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Berater profitiert von Schließung der Springer Klinik

Regionsklinikum Berater profitiert von Schließung der Springer Klinik

Hat es im Zusammenhang mit der Schließung des Springer Krankenhauses eine pikante Interessenskollision gegeben? Die CDU vermutet das. 

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Geschlossen: Das Regionsklinikum betreibt in Springe nur noch eine Not-Ambulanz.

Quelle: Andreas Zimmer

Hannover. Der Grund: Das insolvente bisherige AWO-Krankenhaus von Bad Münder ist seit dem 1. April im Besitz einer vierköpfigen Investorengruppe, zu der auch der Münchner Krankenhausexperte Reinhard Wichels gehört. Er berät mit seiner Firma WMC Healthcare Unternehmen, die im Gesundheitsbereich arbeiten, darunter auch Krankenhäuser. Wichels hatte am Medizinkonzept 2020 des Klinikums als Berater mitgearbeitet. Außerdem war er als Gast an Sitzungen des Klinikums-Aufsichtsrats zu diesem Thema beteiligt. Die CDU hegt nun den Verdacht, Wichels könnte dem Klinikum geraten haben, Springe aufzugeben, um für das nahegelegene Krankenhaus in Bad Münder unliebsame Konkurrenz aus dem Weg zu schaffen.

„Es sieht komisch aus, wenn jemand in einem Gremium mitarbeitet, das die Schließung von Springe beschließt, und dann den ehemaligen Mitbewerber übernimmt“, sagt der CDU-Regionsvorsitzende Hendrik Hoppenstedt. Wie aus dem Protokoll einer Aufsichtsratssitzung hervorgeht, hat sich Wichels dort zu Springe geäußert. So ergänzte er am 16. Oktober 2014 eine Anmerkung von Klinikum-Geschäftsführerin Barbara Schulte, dass das Springer Krankenhaus „unter den jetzigen Rahmenbedingungen ohnehin nicht überlebensfähig ist“ mit konkreten Zahlen. Laut Protokoll berichtete er in der Sitzung, dass Springe ein jährliches Defizit von 2 bis 3 Millionen Euro jährlich erwirtschafte. Wörtlich heißt es in dem Protokoll über das Statement von Wichels: „Perspektivisch müssen erhebliche Investitionen in die Medizinstruktur in Springe getätigt werden.“ Der Betrieb in Springe laufe allerdings wirtschaftlich so schlecht, dass kein Euro Investition mehr gerechtfertigt ist. Springe hat seiner Meinung nach keine Existenzgrundlage mehr. Für die Klinik im nur wenige Kilometer entfernten Bad Münder sieht Wichels dagegen eine ganz andere Perspektive. Bei einer Mitarbeiterversammlung im vergangenen Jahr sagte er, es gebe keinen Grund, warum die Einrichtungen nicht profitabel betrieben werden könnten.

Wichels weist die Vorwürfe zurück. „Der Prozess über die Medizinstrategie war abgeschlossen, bevor es eine Diskussion mit der AWO über den Kauf der Klinik gegeben hat“, sagt er. Im Übrigen sei das Medizinkonzept von einer Arbeitsgruppe vorgelegt worden, die keine Beschlüsse gefasst habe - und nur in dieser Arbeitsgruppe sei er Mitglied gewesen. Die Beratung des Regionsklinikums und der Kauf der Klinik in Bad Münder hingen „in keinster Weise zusammen“.

Auch das Klinikum weist den Verdacht zurück. Die inhaltlichen Vorschläge der Medizinstrategie seien aus den eigenen Reihen und nicht von Beratern gekommen, sagt Geschäftsführer Matthias Bracht. Zudem habe das Konzept nichts mit den Verkaufsabsichten zu tun gehabt, die die AWO für die Klinik in Bad Münder hegte. Das Klinikum habe die Zusammenarbeit mit Bad Münder im Frühjahr 2015 beendet, um eine Interessenkollision zu vermeiden.

Für CDU-Mann Hoppenstedt bleiben Zweifel. „Wenn man solche Leute in ein Beratungsgremium holt, muss man sicher sein, dass der Anschein einer Verquickung mit Eigeninteressen vermieden werden kann“, sagt er. Hoppenstedt ist mit seinen Bedenken nicht allein. Auch aus einer anderen politischen Ecke heißt es, es sei merkwürdig, dass das Krankenhaus in Bad Münder weiter profitabel arbeiten kann, während Springe schließen musste. „Wichels kannte die genauen Zahlen von Springe“, sagt ein Klinikexperte. „Da kann man schon auf den Gedanken kommen, ob das alles mit rechten Dingen abgelaufen ist.“

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