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Aus der Stadt Suche nach Kuhfuß-Täter: Polizei setzt 5000 Euro Belohnung aus
Hannover Aus der Stadt Suche nach Kuhfuß-Täter: Polizei setzt 5000 Euro Belohnung aus
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16:51 18.04.2018
Dieser Mann soll vor dem Derby gegen Eintracht Braunschweig mit einem Kuhfuß auf einen Polizisten eingeschlagen haben. Quelle: Polizei Hannover
Hannover

Die Ermittlungen der Polizei und Staatsanwaltschaft nach der Attacke auf einen Beamten beim Fußballderby von 96 gegen Eintracht Braunschweig stecken in einer Sackgasse. Seit einem Jahr versucht die vierköpfige Ermittlungsgruppe (EG) Ball, den Täter zu finden. Nun verfolgen die Beamten einen neuen Ansatz: Weil die Fanszene eine verschwiegene Gruppe ist, soll eine anonyme Hinweis-Plattform weiterhelfen. Zudem versprechen die Ermittler eine Belohnung von 5000 Euro und haben Fotos sowie eine Videosequenz des Verdächtigen veröffentlicht.

„Die anonyme Kontaktmöglichkeit ist in erster Linie für Szenemitglieder gedacht, die Angst haben, sich zu melden“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Es ist das erste Mal in Hannovers Polizeigeschichte, dass die Ermittler auf diese Variante zurückgreifen. Landesweit kam das Business-Keeper-Monitoring-System (BKMS) seit 2002 bereits vier Mal zu Einsatz.

Die Nachrichten werden komplett verschlüsselt zugestellt. „Wir können nicht nachvollziehen, wer den Hinweis abgegeben hat“, sagt Lars Wistuba, Leiter der Mordinspektion, die im Kuhfuß-Fall wegen versuchter Tötung ermittelt. Zudem könne der Tippgeber bei BKMS ein anonymes Postfach einrichten, damit die Beamten für Nachfragen mit ihm in Kontakt treten können.

Der Unbekannte hatte am Karsonnabend, 15. April 2017,  vor dem Derby in der HDI-Arena einen 30-jährigen Bereitschaftspolizisten attackiert. 266 Braunschweig-Ultras hatten vor Anpfiff versucht, das Stadion zu stürmen. Im Tumult holte der Mann aus. „Es war ein äußerst brutaler Angriff“, sagt Oberstaatsanwalt Klinge. Laut Wistuba habe der Angreifer „mit voller Wucht und gezielt“ zugeschlagen, dem Polizisten dabei in die Augen gesehen. Nur durch Zufall traf der Kuhfuß den Helm, der Göttinger blieb unverletzt. „Dem Täter war bewusst, dass der Beamte hätte liegenbleiben können“, sagt Wistuba.

Die Videosequenz zeigt einen jungen Mann mit kurzen, dunklen Haaren und Dreitagebart. Er trug komplett schwarze Kleidung und weiße Schuhe. Am Anfang ist sein Kopf von einer blau-gelben Sturmhaube verdeckt, später hat der Verdächtige nur noch einen schwarzen Schlauchschal vor dem Mund. Die Tatwaffe konnte sichergestellt werden, allerdings fanden sich am Kuhfuß keine verwertbaren Spuren.

Bilder vom Derbytag am 15. April 2017 in Hannover.

178 der 266 Stadionstürmer hatte die Polizei damals festsetzen können, auf 92 von ihnen passte die erste Täterbeschreibung. Deshalb durchsuchten die Beamten im Juni 2017 insgesamt 99 Wohnungen in Braunschweig und Umgebung. 162 Smartphones und 27 Speichermedien sowie 338 Kleidungsstücke wurden dabei sichergestellt, danach 1,3 Terabyte an Foto- und Videodaten ausgewertet. „Alles ohne Erfolg“, sagt Wistuba. Der Gesuchte gehört offenbar zu den 88 Chaoten, die unerkannt vom Stadiongelände fliehen konnten.

„Grundsätzlich vermuten wir den Angreifer in den Reihen der Braunschweig-Anhänger“, sagt Bernd Gründel, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes. Allerdings sei der Mann nach bisherigen Erkenntnissen zuvor nie in Erscheinung getreten, auch die szenekundigen Beamten kennen die Person nicht. Denkbar sei daher auch, dass der Schläger Fan eines mit der Eintracht befreundeten Vereins ist oder aus dem Ausland zum Derby anreiste.

Laut Wistuba sind seit der Tat im April keinerlei Hinweise zu dem Täter eingegangen. Deshalb seien das BKMS und die Belohnung „das letzte Mittel der Wahl“. Die EG Ball ist anonym erreichbar. Darüber hinaus gibt es einen klassischen Zeugenaufruf. Hinweise erbittet die Kriminalpolizei unter Telefon (05 11) 109 55 55.

Von Peer Hellerling

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