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Aus der Stadt Das Handy wird zur GVH-Fahrkarte
Hannover Aus der Stadt Das Handy wird zur GVH-Fahrkarte
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00:34 22.11.2014
Bislang nur für iPhone-Nutzer: Die neue App der GVH. Quelle: Yaylagülü
Hannover

Auch der Internetauftritt für das neue System wurde vorgestellt und freigeschaltet. „Die normalen Papiertickets stehen aber selbstverständlich auch weiterhin zur Verfügung“, sagte Regionspräsident Hauke Jagau.

Wer das Smartphone als Ticket nutzt, für den gehört die Fahrkarte aus Papier allerdings der Vergangenheit an. Hierfür muss die entsprechende App (Applikation) heruntergeladen werden. Wird über diese App ein Ticket gekauft, erhält der Nutzer einen sogenannten QR-Code, den er einem Kontrolleur auf dem Handydisplay zum Scannen vorzeigen kann. Bei der nicht ganz so fortschrittlichen zweiten neuen Variante wird das Ticket im Internet gekauft und auf dem heimischen Drucker auf Papier ausgedruckt. Angeschlossen an das System sind die Üstra, DB-Regio und Regiobus. Die Preise der Tickets aus dem eigenen Drucker und auf dem Smartphone sind mit den bisherigen Ticketpreisen identisch.

Die erste Stichprobe der HAZ zeigte am Mittwoch: Die 7,7 Megabyte große App funktioniert auf dem iPhone. Für Smartphones mit dem Android-Betriebssystem ist sie allerdings noch nicht kompatibel. „Daran arbeiten wir mit Hochdruck und werden die App für Android in den nächsten Tagen fertigstellen“, betonte GVH-Geschäftsführer Ulf Mattern. Zunächst sind Einzel- und Tagestickets verfügbar. „Eine 100-Prozent-Lösung können wir noch nicht anbieten, aber wir wollen jetzt mit dem Lernprozess starten“, sagte Mattern.

Wichtig ist: Auch das virtuelle Ticket fürs Smartphone muss vor dem Fahrtantritt gekauft werden – ansonsten ist es ungültig. Die Nutzung wird monatlich abgerechnet.

Mit der Registrierung bei der GVH lässt sich auch der Carsharing-Dienst Stadtmobil nutzen. Und mit der zugeteilten Kundennummer gibt es zehn Prozent Rabatt bei Fahrten mit Hallo Taxi 38 11.

Seit Mitte der Woche ist die neue GVH App für iPhone-Nutzer verfügbar. Damit ist das Papierticket am Fahrkartenautomaten nicht mehr die einzige Möglichkeit, den Nahverkehr in und um Hannover zu nutzen. Über die App lassen sich Handytickets kaufen, die ebenso wie die gewohnten Tickets aus dem Automaten als Fahrkarte für die Stadtbahnen der Üstra, Regiobus und die Regionalbahnen der DB gültig sind. Die HAZ beantwortet die wichtigsten Fragen rund um den digitalen Fahrschein.
    
Was kostet das neue System?
Die App selbst kann kostenlos im App­Store heruntergeladen werden. Rabatte gibt es für den Fahrkartenkauf über das Handy aber nicht. Die Preise sind identisch mit denen der Tickets vom Fahrkartenautomaten.

Welche Fahrkarten sind erhältlich?
Noch können über die App nur Einzel- und Tagestickets erworben werden. Monats- und Jahreskarten sind ebenso wie Kurzstreckentickets noch nicht verfügbar. Sie sollen Ende 2015 hinzukommen.

Welche Daten werden bei der Anmeldung für das System erfasst?
Wer sich Informationen zu Haltestellen und Verbindungen in der Nähe anzeigen lassen will, muss der App seinen Standort preisgeben. Daneben weist der GVH in seiner Datenschutzrichtlinie darauf hin, dass keine personenbezogenen Daten erhoben werden. Für den Abruf der Fahrpläne werden pseudonymisierte IP-Adressen verwendet. Der GVH schließt eine weitergehende Nutzung dieser IPs ausdrücklich aus. 

Wie werden die mobilen Tickets in Zukunft kontrolliert?
Die Kontrollgeräte bleiben identisch. Sie wurden mit einer neuen Software ausgestattet, mit der auch die mobilen Tickets ausgelesen werden können. Auch ohne Gerät können die Kontrolleure aber feststellen, ob es sich um ein echtes Ticket oder eine Fälschung handelt. 

Kann man in Zukunft darauf spekulieren ohne Ticket in der Bahn auszukommen?
Wer glaubt, erst beim Erblicken eines Kontrolleurs schnell noch ein Smartphoneticket kaufen zu können, liegt falsch.  Die Kontrolleure der GVH können feststellen, ob die neue Fahrkarte vor oder nach Fahrtantritt gekauft wurde. In diesem Fall gilt die Fahrt als Schwarzfahrt, und 40 Euro sind fällig.

Was passiert, wenn der Handy-Akku bei der Kontrolle leer ist?
Wer kein Ticket vorzeigen kann, ist auch mit Handyticket zunächst einmal ein Schwarzfahrer. Ist das Ticket personalisiert, verläuft das Verfahren ähnlich wie bei Monatskarten: Wer später nachweisen kann, dass er ein gültiges Ticket hatte, zahlt 7 Euro Bearbeitungsgebühr und nicht die 40 Euro fürs Schwarzfahren. 

Sind mit der App nur Fahrkarten erhältlich?
Zusätzlich zum mobilen Fahrausweis können die Nutzer der App auch aktuelle Fahrzeiten abrufen. Ein Streckennetz und eine Übersicht über Ticket- und Cardzonen sind ebenfalls verfügbar. Daneben gibt es auch Informationen über aktuelle Störungen im Nahverkehr. Wer möchte, kann sich seine Heimathaltestelle als Favorit speichern und so schnell darauf zurückgreifen. Außerdem kann direkt über die App ein RufTaxi oder ein Rufbus geordert werden. 

Gibt es auch eine Android-Version?
Noch ist die App iPhone-Nutzern vorbehalten, andere Betriebssysteme werden noch nicht unterstützt. Allerdings will die GVH in den nächsten Tagen eine Android-Version zur Verfügung stellen.

Warum macht der GVH das mobile Ticket erst jetzt möglich?
„Wir haben uns bewusst Zeit gelassen“, sagt Üstra-Chef André Neiß. Man habe zunächst abwarten wollen, wie mobile Fahrkarten anderer Städte sich bewähren.

Welche zusätzlichen Funktionen soll die App in Zukunft noch bekommen?
Mit der GVH App soll man in Zukunft rundum mobil sein können: Fahrräder ausleihen, Autos bei Stadtmobil mieten und das Bezahlen von Taxis sollen dann auch zum Leistungsumfang der App gehören.

Gibt es Städte, die vergleichbare Angebot im Nahverkehr nutzen?
In vielen deutschen Städten können Reisende im Nahverkehr ihre Tickets bereits per Smartphone kaufen. Allerdings benötigen Fahrgäste in Berlin, Bielefeld oder Stuttgart dafür eine zusätzliche HandyTicket-App. Ein ähnliches Angebot wie der GVH bietet Hamburg. Dort bekommen Nutzer auf einige Fahrscheine sogar 3 Prozent Rabatt. 

Von Jan Helge Petri

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