Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Beim Zoostreit droht Schlammschlacht
Hannover Aus der Stadt Beim Zoostreit droht Schlammschlacht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:47 04.02.2011
Zoochef Klaus-Michael Machens (Mitte) fühlt sich abgesägt, Regionspräsident Hauke Jagau hält die Nichtverlängerung des Vertrages für normal. Dass beide noch einmal zusammenarbeiten werden, ist schwer zu glauben. Quelle: Uwe Dillenberg

Der Regionspräsident und sein Zoomanager sagten am Donnerstag n nichts mehr. Nach einer rundum verunglückten Woche ließen Hauke Jagau und Klaus-Michael Machens den Versuch der SPD-Regionsfraktion einstweilen unkommentiert, den offenen Streit mit einem Zuckerchen für den Zoochef doch noch zu einem erträglichen Ende zu bringen. Der Vorschlag der Sozialdemokraten, Machens’ Vertrag auslaufen zu lassen, ihm aber eine bisher nur vage definierte Beratertätigkeit anzubieten, steht weiter im Raum – ob das Angebot für den 64-Jährigen einen besonders großen Reiz hat, darf bezweifelt werden.

Die SPD-Fraktion versucht unterdessen, Machens in Bedrängnis zu bringen. In einer am Donnerstag geschriebenen Anfrage an die Verwaltung will die Fraktion unter anderem wissen, wie viel Sponsorengeld Machens für Yukon Bay eingeworben hat. Dahinter steckt die Vermutung, der Zoodirektor habe sich möglicherweise nicht an seine eigenen Ankündigungen gehalten. „Machens hat immer gesagt, er organisiere Geld von Sponsoren“, sagte SPD-Fraktionschef Bodo Messerschmidt am Donnerstag. Für das 35-Millionen-Euro-Projekt könne er sich allerdings nur an die Spende der Sparkasse Hannover von einer Million Euro erinnern.

Derweil ist rund um Zoo und Regionshaus die Analyse im Gange, wie der Umgang mit dem auslaufenden Vertrag des Zoochefs so unappetitlich hat werden können. Der Rückblick beginnt am Tag vor der Bilanzpressekonferenz in der vergangenen Woche, jener Veranstaltung, bei der Machens und Jagau der Öffentlichkeit glänzende Zahlen präsentierten. Über die Vorbesprechung dieses Termins gibt es zwei Versionen: Eine lautet, der Zoochef habe seinem Aufsichtsratsvorsitzenden eröffnet, seinen im Herbst auslaufenden Vertrag gerne noch um ein paar Jahre verlängern zu wollen. Jagau aber sei ihm in die Parade gefahren und habe das abgelehnt. Die andere Version besagt, die Initiative zum Gespräch über den Vertrag sei von Jagau ausgegangen.

Was folgte war jedenfalls wuchtiger Protest aus verschiedensten Richtungen – mit dem Jagau so nicht gerechnet habe, wie es aus seinem Umfeld heißt. Jagau wohlgesonnene Genossen wie der SPD-Regionsabgeordnete und Zoo-Aufsichtsrat Wolfgang Schiemann geben Machens die Schuld daran. Sie unterstellen, dass der Zoochef den Inhalt des vertraulichen Gespräches öffentlich gemacht habe.

Schon länger herrscht in Teilen der SPD eine gewisse Säuernis über Machens, die sich nun im Streit um seinen Verbleib entlädt. Selbstgefälligkeit werfen manche ihm vor und fehlendes Interesse an Kärrnerarbeiten wie der Sanierung des Zoos. So ist die Neigung in der Fraktion gering, für eine Vertragsverlängerung für Machens einzutreten. Das aber ändert nichts daran, dass man sich in Jagaus Umfeld über den Alleingang des Regionspräsidenten in der Sache Machens ärgert. Dass Jagau dem vielfach gefeierten Zoochef den Stuhl vor die Tür setzte, ohne sich in Fraktion, Aufsichtsrat oder Partei rückzuversichern, ohne vielleicht auch Rücksprache mit den Zoo-Mitarbeitern zu halten, stößt vielen sauer auf. Mit mehr Weitsicht, heißt es, hätte die schlechte Außendarstellung vielleicht vermieden werden können. Der Einschätzung, der Regionspräsident neige zur Selbstherrlichkeit, widersprechen auch Sozialdemokraten nicht.

Wieder andere in der SPD lehnen die Abschiebung des Zoochefs ebenso vehement ab wie CDU und FDP. Warum ein erfolgreicher Geschäftsführer einer Regionstochter gehen soll, während bei anderen Stellenbesetzungen weiterhin nach dem Versorgungsprinzip vorgegangen werde, leuchtet vielen nicht ein.

Am Montag kommt es zum Aufeinandertreffen der Kontrahenten, in einer Sondersitzung des Aufsichtsrats. An die Möglichkeit einer Einigung von Jagau und Machens glaubt derzeit niemand.

Felix Habart und Mathias Klein

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der frühere RAF-Terrorist Peter-Jürgen Boock berichtet vor dem Oberlandesgericht Stuttgart am Donnerstag über sein Versteck im Ihme-Zentrum in Hannover, das den Tarnnamen "Klotz" hatte.

Wiebke Ramm 04.02.2011

Das Schönheitscamp in Ägypten ist nun aufgelöst - die drei Miss-Germany-Kandidatinnen aus dem Raum Hannover und ihre 21 Kolleginnen sind am Mittwochabend sicher in Stuttgart gelandet. Von den Unruhen haben Manou Volkmer, Saskia Höfler und Samantha Striegel nur über das Fernsehen etwas mitbekommen.

Stefanie Kaune 04.02.2011

So sicher wie nirgendwo in Deutschland: Die Sterblichkeitsrate nach einer Bypassoperation an der Medizinischen Hochschule Hannover liegt bei lediglich 1,1 Prozent - der Durchschnittswert an deutschen Kliniken beträgt hingegen 2,8 Prozent. Auch im weltweiten Vergleich ist die MHH spitzenklasse.

Juliane Kaune 03.02.2011