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Aus der Stadt Wie man Permanent Make-up abschminkt
Hannover Aus der Stadt Wie man Permanent Make-up abschminkt
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19:55 02.11.2017
Gvanta Baier (r.) lässt sich von Marion Dwyer zu Permanent Make-up beraten und erhält dann noch Tipps von Andrea Goemann zur Tattoo-Entfernung. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Für Andrea Goemann fing alles mit den eigenen Jugendsünden an: „Ich hatte alte Tätowierungen, mit denen ich unzufrieden war.“ Vor fünf Jahren gründete sie in Hannover die Firma Endlich Ohne für die Entfernung oder Veränderung von jeder Art von Tätowierung - also auch von Permanent Make-up. Heute betreut sie 16 Filialen in ganz Deutschland, lizenziert und schult Franchisenehmer.

Lernen wie ein Handwerk

In der Parfümerie Liebe berät sie im Rahmen eines Aktionstages Kundinnen. Auch Marion Dwyer, die sich auf Permanent Make-up spezialisiert hat, ist vor Ort. „Das ist nicht ganz so dauerhaft wie eine Tätowierung“, sagt sie. Dennoch betreue sie Kundinnen, die an unseriöse Anbieter geraten seien. „Man muss das lernen wie ein Handwerk – ich war mir erst nach vier Jahren sicher, dass ich wirklich gut bin“, so Dwyer.

Caroline Prenzler, Mitinhaberin der Parfümerie Liebe, arbeitet mit beiden eng zusammen. „Wir wollen unsere Kunden beschützen und ihnen beste Qualität vermitteln“, sagt sie. Dwyer berichtet von einer Kundin, die mit geraden schwarzen Balken als Augenbrauen zu ihr kam: „So etwas entstellt das Gesicht, die Arme sah immer aus, als habe sie schlechte Laune.“ Nach sechs Laserbehandlungen und jeweils sechs Wochen Pause waren die Brauen verschwunden.

„Große Tätowierungen können auch bis zu zwölf Behandlungen erfordern“, sagt Goemann. Dann benötige die Haut mindestens ein halbes Jahr Erholung. „Danach wollen aber viele Kunden gleich weitermachen“, so Goemann. Viele begreifen Tätowierungen heute offenbar nicht mehr als dauerhaften Körperschmuck. Sie ändern regelmäßig Details. Mal ist ein Motiv nicht mehr klar genug, mal hat sich der Anlass erledigt. Der Geschmack ändert sich, Namen der Liebsten, ganze Lebensentwürfe.

„Eine kleine, zierliche Kundin ließ sich in ihrer Jugend einen großen Totenschädel auf dem Rücken tätowieren. Jetzt ist sie Kindergärtnerin und die Kleinen haben im Schwimmbad Angst vor ihr“, erzählt Goemann. Sie sehe auch viele Schreibfehler, in Namen, englischen Wörtern oder römischen Zahlen. Es ist aber vor allem die Mode von gestern, die weg soll: Ornamente, Sterne, Schmetterlinge oder Unendlichkeitszeichen. Goemann selbst hatte sich einmal das chinesische Zeichen für Harmonie tätowieren lassen. Als sie dann für ein Jahr in China lebte, wurde ihr klar, dass sie es loswerden wollte: „Alle sagten, ich müsse verrückt sein.“ Auch Modebloggerin Gvanta Baier, die als Kundin zum Aktionstag gekommen ist, hat Erfahrungen mit kulturellen Unterschieden. Mit 14 stach sie sich selbst ein kyrillisches G in die linke Hand, später verzierte sie es mit Punkten. „In Moldawien sah das aus wie eine russische Gefängnistätowierung.“ Also ließ sie alles mit einem kleinen Krebs überdecken, ihrem Sternzeichen. Zurzeit lässt sie auch den entfernen. Nach zwei oder drei Behandlungen wird er nur noch eine Erinnerung sein.

Von Thomas Kaestle

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