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Aus der Stadt Ingress Mission Day: 800 Spieler erkunden Hannover
Hannover Aus der Stadt Ingress Mission Day: 800 Spieler erkunden Hannover
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00:15 04.10.2017
Von Saskia Döhner
Spielziel Portale erobern: Der Ingress Mission Day startete in den Herrenhäuser Gärten Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Erleuchtete gegen Widerständler, oder wie der Ingress-Insider sagt, Frösche gegen Schlümpfe – der grüne Schal oder das blaue T-Shirt, die Kleidung verrät, zu welcher Fraktion die Spieler gehören. Beim 1. Ingress Mission Day in Hannover haben am Sonntag rund 800 Teilnehmer zu einer großer gemeinsamen digitalen Schnitzeljagd getroffen. Ingress heißt das Spiel, es ist eine Mischung zwischen Geocaching und Pokemon Go und wird weltweit von rund fünf Millionen Menschen gespielt.

Ausgangspunkt in Hannover ist der Große Garten in Herrenhausen, dann geht es weiter durch die ganze Stadt, zum Maschsee, Alten Rathaus und Bahnhof. Viele Spieler kommen aus Hannover, Braunschweig oder Bremen, aber auch Briten, Niederländer und Tschechen seien dabei, sagt Mitorganisator Sebastian Gerhard (39). Er selbst sei durch sein Kind zu Ingress gekommen, erzählt er und zeigt auf seine zweijährige Tochter. „Als ich sie im Kinderwagen um den Block geschoben habe, damit sie einschläft, habe ich damit angefangen.“

Ziel ist es, möglichst viele virtuelle Portale, die auf dem Handy angezeigt werden, zu erobern und miteinander zu verbinden, dass sogenannte Felder entstehen. Portale können Skulpturen und andere markante Punkte sein. Wer Ingress spielt, muss nach draußen gehen. Je mehr Spieler einer Fraktion zusammenkommen, desto stärker sind sie. Vom Sofa aus funktioniert das Spiel nicht.

Für ihn sei die „Community“, die Gemeinschaft, das Wichtigste, sagt Markus Müller (40) aus Ganderkesee (Kreis Oldenburg), der mit einer Gruppe Kumpels nach Hannover gekomen ist. Stockholm, Kiel, Leipzig – regelmäßig trifft man sich bei Mission Days. „Das ist auch Sightseeing“, sagt Müller, „man lernt Städte kennen, die man sonst nicht besucht hätte.“ In Stockholm habe er 60 Kilometer zu Fuß zurückgelegt, schiebt er noch nach. „Man muss sich bewegen“, sagt Stefan Eisenhauser (47) aus Bremen, in einem Jahr sei er 2000 Kilometer beim Ingress-Spielen gelaufen.

„Es gibt viele Facetten, man kann herumballern oder aufbauen, man kann zehn Minuten, mehre Stunden oder gar nicht spielen, zu Fuß, in der Bahn, auf dem Rad, es gibt kein wirkliches Zeil“, sagt Selcuk (39) aus Braunschweig. Zusammen mit Falk (42) und Tizian (24), Student aus Wolfenbüttel, gehört er zur Schlumpf-Fraktion. „Oh“, sagt Falk mit einem Blick auf ihr Handy, „eben war doch hier noch alles blau, jetzt ist es grün, das muss ich schnell ändern.“

Auch Hannover ist aufgeteilt in der Ingress-Welt. Thorsten Stoll (45) aus Kleefeld und Christian Wächter (52) aus Ricklingen sind überzeugte „Frösche“. Beide wohnen in „grünen“ Stadtteilen, sagen sie, die Südstadt sei dagegen fest in „Schlumpfhand“. Wenn zuviel blau werde, sagt Wächter, gehe er abends noch mal um Block und mache daraus wieder grüne Portale: „Dann schlaf ich besser.“

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