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Berufsfachschüler im Praxistest

Modellkasse der BBS 11 Berufsfachschüler im Praxistest

Der Praxistest zeigt: Es funktioniert. In einer Modellklasse haben Berufsfachschüler an der BBS 11 jetzt eine engere Anbindung an Betriebe - und damit ans Erwerbsleben. Anstatt fünf Tage pro Woche sind die Jugendlichen nur noch drei Tage in der Berufsschule, die übrigen zwei Tage in einem Unternehmen.

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Eingebunden wie ein Azubi: Praktikant Robin Gotza und Mitarbeiterin Anke Kruse bei Müller-Electronic.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Die Schüler lernen dort von November bis Juni viel mehr als andere in dem herkömmlichen vierwöchigen Praktikum. „Man wird mit dem Betrieb richtig vertraut“, sagt Robin Gotza (16), der sein Langzeitpraktium bei Müller-Electronic in Wennigsen (Region Hannover) macht. Im Sekretariat war er schon, derzeit hilft er im Lager. Sein Berufswunsch: eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Er arbeite gern am PC, die Kommunikation mit Menschen liege ihm, sagt der 16-Jährige, der an der IGS Mühlenberg seinen Realschulabschluss gemacht hat und sich nun in der einjährigen Berufsfachschule auf die Ausbildung vorbereitet.

Die Tage im Betrieb sind deutlich länger als die Schultage, die spätestens um 15 Uhr enden. Wenn er zu Müller-Electronic an den Deister fährt, muss Robin um 8 Uhr losfahren, vor 18 Uhr nicht zurück. „Der Tag geht schnell vorbei, weil immer Arbeit da ist“, sagt er. Dass Klischee, dass Praktikanten in vielen Betrieben nur zugucken oder Kaffee kochen dürfen, stimme nicht. „Ich werde wie ein Azubi in den Betrieb eingebunden“, sagt Robin. Kaffee habe er erst einmal gekocht, fügt er schmunzelnd hinzu, „für eine Kundenbesprechung“.

In der Modellklasse hätten Schüler durch die Langzeitpraktika Erfolgserlebnisse, die anderen Jugendlichen versagt blieben, meint Michael Petrik, Abteilungsleiter Berufsfachschulen an der BBS 11. Das sonst übliche vierwöchige Pflichtpraktikum sei für viele nur eine lästige Pflichtübung, da würden nicht unbedingt Betriebe ausgesucht, die mit dem eigenen Berufswunsch etwas zu tun hätten: „Manche wollen einfach nur irgendwo unterkommen.“ „Die Modellklasse ist für alle Seiten eine Win-win-Situation“, findet Schulleiter Dieter Klinger: „Die Schüler bekommen Selbstbewusstsein und die Chance auf eine Lehrstelle, die Betriebe finden Azubis, die sie vor der Einstellung intensiv kennenlernen, die Lehrer haben motivierte Schüler.“ Alexandra Müller, bei Müller-Electronic für den Vertrieb zuständig, kann das nur bestätigen: „In dem halben Jahr Praktikum lernen sich alle richtig gut kennen, die spätere Zusammenarbeit klappt dann um so besser.“

Anfang Februar ist die Anmeldung für den nächsten Jahrgang der einjährigen Berufsfachschule Wirtschaft (Höhere Handelsschule), der im Sommer beginnt. Klinger wünscht sich nicht nur Schüler, die sich bewusst für die Modellklasse entscheiden, sondern auch weitere Betriebe, die Praktikanten wollen.

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