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Aus der Stadt Carsharing – Alternative zum eigenen Auto?
Hannover Aus der Stadt Carsharing – Alternative zum eigenen Auto?
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00:16 19.11.2016
Wie viel Auto darf's denn sein? Bei "Region im Dialog" wird über das Thema Carsharing diskutiert. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

80 Prozent der Regions-Bewohner besitzen ein eigenes Auto, in der Landeshauptstadt sind es immerhin noch 70 Prozent. Doch muss das eigentlich sein? Was muss geschehen, damit mehr Menschen auf das eigene Fahrzeug verzichten? Mit diesen und weiteren Fragen haben sich am Mittwochabend rund 80 Interessierte befasst.

Das sagen die Teilnehmer der Podiumsdiskussion:

Elke van Zadel (Leiterin Fachbereich Verkehr bei der Region Hannover):

Wir als Region setzen uns für unterschiedliche Mobilitätsmöglichkeiten ein. Ob Bus, Bahn oder Auto - die Menschen sollen eine Auswahl haben. Es soll möglich sein, dass sie auch im Umland ohne eigenes Auto leben können, wenn sie das denn möchten. Um Carsharing auch in der Region zu ermöglichen, bieten wir allen Kommunen an, dass wir kostenlos für sie Prüfen, ob sie beispielsweise von einer Umstellung vom Fuhrpark auf Carsharing profitieren.

Birgit Blaich-Niehaus (Abteilungsleiterin Verkehr beim ADAC):

Für den ADAC ist Carsharing eine Alternative zum eigenen Fahrzeug - zumindest mit Einschränkungen. Gerade in Städten kann man die verschiedenen Modelle gut umsetzten, im ländlichen Raum ist die Frage der Umsetzung dann schon interessanter. Das Auto wird zudem immer teurer, viele können sich kein eigenes Fahrzeug mehr leisten. Carsharing ist also eine echte Mobilitätsalternative.

Ulf Mattern (Geschäftsführer GVH):

Vor 26 Jahren, als ich angefangen habe, da hatte der Nahverkehr das Feindbild Auto. Das hat sich mittlerweile verändert. Das Auto ist unser Partner. Wir sehen es nicht als Alternative sondern als Ergänzung. Bus und Bahn sollen anständig fahren. Aber sie können nicht überall und zu allen Zeiten fahren. Wir haben Lücken, und die müssen gefüllt werden.Auch kann man beispielsweise einen  neuen Schrank nicht mit der Bahn transportieren. Da sollte nicht auf das eigene Auto sondern auf Carsharing gesetzt werden.

Willi Loose (Geschäftsführer Bundesverband CarSharing):

In der Stadt bewegt sich Hannover, im Vergleich mit ähnlich großen Städten, beim Carsharing im oberen Bereich. Aber es gibt noch viel Luft nach oben. Jetzt ist es wichtig, dass die Fahrzeuge aus den Hinterhöfen raus kommen, sichtbar werden und so für sich werben. So können mehr Kunden gewonnen werden. Ich denke eine Verdoppelung der Fahrzeuge, die im öffnetichen Raum stehen, wäre verkraftbar. Jedes neue Auto sorgt dafür, dass andere Kunden ihre eigenen Autos abschaffen. Wir besetzten also mit den Carsharing-Fahrzeugen keine öffentlichen Parkplätze sonder machen welche frei, weil es weniger private Fahrzeuge gibt.

Paula Ruoff (Beraterin für Sharing Economy und Mobilitätsverhalten beim Strategie- und Managementberatungsunternehmen KCW): 

Private Fahrzeuge, auf die Nutzer zurückgreifen, sind aus wirtschaftlicher Sicht besonders lukrativ. Dort vermitteln die Plattformbetreiber nur zwischen den Kunden,  sie haben also keine Kapitalaufwendung. Das ist in Amerika besonders erfolgreich, wie Uber zeigt. Die verschiedenen Carsharing-Modelle wachsen dort besonders dynamisch, wo die Angebote digital verfügbar und bequem nutzbar sind. Wir müssen jetzt mehr Menschen erreichen, damit neue Anbieter größere Möglichkeiten haben. 

Insa Krey (Carsharing-Kundin aus der List):

Für uns ist Carsharing die praktischste Lösung. Ich bin in einem kleinen Dorf aufgewachsen, wo man nur mit eigenem Auto mobil war und etwas unternehmen konnte. Als wir dann nach Hannover gezogen sind, haben wir gemerkt, dass unser Auto nur noch rumsteht. Also haben wir uns entschieden, es loszuwerden und nutzen jetzt Carsharing, wenn wir am Wochenende zu meinen Eltenr aufs Land oder aber zum Großeinkauf fahren.

Von Lisa Malecha

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