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Aus der Stadt Bekommt Hannover einen Walk of Fame?
Hannover Aus der Stadt Bekommt Hannover einen Walk of Fame?
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17:15 11.03.2018
Könnte so ein Walk of Fame für Hannover aussehen? Computersimulation einer Bronzeplatte in der Georgstraße. Quelle: Sebastian Peetz, Peetz & Peetz Design
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Hannover

 Der Freundeskreis Hannover feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag und will dazu etliche Sonderprojekte starten. Eine der Ideen, die am Donnerstagabend bei der Mitgliederversammlung viel Applaus einheimste: Auf der Georgstraße könnte ein Walk of Fame die Konterfeis berühmter Hannoveraner zeigen. Nach Vorbild des Originals in Los Angeles zwar – aber nicht in Sternform, sondern als Kleeblatt wie das Stadtwappen. „Wir wollen schließlich nicht kopieren, sondern etwas Besonderes für Hannover schaffen“, sagt Sebastian Peetz von der Agentur Peetz & Peetz, der erste Computersimulationen entwickelt hat. 

Die Agentur Peetz & Peetz hat Computersimulationen für einen möglichen Walk of Fame in Hannover entworfen – mit den Plaketten etwa für die Philosophin Hannah Arendt und Spiegel-Gründer Rudolf Augstein.

Die Idee stammt von Kuratioriumsmitglied Wolf-Rüdiger Reinicke. Ziel sei, etwas zu schaffen, was sowohl Stadttouristen wie auch Einheimischen zeigt, wie viele bekannte Persönlichkeiten mit Hannovers Geschichte verbunden sind. Starten könne man bei A wie der Philosophin Hannah Arendt und dem Spiegel-Gründer Rudolf Augstein, sagte Reinicke: „Vielleicht fangen wir mit den schon Verstorbenen an – bei den Lebenden weiß man ja nie, was noch kommt.“ Das gab Lacher. 

Geplant sind quadratische Bronzeplatten ähnlich denen mit den Stadtwappen der Partnestädte am Kröpcke. Die Strecke könnte sich langfristig vom Aegi bis zum Steintor erstrecken. Die Platten sollen in den drei Blättern des Kleeblatts biografische Daten, eine kurze Erklärung und eben das Konterfei zeigen. Freundeskreis-Vorsitzender Matthias Görn sagte nach der Veranstaltung, die Finanzierung könne möglicherweise über Sponsoren sichergestellt werden. Zunächst einmal müsse aber mit der Stadt geklärt werden, ob sie solch einen Walk of Fame überhaupt wolle. Kulturdezernent Harald Härke sagte gegenüber der HAZ spontan: „Eine tolle Idee.“

Der Freundeskreis ist in seiner 30-jährigen Geschichte zu einem der größten Bürgervereine Deutschlands gewachsen. Allerdings ist die Mitgliederzahl im vergangenen Jahr um fast 50 auf 1349 gesunken: 91 Neueintritten standen 141 Austritte wegen Umzugs, Tod oder Desinteresse entgegen. Der Verein will mit noch mehr Aktivitäten und mehr Präsenz um neue und besonders auch jüngere Mitglieder werben. 

Im vergangenen Jahr habe die Geschäftsstelle 50 Veranstaltungen organisiert, berichtete Geschäftsführerin Katharina Sterzer: Von den regelmäßigen Frühstückstreffs und Ausflügen über die Diskussionsveranstaltungen zur Offenen Gesellschaft bis zur Stadtkulturpreisverleihung. In diesem Jahr soll es zusätzlich eine Reihe besonderer Veranstaltungen geben, bei denen etwa Vorstandsmitglieder Führungen zu ihren Lieblingsorten machen. Der Vorsitzende Görn etwa will seinen Heimatstadtteil Kleefeld zeigen, Schatzmeisterin Kerstin Berghoff-Ising (Sparkassenvorstand) Yoga im Park anbieten, die Regionsdezernentin Cora Hermenau gemeinsam mit Architektin Gesche Grabenhorst eine Rundreise durch die Region. Es solle eine „Perlenkette guter Aktionen“ sein, sagte Freundeskreis-Vizechef Jörn Hutecker.

Gründungsmitglied Prof. Klaus Goehrmann erinnerte in einem Talk an die Entstehungsphase des Freundeskreises, der als Bürgerbeteiligung zur 750-Jahr-Feier Hannovers 1988 initiiert wurde. Größter Effekt: Ein vom Verein organisiertes Feuerwerk zum Stadtgeburtstag auf dem Maschsee, aus dem später die Idee für den Feuerwerkswettbewerb Herrenhausen geboren wurde. Goehrmann sagte, Triebfeder für das Vereinsleben sei danach die bevorstehende Expo gewesen: Eine Stadt brauche große Projekte, auf die man sich fokussieren könne. Deshalb sei es wichtig, die Initiative zur Kulturhauptstadtbewerbung zu unterstüzen. 

Reinhold Fahlbusch, der das Sozialkaufhaus Fairkauf gegründet hat und dafür 2014 mit dem Stadtkulturpreis ausgezeichnet wurde, hielt ein flammendes Plädoyer dafür, Flüchtlinge zu integrieren. Aus Menschlichkeit, aber nicht nur: „In acht Jahren verlassen die geburtenstarken Jahrgänge die Betriebe, wir brauchen gut integrierte Arbeitskräfte.“ Er warb für Engagement im Verein Menschen helfen Menschen: „Nehmen Sie die, die zu uns geflüchtet sind, geduldig an die Hand und machen Sie sie zu Hannoveranern.“

Der Verein wählte neue Mitglieder in sein Kuratorium, darunter Kathleen Rahn, die Direktorin des Kunstvereins, Ulrika Engler, die Direktorin der neuen Landeszentrale für Politische Bildung, Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft und HAZ-Redakteur Jan Sedelies, der im vergangenen Jahr die Veranstaltungen zur Offenen Gesellschaft moderiert hatte.

Von Conrad von Meding

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