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Aus der Stadt Berufsschule bietet Austausch mit High School in Ohio an
Hannover Aus der Stadt Berufsschule bietet Austausch mit High School in Ohio an
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00:15 10.11.2017
Elaine (17, vorne) zeigt den Gastschülern die Arbeit an der Drehmaschine. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover/Ohio

Sprachbarrieren kennt eine Drehmaschine nicht: Als Elaine am Montagmorgen das schwere Gerät in der Werkstatt der Berufsschule an der Lavesallee einschaltet, um den Gästen aus den USA zu demonstrieren, wie es funktioniert, schauen die Technikschüler der 17-Jährigen von der berufsbildende Schule für Metall- und Elektrotechnik (BBSme) neugierig zu.

Das Austauschprogramm mit einer High School in den USA ist für die BBSme eine Premiere. Fünf Deutsche reisten im Oktober nach Ohio - zurzeit sind gleich zehn Schüler des Upper Valley Career Centers zum Gegenbesuch in Hannover.

„Das ist eine Premiere, auf die wir sehr stolz sind“, betont Mathias Merker von der BBS. Die Kontakte seien bei der Hannover Messe 2016 entstanden. Dort hatten sich nicht nur Kanzlerin Angela Merkel und der damalige US-Präsident Barack Obama gut verstanden, sondern auch Merker und sein amerikanisches Pendant Tony Trapp.

„Es war eine tolle Erfahrung, einmal den Schulalltag dort mitzuerleben“, berichtet der 17-jährige Puyan nach seiner Rückkehr. An der US-High-School hätten die 900 Jugendlichen jeden Morgen Unterricht und jeden Nachmittag Praxiseinheiten. Zwischen zwölf Berufsprofilen könnten die Amerikaner wählen. „Das sind viel mehr, als bei uns“, ergänzt Nick. Sogar für Friseure und Erzieher gebe es Angebote. In Hannover wählen die 230 Schüler des beruflichen Gymnasiums zwischen Metall-, Elektro-, Bau oder Medientechnik.

Alle 14 Tage wird das Klassenzimmer gewechselt

Beeindruckt hat die deutschen Gastschüler eine Besonderheit der High School in Piqua: Alle 14 Tage wechseln die Schüler für zwei Wochen vom Klassenzimmer in einen der Partnerbetriebe. Sie arbeiten in den Unternehmen richtig mit - „und das in Vollzeit mit recht gutem Gehalt“, erklärt Merker. Der Erfolg kann sich sehen lassen: 94 Prozent aller Absolventen erhalten die College-Zulassung oder einen Arbeitsvertrag.

Neben den Schul- und Firmenbesuchen - von Honda, Airstream, Freudenberg bis Swe Eurodrive - kam aber auch das Kennenlernen der amerikanischen Kultur nicht zu kurz. „In Amerika ist alles viel größer. Egal, ob der Supermarkt oder die Straßen“, sagt die 18-jährige Dominique.

Auf die zehn Amerikaner machte auch der Aufenthalt in Hannover Eindruck: „Wir sind den rote Faden abgelaufen, und es ist spannend, wie viel Historie es zu erleben gibt“, lobt Gastschüler Kaeden. „Die Architektur ist ganz anders.“

„Wir wollen die Kooperation jetzt weiter ausbauen“, betont Merker. Jedes Jahr sollen zehn BBS-Gymnasiasten für zwei Wochen nach Ohio reisen und US-Technikschüler zum Gegenbesuch einladen.

Von Carina Bahl

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