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Bundeswehr

Berlin zieht aus Hannover weitere 400 Soldaten ab

Von Klaus von der Brelie

Die Bundeswehrreform kostet die Landeshauptstadt mittlerweile 1200 Jobs. Doch die Neuausrichtung der Armee geht weiter und trifft den Standort Hannover besonders hart.
Die 1. Panzerdivision soll aus Hannover abgezogen werden.

Die 1. Panzerdivision soll aus Hannover abgezogen werden.

© dpa (Symbolbild)

Berlin/Hannover. Die Neuausrichtung der Bundeswehr trifft den Standort Hannover besonders hart: Die 1. Panzerdivision, deren Stab seit 1956 in der Landeshauptstadt stationiert ist, soll so schnell wie möglich nach Oldenburg verlegt werden. Dies verlautete am Montag in Berlin – verbunden mit dem Hinweis, dass Verteidigungsminister Thomas de Maizière die Entscheidung erst am 26. Oktober offiziell verkünden werde. Am selben Tag will die Bundesregierung auch mitteilen, welche Standorte weiterhin von der Bundeswehr genutzt werden sollen und welche Kasernen geschlossen werden. Was das Verteidigungsministerium bewogen hat, die 1. Panzerdivision aus Hannover abzuziehen, ist nicht bekannt. Es heißt, Heeresinspekteur Werner Freers habe „sein Okay“ für den Umzug gegeben.

In Verteidigungskreisen ist der Abzug aus Hannover auf großes Unverständnis gestoßen. Der Divisionsstab mit mehr als 400 Soldaten sei in der Landeshauptstadt gut integriert, verfüge an der Hans-Böckler-Allee über eine gut ausgestattete Kaserne und zeichne sich durch seine zentrale Lage in Norddeutschland aus.

Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil reagierte enttäuscht und sagte der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung: „Eine solche Entscheidung wäre für mich überhaupt nicht nachvollziehbar. Es gibt aus unserer Sicht keinen einzigen sachlichen Grund, die in Hannover seit Jahrzehnten gut verankerte 1. Panzerdivision zu verlegen.“

In Oldenburg wird die Panzerdivision ihr neues Hauptquartier wahrscheinlich in der Henning-von-Tresckow-Kaserne einrichten, die bisher von der Luftlandebrigade 31 genutzt wird. Der Brigadestab wird voraussichtlich nach Seedorf bei Rotenburg/Wümme verlegt, falls er im Zuge der Reform nicht aufgelöst wird.

Der Abzug der Panzerdivision ist der zweite große Stellenabbau, den die Bundeswehr für den Standort Hannover eingeleitet hat. Bereits Anfang des Jahres war entschieden worden, dass die vier Wehrbereichsverwaltungen in Deutschland aufgelöst werden. In Hannover betrifft das die Wehrbereichsverwaltung Nord mit fast 800 zivilen Mitarbeitern. Auch in diesem Fall ist bisher nicht absehbar, ob der Arbeitsplatzverlust durch die Ansiedlung einer anderen Dienststelle ausgeglichen wird.
Die Bundeswehrreform wird auch andere niedersächsische Standorte betreffen. Die Kaserne in Visselhövede solle geschlossen werden, heißt es in Berlin. Dagegen soll der Fliegerhorst Wittmund entgegen den bisherigen Plänen auch künftig von der Luftwaffe genutzt werden. Auch dem Standort Luttmersen (Region Hannover) wurden am Montag wieder gute Überlebenschancen eingeräumt.

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