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Am Dauer-Gerüst prangt jetzt Werbung

Baustelle am Schwarzen Bär Am Dauer-Gerüst prangt jetzt Werbung

Seit fast drei Jahren nervt ein Hauseigentümer am Schwarzen Bären Passanten, Nachbarn und Bewohner mit seinem sanierungsbedürftigen Haus. Ab sofort verdient der Eigentümer mit einem Gerüst, das die Stadt zum Schutz von Passanten hatte anbringen lassen, sogar Geld. Er hat eine Werbeplane der Fluggesellschaft Eurowings montieren lassen.

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Mit Beleuchtung: Die Stadt hat das Werbeplakat für zunächst einen Monat genehmigt.

Quelle: Schaarschmitdt

Hannover . Eigentum verpflichtet, heißt es im Grundgesetz. Deshalb ist es Immobilienbesitzern verboten, ihre Gebäude derart verwahrlosen zu lassen, dass andere dadurch Schaden nehmen können. Mit dem Besitzer des Gebäudes Schwarzer Bär 7, dem promovierten Günter G., hat die Stadt bisher viel Geduld bewiesen. Der ältere Herr betreibt eine Hausverwaltung am Klagesmarkt und soll mehrere Mehrfamilienhäuser haben, deren Mieteinnahmen er offenbar ausgegeben hat, ohne Rücklagen für gelegentlich notwendige Sanierungen zu bilden.

2013 musste die Bauordnung am Schwarzen Bären mit einer sogenannten Ersatzvornahme eingreifen und stellte ihm das Gerüst vors Haus. Im vergangenen Jahr dann habe der Eigentümer immerhin „aus Gründen der Verkehrssicherheit die bauliche Sicherung des Mauerwerks der Dachgauben vorgenommen“, sagt Stadtsprecher Alexis Demos. Doch die erforderliche Gesamtsanierung der Fassade, für die die denkmalrechtliche Genehmigung erteilt ist, stehe noch aus: „Fakt ist, dass es keinen neuen Stand gibt.“

Das Aufhängen des Werbeplakats ist mit der Stadt abgestimmt und für zunächst einen Monat genehmigt. „Die Stadt geht davon aus, dass die erzielten Einnahmen für die Sanierung der Fassade verwendet werden“, sagt der Stadtsprecher. Darüber würden sich auch die Mieter freuen. Bewohner in den Obergeschossen hatten sich zuletzt schon Sichtschlitze in die weißen Gerüstplanen geschnitten, damit wieder etwas Tageslicht zu ihren Fenstern dringt. Im Erdgeschoss leiden die Gewerbetreibenden unter dem behördlichen angeordneten Sicherheits-Mummenschanz. Kadir Elveren, Betreiber der Burgerbar Ohnesorg, hatte anfangs die Miete gekürzt, woraufhin der Eigentümer ihm eine Räumungsklage androhte. Jetzt hat er sein Restaurant geschlossen.

Er hat noch andere Lokale und eröffnet in Kürze eine Weinbar in der Limmerstraße. Den fünfstelligen Betrag, den er ins Inventar am Schwarzen Bären gesteckt hat, muss er wohl abschreiben. Bei dem Zustand des Hauses werde er wohl keinen zahlenden Nachmieter finden, sagt er.

Von Conrad von Meding und Juliane Kaune

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