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Bekommen randalierende 96-Fans Hausverbote?

Regionalexpress demoliert Bekommen randalierende 96-Fans Hausverbote?

Anfang Dezember randalierten Anhänger von Hannover 96 in einem Regionalexpress der Deutschen Bahn und richteten mehr als 60.000 Euro Schaden an. Doch wo gegen Fans anderer Vereine bereits Hausverbote ausgesprochen wurden, gestalten sich die Ermittlungen gegen die hannoverschen Vandalen schwierig.

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Der Regionalexpress wurde von Chaoten verwüstet und beschmiert.

Quelle: Bundespolizei

Hannover. Der Kampf von Bahn und Polizei gegen randalierende Fußballfans in Zügen und auf Bahnhöfen gestaltet sich schwieriger als zunächst angenommen. Obwohl sich Bundespolizei und Bahn sicher sind, dass Anhänger von Hannover 96 Anfang Dezember vier Wagen eines Regionalexpresses demoliert und einen Schaden von mehr als 60.000 Euro angerichtet haben, ist es bisher offen, ob die Tat Konsequenzen für die Vandalen nach sich zieht. „Natürlich sind wir daran interessiert, ein Beförderungs- und Hausverbot gegen die Verantwortlichen auszusprechen“, sagt ein Bahnsprecher. Dafür müssten die begangenen Taten jedoch eindeutig bestimmten Personen zugeordnet werden. „Das heißt, dass die Bundespolizei zunächst ihre Ermittlungen abschließen muss“, so der Sprecher.

"Nicht bekannt, dass ein Verfahren läuft"

Davon ist die Behörde aber offenbar noch weit entfernt. Obwohl sie davon ausgeht, dass insgesamt mehr als 200 96-Anhänger an den Ausschreitungen in Dortmund und Bielefeld beteiligt waren, wurden von der Bundespolizei in Dortmund insgesamt nur elf Ermittlungsverfahren eingeleitet. Gegen die Anhänger der „Roten“, die auf dem Weg nach Minden einen Regionalexpress demolierten, wird bisher offenbar überhaupt nicht ermittelt. Zwar griffen Beamte in Hannover 24 Randalierer auf, die an dem Morgen mit einer S-Bahn aus Minden kamen, „mir ist aber nicht bekannt, dass gegen diese ein Verfahren läuft“, sagt der hannoversche Bundespolizeisprecher Martin Ackert. „Wir haben Anfang Dezember die Personalien festgestellt und unsere Erkenntnisse an die Bundespolizei in Dortmund übergeben, die die Fälle zentral bearbeitet.“ Dort konnte man gestern jedoch keine Auskunft über den Stand der Ermittlungen geben.

In der Nacht auf den 5. Dezember vergangenen Jahres hatten nach Informationen der Polizei 96-Anhänger auf der Rückreise von dem Auswärtsspiel der „Roten“ beim FC Schalke 04 eine Spur der Gewalt von Dortmund über Bielefeld bis Minden gezogen. Zunächst hatten rund 200 Problemfans die Polizei im Dortmunder Hauptbahnhof mit Flaschen beworfen und mit Signalmunition beschossen. Anschließend fuhren die gewaltbereiten Fußballfans weiter nach Bielefeld, wo sie längere Zeit auf einen Anschlusszug warten mussten und in dieser Zeit randalierend durch die Innenstadt zogen.

Täter sollen aus Reihen der Ultras stammen

Anschließend bestiegen nach Informationen der Polizei 50 bis 70 Fußballchaoten einen Regionalexpress in Richtung Hannover. Darin eskalierte die Situation dann vollends. Die Chaoten, von denen die Bundespolizei annimmt, dass sie aus den Reihen der 96-Ultras stammen, rissen Deckenverkleidungen herunter, versprühten den Inhalt von Feuerlöschern im Zug und drückten Zigaretten in Sitzpolstern aus. Zudem erbrachen sich die Randalierer sogar im Zug und verrichteten ihre Notdurft in den Abteilen. In Minden weigerte sich der Zugführer dann, die Fahrt fortzusetzen. Da die Polizei an diesem Morgen jedoch nicht genügend Kräfte in Minden zur Verfügung hatte, schafften es 30 Randalierer, in eine S-Bahn Richtung Hannover einzusteigen.

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Von Singapur nach Hannover: Journalistin Sophie Mühlmann

Sophie Mühlmann hat 13 Jahre lang als Asienkorrespondentin in Singapur verbracht. Von dort aus bereiste und beschrieb sie die riesige Region zwischen Afghanistan, Ozeanien und Nordkorea. Zuvor war sie für den ARD-Hörfunk mehrmals als Korrespondentenvertretung und „Feuerwehr-Reporterin“ in China im Einsatz. Seit dem vergangenen Sommer ist sie nun Neu-Hannoveranerin.