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Schneider fordert längeres Studium

Empfang der Architektenkammer Schneider fordert längeres Studium

Rund 150 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur treffen sich beim Empfang der Architektenkammer Niedersachsen "Architekten und Politik". Als Hauptredner begrüßt Kammerpräsident Wolfgang Schneider den niedersächsischen Finanzminister Peter-Jürgen Schneider.

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Polittalk zu Architektur: Bernd Busemann, Wolfgang Schneider, Peter-Jürgen Schneider, Uwe Bodemann (von links).

Quelle: Villegas

Hannover. Reicht ein Bachelorstudium aus, um später als Architekt gute Arbeit zu leisten? Wolfgang Schneider, Präsident der Architektenkammer Niedersachsen, glaubt das definitiv nicht. Und appelliert an die künftige Landesregierung, die Mindeststudiendauer für Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung von drei auf vier Jahre zu erhöhen. "Leider hat das Wissenschaftsministerium einen sachlichen Dialog dazu verweigert." Beim Empfang der Architektenkammer Niedersachsen geht es wie jedes Jahr darum, ein paar politische Botschaften zu platzieren. Anders erwarten es die rund 150 Gäste, und insbesondere die Politiker darunter auch nicht, die der Einladung in die Bauverwaltung der Stadt gefolgt sind.

Ein anderer Kritikpunkt, den Schneider den Landtagsabgeordneten nahebringen will, betrifft das barrierefreie Bauen. "Wir befürworten das", behauptet der Kammerpräsident. "Aber das kostet mehr Geld, und gleichzeitig wird von uns kostengünstiges Bauen gefordert." Schneider spricht sich deshalb gegen eine Verankerung von Vorgaben zum behindertengerechten Bauen in der niedersächsischen Bauordnung aus. "Das muss vielmehr über Beratung und Förderung passieren." Der Gastredner des Abends, Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider, hält dagegen. "Mit dem Kostenargument kann man alles plattmachen." Schneider, der qua Amt nicht zur Verschwendung neigt, verteidigt die geplanten Vorschriften. "Das Einbeziehen von Behinderten kostet in jedem Lebensbereich Geld. Das darf kein Hinderungsgrund sein."

Hannovers Stadtbaurat Uwe Bodemann hatte zuvor verkündet, dass der Abend der letzte politische Empfang der Architektenkammer mit Schneider als Präsident sei. Und lobte den Gastgeber als "Garanten der niedersächsischen Baukultur". Bodemann dankte Landtagspräsident Bernd Busemann, dass es ihm gelungen sei, den Landtagsbau durch Sanierung vor dem Abriss zu retten. Und auch der Stadtbaurat hatte eine Botschaft parat. Niedersachsen solle darüber nachdenken, die Wohnungsbauförderung auf die Städte zu konzentrieren, also dort, wo die Bevölkerung wächst.

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