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Aus der Stadt Bekommt Hannover einen „Veggietag“?
Hannover Aus der Stadt Bekommt Hannover einen „Veggietag“?
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09:30 16.06.2011
Von Mathias Klein
Eberhard Röhrig-van der Meer, Hans-Bernhard Behrens vom Gesundheitsamt der Region Hannover, Biogärtner Frederic Pein, Silvia Hesse von der Stadt und Sonja Papenfuß starten die Initiative in der Kantine des Opernhauses. Quelle: Ralf Decker
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Zucchiniplätzchen mit gedämpften Kichererbsen und hausgemachtem Rhabarberchutney oder frische Pasta mit sommerlichem Gemüse und Kräuter-Balsamicosoße – seit gestern können die Mitarbeiter des Opernhauses in ihrer Kantine jeden Mittwoch zwischen zwei vegetarischen Gerichten wählen. Und gestern starteten Stadt Hannover, Region Hannover und das Umweltzentrum Hannover ihre Kampagne für einen sogenannten „Veggietag“. An einem Tag der Woche soll nach dem Vorbild von San Francisco, Sao Paulo, Kapstadt und Bremen das Mittagsangebot von Kantinen und Mensen in und um Hannover um fleischlose Alternativen erweitert werden.

Wichtig sei, dass die Gerichte aus Gemüse, Getreide und Käse wirklich lecker seien, sagte gestern die Fachbereichsleiterin Umwelt bei der Region, Sonja Papenfuß. „Der Gemüsebratling in der Soße aus Mehlschwitze schmeckt mir nach ein paarmal nicht mehr“, meinte sie. „Auch vegetarische Gerichte können attraktiv und schmackhaft sein“, sagte Papenfuß.

Auch der Geschäftsführer des Umweltbüros, Eberhard Röhrig-van der Meer, beklagte gestern Mängel in den Küchen bei der Herstellung von Gerichten ohne Fleisch. „Es ist längst nicht selbstverständlich, dass man kreativ vegetarisch kocht“, sagte er. Daher werde in dem Projekt interessierten Betreibern von Kantinen und Mensen Hilfestellung gegeben, unter anderem mit Fortbildungsveranstaltungen, Exkursionen und dem Austausch von Erfahrungen.

Einige Betriebskantinen haben die Forderung nach leckeren Gerichten ohne Fleisch an mindestens einem Tag der Woche schon längst umgesetzt, aber aus Sicht des Umweltbüros gibt es noch viel zu tun. So wird unter anderem bei Caterern von Kindertagessstätten und Schulen sowie in Senioreneinrichtungen für das Projekt geworben. Erster Projektpartner des „Veggietags“ ist die hannoversche Cateringfirma Da Capo!, die die Küchen in der Oper und im Schauspielhaus betreibt.

Es gehe nicht darum, Fleischgerichte aus den Kantinen zu verbannen, meinte Silvia Hesse vom Agenda-21-Büro der Landeshauptstadt. „Die Currywurst steht nicht zur Diskussion.“ Durch die Initiative solle kein Bürger belehrt oder bekehrt werden, sagte Hesse.

Umweltexpertin Papenfuß nannte als einen Vorteil von vegetarischem Essen den Klimaschutz, denn Tierhaltung und die damit verbundenen Ausgasungen aus Gülle und Ställen sorgen für klimaschädliches Kohlendioxid. Daher sei der Veggietag Bestandteil des Klimschutzprogramms der Region. Außerdem tue man mit einem zeitweisen Fleischverzicht etwas für seine Gesundheit.

In dem auf drei Jahre angelegten Projekt hat das Umweltzentrum jedes Jahr 80.000 Euro zur Verfügung. Die Hälfte des Geldes kommt vom Bund; Stadt und Region beteiligen sich mit jeweils 10.000 Euro.

Neben der Zubereitung ohne Fleisch legen die Organisatoren des „Veggietags“ auf Bioprodukte und auf Erzeugnisse aus der Nähe Wert. Bei der gestrigen Präsentation hat das noch nicht ganz so gut funktioniert: Zu trinken gab es Mineralwasser aus Frankreich.

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