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Beim Gartenfestival sind schräge Vögel unterwegs

Georgengarten Beim Gartenfestival sind schräge Vögel unterwegs

Schräge Vögel, halbe Enten und ganz viel französische Lebensart gibt es beim Gartenfestival im Georgengarten zu bestaunen. Und zwischendurch stehen Fabelwesen, die aus Schrott zusammengestellt sind. Nur das Wetter hätte etwas gnädiger sein können.

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Französische Lebensart gab es beim Gartenfestival in Herrenhausen zu sehen.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Das passt zu einem Gartenfestival in Herrenhausen: Windspiel und Weichkäse, Seidentuch und Safran, Brunnenschmuck und Bärlauchbutter. Was weniger passt: Klopapier. Am besten „Solo Luxus“ vom Discounter, das brennt am besten. Tissue in Flammen, geht’s noch? Clemens und Claudia Gast wissen, was Werbung bewegen kann. Und wie man die Menschen im steten Strom der Gartenschaugucker zum Innehalten bringt. „Fackeln brennen mit Toilettenpapierrollen“ prangt auf ihren Aufstellern. Darum also geht’s. Um rostige Ringe alter Gasflaschen, in die das fünfköpfige Künstlerteam „Inselfeuer“ aus Brandenburg Muster schneidet. Mit dem Laser. Vereinswappen, Sternzeichen, französische Lilien. Genau das ist es, was wir an diesem windigen Samstag im Georgengarten suchen. Das eher Ausgefallene. Unter 150 Ständen.

Ganz im Zeichen der französischen Lebensart steht das Gartenfestival in Herrenhausen.

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Die Rollen aus dem Sanitären, erklärt Claudia Gast, müssen getränkt werden. Sonst fackeln sie in Windeseile ab. Geeignet sind Pflanzenöl, Bioethanol oder flüssiges Kerzenwachs. Die derart präparierte Abrissware brennt in eiserner Hülle bis zu zwei Stunden lang. „Wir sind zum ersten Mal in Herrenhausen, das kalte Wetter hemmt die Kauflust“, meint die 44-Jährige. Neben ihr stehen sandgestrahlte Gasflaschen, mehr als einen Meter hoch. Würde man diese Schwergewichte mit Feuerholz bestücken – vielleicht könnte man die Besucher doch noch erwärmen für diese Kunstform.

Peter Gatzlaff verkauft Schrott. „Aber schreiben Sie das nicht in der Zeitung, das liest sich nicht so gut“, meint der 52-Jährige. Wenn er sich da mal nicht irrt. Schließlich sind seine Fabelwesen aus Feuerlöschern und Zahnrädern, aus Löffeln, Gabeln, Scheren und Schraubenschlüsseln originelle Hingucker. Schmücken sogar Museen. Seit 30 Jahren schweißt der in einem Heidedorf lebende Dekorateur kängeruähnliche Hunde, schräge Vögel oder das Säbelzahn-Eichhörnchen „Scrat“ zusammen. Edelstahl meidet er, der rostet nicht. Nur die Augen seiner Figuren werden klarlackiert, sollen ihren Glanz behalten: „Das Gucken ist ganz wichtig.“

Eine eiserne Libelle ist günstig, die gibt’s für 180 Euro. Für den mannshohen Cyborg mit Unterlegscheiben-Panzerung sind mehr als 4000 Euro fällig. Am Freitag, verrät Gatzlaff, habe er gerade einmal zwei Schrottobjekte verkauft. Und damit die Standmiete hereingeholt. Nur das Schicksal des Hais, der am Teichufer des Georgengartens ruht, ist schon vorherbestimmt: Er wird an einen Brillenladen nahe der Christuskirche vermietet. Dient dann als Deko-Fisch.

In den schwebenden Kugeln von Stefan Wiese steht die Welt Kopf. Das muss so sein, ist physikalisches Gesetz. Eingebettet sind die Rundlinge des 55-Jährigen in Edelstahl-Spiralen, Monde, Ringe. Ganz leicht sehen sie aus und fallen doch so mächtig ins Gewicht. „Diese Kugeln sind makellos“, schwärmt der Künstler aus dem Oldenburger Raum. Das optische Glas sei „feinentspannt“, entstamme der Industrie, die auch Linsen für Kameras und Ferngläser produziert. Seine kinetischen Kunstwerke sind vergleichsweise günstig zu haben, für 25 bis 200 Euro. Und wie laufen die Geschäfte? „Mir gefällt die Location, mir gefällt das Publikum“, übt sich Wiese in Diplomatie. Dann muss es wohl der frostige Wind sein, der den Absatz im Kugellager ein wenig zäh gestaltet.

Französische Lebensart – sie soll das diesjährige Gartenfestival prägen. Es fällt einem nicht in den Schoß, das „Savoire-vivre“ im Hannöverschen, doch spätestens am Leibniztempel drängt es sich förmlich auf. 15 Enten hat der hiesige 2CV-Club hier aufgefahren. 15 Kult-Citroëns mit Klappfenstern, Handkurbel und Revolverschaltung. „Unsere Enten wurden zwischen 1978 und 1990 gebaut und sind noch alle zugelassen“, erzählt Organisator Stefan Paland. 27 bis 29 PS treiben die bestens gefederten Gefährte an, auf ebenem Terrain reicht das für Tempo 110. Doch weil so ein 2CV für eine vierköpfige Familie auf Urlaubstour ein wenig knapp bemessen ist, hat sich Paland einen rotlackierten Anhänger gebaut – aus einer halben Ente.

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