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Aus der Stadt Bei der HAZ-Jedermann-Tour 70 Kilometer fahren
Hannover Aus der Stadt Bei der HAZ-Jedermann-Tour 70 Kilometer fahren
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00:17 26.07.2017
Von Bernd Haase
Startbereit: HAZ-Redakteur Bernd Haase (links) und Rennleiter Christian Leben vor dem Neuen Rathaus. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Als Rennleiter Christian Leben und ich uns am Startpunkt vor dem Neuen Rathaus treffen, könnte das Wetter besser nicht sein. Sonnenschein, aber nicht zu heiß, kein Regen in Sicht, kaum Wind. Das sind ideale Bedingungen für eine Tour unter Rennbedingungen. Rennbedingungen? Nun ja: „Mit Tempo 20 fahren manche zum Brötchenholen“, sagt Leben.

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Radfahren auf einem 70-Kilometer-Rundkurs durch den Süden und Westen mit einem Durchschnitt von 20 Kilometern pro Stunde - das ist die HAZ-Jedermann-Tour am Sonntag, 30. Juli. 

Wir fahren die 70-Kilometer-Runde, weil sie bei den ProAm-Tour am 29. und 30. Juli (siehe Extratext) eine Besonderheit darstellt. Radfahrer können während eines regulären Renntags ohne Zeitmessung mitfahren, dafür aber den Vorteil einer komplett abgesperrten Strecke und die Zuschauerunterstützung genießen. „Man muss nicht auf Karten gucken, nicht auf den Verkehr achten, kann die Landschaft genießen und in einer großen Gruppe fahren“, schildert Leben. Teilnehmer müssen auch kein Rennrad an den Start schieben; ein vernünftiges Tourenrad sollte es aber sein. Auch E-Bikes sind erlaubt - es geht ja nicht um Sieg und Niederlage, sondern um Spaß oder, wenn man denn will, um einen nicht alltäglichen Test der persönlichen Leistungsfähigkeit.

Persönlicher Formtest

Wir fahren vorbei am Maschsee, wo sie gerade für die anstehende Festsause aufbauen. In Döhren verlassen wir das Stadtgebiet und sind dann da, wo wir uns für so eine Runde am wohlsten fühlen - auf Landstraßen. Es rollt sich gut, der Fahrradcomputer zeigt weit mehr als 20 Stundenkilometer. Bald ist das Zentrum von Pattensen erreicht, wo wir einen kurzen Blick auf den Marktplatz erhaschen.

In Hüpede werden wir plötzlich richtig schnell. „Sie haben gerade die Ortsdurchfahrt neu asphaltiert, das merkt man sofort“, sagt Leben. Hinter Hüpede gibt es zum einen einen wunderschönen Ausblick auf das Bergdorf Lüdersen, wenn man denn Muße findet, ihn zu genießen. Zum anderen leichten Gegenwind.

„Wie eine Serpentine, nur viel flacher“

Ich hänge mich hinter Leben in den Windschatten. Ich darf das, weil es Leistungsunterschiede gibt. Der 32-jährige Finanzbeamte war früher Vollprofi im Team Wiesenhof und ist die großen Rundfahrten der zweiten Garnitur mitgefahren - die Deutschland-Tour, die Österreich-Rundfahrt und die Friedensfahrt etwa. Mittlerweile startet er beim Triathlon, zuletzt in diesem Jahr beim berühmten Iron Man im fränkischen Roth auf der Langdistanz. Ich hingegen bin schon länger kein Rennen mehr gefahren. Meine letzte Tour war der Ruhrradweg, auf dem man von der Quelle im Sauerland bis zur Mündung in den Rhein praktisch kaum treten braucht. Es geht dort meist bergab.

Für uns dagegen geht es jetzt bergan Richtung Steinkrug. Als Belohnung schließt sich eine leichte Schussfahrt über Bredenbeck bis Wennigsen an. Dann schlängelt sich der Kurs durch Degersen - „wie eine Serpentine, nur viel flacher“, sagt Leben. Hinter Redderse kommt der Anstieg zum Gehrdener Berg. Man könnte sagen: das Dach dieser Tour.

Bald sehen wir in der Ferne hannoversche Hochhauskulissen, aber wir nehmen nicht den kurzen Weg Richtung Stadtzentrum. Unsere nächsten Ziele heißen Ronnenberg, Weetzen und Ihme-Roloven, das als eines der schönsten Dörfer der Region gilt. Warum das so ist, können wir jetzt nicht näher erkunden, weil wir über Hiddestorf Richung Harkenbleck müssen. Dort sind wir wieder auf der vertrauten Route, dieses Mal Richtung Stadt.

Knapp zehn Kilometer sind es jetzt noch, und eine alte Radfahrerweisheit beweist sich wieder. Wenn das Ziel in Reichweite kommt, lässt es sich noch einmal leichter treten. Die restliche Strecke zum Maschsee und zurück zum Rathaus erweist sich als Klacks.

Hoffen auf gutes Wetter

Als wir unsere Fahrradcomputer vergleichen, zeigen beide eine Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 25 Kilometern in der Stunde. Ich bin zufrieden und auch nicht geknickt, als Leben mir erzählt, dass die Strecke zwar wellig, aber nicht allzu anspruchsvoll ist. „Dafür aber abwechslungsreich“, sagt er. Er fährt sie im Training mit Tempo 32 im Schnitt, die Renngeschwindigkeit läge für ambitionierte Amateure bei Tempo 40. Leben, der als Rennleiter unter anderem für Streckenführung und -sicherung sowie Rennverlauf zuständig ist, hat einen Wunsch. „Es wäre schön, wenn das Wetter am Rennwochenende genauso mitspielt.“

PS: Wer den Tempo-20-Schnitt nicht hält und vom Abschlussfahrzeug, dem Besenwagen, überholt wird, wird nicht vom Rad gezerrt. Er darf weiterfahren, muss aber berücksichtigen, dass die Straßen nicht mehr für Autos gesperrt sind.

ProAM-Wochenende

ProAm, kurz für „Profis und Amateure“, heißt Hannovers großes Radsportwochenende, weil es die nächtlichen Profirennen am Sonnabend, 29. Juli, von 19 Uhr an auf dem neuen Rundkurs vor dem Rathaus (mit dem mehrfachen Tour-de-France-Etappensieger Marcel Kittel) mit der Jedermann-Tour am Sonntag, 30. Juli, verbindet. Folgende Versionen gibt es:

  • HAZ-Jedermann-Tour auf dem 70-Kilometer-Rundkurs mit Wanderfahrtcharakter ohne Zeitmessung. E-Bikes sind erlaubt. Die geforderte Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt 20 Kilometer in der Stunde. Nachmeldungen zum Preis von 60 Euro sind bis zum 26. Juli und zum Preis von 65 Euro bei der Startnummernausgabe am 28. und 29. Juli möglich. Startzeit ist am Sonntag um 10.25 Uhr vor dem Neuen Rathaus.
  • Stadler Cup auf dem gleichen Kurs, aber unter Wettkampfbedingungen mit Zeitmessung und Wertungen in unterschiedlichen Kategorien. Hier sollte man im Schnitt Tempo 24 auf die Straße bringen. Nachmeldungen kosten 65 Euro beziehungsweise 70 Euro.
  • Swiss-Life-Jedermann-Rennen unter Wettkampfbedingungen über die längere 114-Kilometer-Distanz mit Deisterüberquerung über den Nienstedter Pass. Gefordert ist Durchschnittstempo 26, Nachmeldungen zu denselben Konditionen wie beim Stadler Cup.
  • Weitere Informationen über das Radsportwochenende und Meldeformulare stehen unter www.proam-hannover.de. Dort lassen sich auch Streckenprofile sowie die genauen Abläufe der einzelnen Veranstaltungen nebst Rahmenprogramm einsehen.     

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