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Bei Jugend musiziert sind neue Instrumente zugelassen

Wettbewerb Bei Jugend musiziert sind neue Instrumente zugelassen

Jugend musiziert soll attraktiver für Einwanderer werden: Die Schülerin Intzi Raifoglou spielt dort jetzt auf der Baglama – die türkische Laute ist erstmals bei dem traditionsreichen Wettbewerb zugelassen.

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„Die Baglama war sofort meins“: Intzi Raifoglou spielt mit ihrem Instrument bei Jugend musiziert vor. Foto: heidrich

Quelle: Clemens Heidrich

Hannover. Die Tasche ist ziemlich lang. Und sehr bauchig. In der schwarzen Hülle verbirgt sich ein Zupfinstrument: die Baglama. Intzi Raifoglou spielt seit vier Jahren darauf, jetzt will die 13-jährige Schülerin damit bei Jugend musiziert vorspielen. „Als ich die Baglama zum ersten Mal gehört habe, hat sie mir sofort gut gefallen“, sagt das Mädchen mit griechisch-türkischen Wurzeln. In der Grundschule habe es einen Tag gegeben, an dem zahlreiche Instrumente vorgestellt wurden. „Die Baglama war sofort meins.“

Das mittelgroße Zupfinstrument, auch als türkische Laute bezeichnet, war einst Begleitinstrument der Barden. Auch heute gehört die Baglama traditionell zu Festen von Türken und Griechen, manchmal als Begleitung zum Gesang, aber auch als Aufforderung zum Tanz. Intzi ist die einzige in ihrer Familie, die das traditionsreiche Instrument mit den sieben Saiten spielt. „Mein Vater hat es mal ausprobiert, aber eigentlich nur so über die Saiten gestrichen“, sagt die 13-Jährige, die die 7. Klasse der IGS Linden besucht.

Für treffsichere Töne muss Intzi schon ein wenig mehr üben. „Ich habe einmal pro Woche Unterricht, und ein zweites Mal spiele ich mit anderen in dem Ensemble Orchesterwerkstatt.“ Zuhause bleibt das Instrument an manchen Tagen in der Hülle, die Schülerin braucht auch Zeit für ihre Freundinnen, mit denen sie gerne tanzt und singt. Ihre Baglama-Lehrerin Zeynep Irmak sieht das noch gelassen. „Drei Stücke müssen wir für Jugend musiziert bis Januar vorbereiten, das ist zu schaffen.“

Intzi ist jetzt schon aufgeregt, wenn sie an das Vorspiel denkt. „Ich habe immer Lampenfieber, vermutlich wird das in zehn Jahren noch so sein.“ Sie möchte ein Stück aus der griechischen Tradition spielen, aber auch eines aus der Türkei. „Die Techniken des Baglama-Spiels unterscheiden sich in der Türkei von Stadt zu Stadt“, sagt ihre Lehrerin Zeynep Irmak. Grundsätzlich werde auf dem Instrument eher orientalische Volksmusik gespielt, „aber natürlich sind auch westliche Klänge möglich“.

Intzis Lieblingsstück heißt „Vadar Ovasi“. „Das probe ich schon seit Monaten.“ Die 13-Jährige mag es mit ihrer Baglama musikalisch eher leise, zurückhaltend. Seit drei Jahren besitzt sie ein eigenes Instrument, mit Blumen verziert, die sie so mag. Ursprünglich werden die Baglamas aus dem Holz des Maulbeerbaums gefertigt. „Das ist aber sehr aufwendig und kostspielig“, sagt Irmak. Mittlerweile gebe es gute und günstige Alternativen.

Die Schülerin findet es spannend, ein seltenes Instrument zu spielen. Ob man das Baglama-Spiel leicht oder schwer erlerne, hänge immer auch vom Lehrer ab, sagt sie. „Wenn man es gut erklärt bekommt, klappt das auch.“ Noch sind ein paar Monate Zeit, bevor Intzi dann eine Viertelstunde lang ihr Instrument vor einer Jury zum Klingen bringt. „Eine tolle Chance“, findet sie, Lampenfieber hin oder her.

Der Wettbewerb

Jugend musiziert gibt es seit 1964 für Kinder und Jugendliche, die sich zunächst auf Regional-, dann auf Landesebene und schließlich auf Bundesebene messen. Seit 2015 wird neben der Baglama auch das Hackbrett angeboten. Anmelden kann man sich zum Wettbewerb bis zum 15. November unter www.jugend-musiziert.org.
Der Regionalwettbewerb selbst wird am 28. Januar 2018 in der Musikschule im Haus der Jugend in der Maschstraße ausgetragen. Die Kategorien: Blasinstrumente, Zupfinstrumente, Bass (Pop), Musical, Orgel, Baglama, Hackbrett sowie im Ensemble Klavier vierhändig, Klavier und Streichinstrument, Singstimme und Klavier, Schlagzeug-Ensemble und besondere Ensembles.

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