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Debatte um Bebauung des Steintorplatzes

Großbaustelle in der Innenstadt Debatte um Bebauung des Steintorplatzes

Die Pläne für die Neubauvorhaben auf dem Steintorplatz spalten die Stadt: Viele Geschäftsleute und die rot-grüne Mehrheit sehen in dem Projekt eine Aufwertung. Aber es gibt auch Protest – in der Opposition und bei Bürgern. 

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„Ein neuer Magnet wäre gut“: City-Manager Martin Prenzler mit der gestrigen Ausgabe der HAZ, die die Planung zeigt.

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Zwei große Neubauten soll der Steintorplatz erhalten - am Mittwoch will die Stadt den Ratspolitikern ihre Pläne öffentlich vorstellen. Doch schon jetzt spaltet das Thema die Stadt. „Mir wird der Boden unter den Füßen weggezogen, mein Lebenswerk wird vernichtet“, sagt Café-Betreiber Massimo Dall’Asta, der erst im vergangenen Jahr 150 000 Euro in die Erneuerung seines Venezia-Pavillons investiert hat - der steht an der Stelle, an der eines der Torhäuser gebaut werden soll. Auch zahlreiche HAZ-Leser äußerten in Zuschriften eher Skepsis gegenüber den Plänen, ebenso die Rats­opposition. Die rot-grüne Mehrheit dagegen befürwortet das Projekt. Und auch die City-Gemeinschaft wünscht sich dringend eine Aufwertung des Areals. „Dieser Platz wird seit 30 Jahren vernachlässigt - für die Fußgängerzone wäre ein starker Magnet am Steintor mit guten Geschäften wie im Kröpcke-Center eine echte Bereicherung“, sagt Martin Prenzler, Chef des Vereins der Kaufleute.

Investor ist Düsseldorfer Unternehmen

Wie gestern bekannt wurde, handelt es sich bei dem Investor für die geplanten Gebäude nicht um Hochtief, wie bei der Immobilienmesse Expo-Real kolportiert wurde, sondern um das Düsseldorfer Unternehmen Centrum. Die Firma, spezialisiert auf Handelshäuser in Großstädten, hat in Hannover das Kröpcke-Center komplett neu aufgebaut und vorher das Drachentöterhaus (Brinkmann/Lehmanns, künftig Rossmann) sowie weitere Geschäftshäuser neu belebt. „Wir haben in Hannover gute Erfahrungen gesammelt und wollen gern ein weiteres Projekt starten“, bestätigte Geschäftsführer Holger Wohner gestern. Für einen guten Branchenmix könne er sich vorstellen, alteingesessene lokale Betriebe wie Dall’Astas Eiscafé in das Gebäude zu integrieren, sagt Wohner.

Bebauung ist Reizthema

Die Bebauung ist für viele ein Reizthema. „Eine Stadt braucht Luft zum Atmen“, sagt CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk. Zudem müsse der Stadtbaurat erklären, wie er eine geplante Wohnnutzung in den Obergeschossen der Neubauten mit dem Lärm vom Verkehr und aus dem Vergnügungsviertel in Einklang bringen wollte. „In der Altstadt musste der Dreiraum als Veranstaltungsort schließen, weil es Lärmbeschwerden gab. Das darf am Steintor nicht passieren“, sagt Blaschzyk. Auch in Dall’Astas Eiscafé wird das Thema heiß diskutiert. „Wir verlieren eine Oase im Herzen der Großstadt - und wahrscheinlich gewinnen wir dafür nur wieder eine seelenlose Ansammlung von Geschäftsgebäuden“, sagt ein älterer Gast. Genau das dürfe nicht passieren, fordert Kaufleute-Sprecher Prenzler: „Ich würde mir wünschen, dass am Steintor nicht bloße Funktionalität gebaut wird, sondern auch attraktive Verweilzonen entstehen - eben ein guter, urbaner Raum.“ Derzeit endeten die Laufwege vieler Passanten am Schillerdenkmal, „eine attraktive Aufwertung am Steintor könnte dazu führen, dass die Menschen wieder gerne weitergehen“. Unter solchen Bedingungen, sagt Dall’Asta, könne er sich vorstellen, mit seinem Café in die Neubauten einzuziehen.

Grünen-Baupolitiker Michael Dette weist die Kritik zurück, dass zu viele Plätze zugebaut würden. „Der erneuerte Goseriedeplatz ist ein adäquater Ausgleich für das Steintor. Die Veranstaltungen - Stoffmarkt, veganer Markt, Beachvolleyball und Marktschreierwettstreit - ließen sich in der Stadt verteilen. Und ökologisch sei es gut, in der City dichter zu bauen statt Flächen am Stadtrand zu verschwenden. Auch sein SPD-Kollege Ewald Nagel sagt: „Alle tun so, als wäre der Steintorplatz das geliebte Kind der Stadt - er ist kalt und lieblos, eine Bebauung ist kein Verlust.“

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