. 15.000 Euro hat Jens Voltmer investiert, um auf dem Dach seines Reihenhauses in Kirchrode eine Solaranlage zu installieren. Doch die inzwischen hochgewachsenen Bäume auf seinem Grundstück verschatten die Anlage. Nur bei hohem Sonnenstand fließt noch ausreichend Strom. Die Bäume auf Voltmers Grundstück stehen aber unter Schutz. Fällen oder kappen darf Voltmer sie nur nach ausdrücklicher Genehmigung der Stadt. „Ich habe drei Anträge gestellt, aber ohne Erfolg“, berichtet Voltmer. Lediglich einen seiner Bäume durfte er ein bisschen beschneiden, das hat ihm die Stadt nach einem „Widerspruchsverfahren“ erlaubt. „Der Schnitt hat in Sachen Verschattung nichts gebracht“, sagt Voltmer.

Seit den Achtzigerjahren regelt in Hannover eine Baumschutzsatzung, was abgeholzt oder beschnitten werden darf. Die Satzung wird jetzt neu gefasst und den Ratsgremien zur Abstimmung vorgelegt. Das Regelwerk sei „verschärft“ worden, sagen Ratsopposition und Kleingärtner, man habe die bestehende Satzung „präzisiert“, meinen Stadtverwaltung, SPD und Grüne. Neu ist folgende Angabe: Verboten wird das Absägen von gesunden Ästen mit einem Durchmesser von mehr als zehn Zentimetern an geschützten Bäumen. Das sind solche mit einem Stammumfang von mehr als 60 Zentimetern, gemessen in einer Höhe von einem Meter über dem Boden. Unverändert bleibt die Ausnahmeregelung für Obstbäume. An Apfel-, Kirsch- und Birnbäumen dürfen Kleingärtner auch ohne Einwilligung der Stadt Hand anlegen. Das gilt aber nicht für Walnussbäume und Esskastanien.

Über die bürokratischen Hürden kann Hauseigentümer Voltmer nur den Kopf schütteln. „Die Wurzeln einer Reihe von Buchen drücken in unserer Straße Pflastersteine hoch“, sagt er. Das scheine für die Stadt kein Grund zum Eingreifen zu sein, es werde nur das Pflaster repariert. Auf Anfrage der HAZ teilt die Stadt mit, dass ein Nachbar beantragt habe, die Bäume zu kappen. Das Verfahren laufe noch. „Ein konkreter Hinweis auf Einschränkungen der Verkehrssicherheit im öffentlichen Straßenraum ist nicht bekannt“, heißt es.

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