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Strafe für tunesischen Vater wird verdoppelt

Kindesentziehung Strafe für tunesischen Vater wird verdoppelt

Der Berufungsprozess gegen den Tunesier, der seine beiden Töchter nicht nach Hannover heimkehren lassen will, hat zu einer Verdoppelung seiner Strafe geführt. Die 7. Kleine Strafkammer am Landgericht verurteilte Kais B. Freitag wegen Kindesentziehung zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung.

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Bleibt trotz Haft hart: Kais B.

Hannover. „Ihnen ist es egal, dass Sie schon seit einem Jahr im Gefängnis sitzen“, sagte die Vorsitzende Richterin Kirsten Schwerin zu dem 39-Jährigen, „Sie wollen nur, dass die Mutter ihre Kinder nicht zurückbekommt.“

Die beiden heute acht und zehn Jahre alten Mädchen waren im Sommer 2015 mit Kais B. nach Tunesien gereist. Der Angeklagte hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass die Mutter in einem notariell beglaubigten Dokument die Ausreise der Kinder auf unbegrenzte Zeit gestattet und eine persönliche Übersiedlung in Aussicht gestellt hatte. Die 37 Jahre alte Ärztin konnte das Gericht jedoch mittels Schul- und Krankenkassendokumenten aus Hannover sowie Zeugenaussagen von Verwandten davon überzeugen, dass sie ihre Töchter nur sechs Monate nach Tunesien reisen lassen wollte: Sie sollten die Heimat ihres Vaters näher kennenlernen. Das Dokument habe sie nur unterschrieben, weil ihr Mann ihr glaubhaft versichert habe, die tunesischen Behörden würden einen sechsmonatigen Schulbesuch der Töchter nicht genehmigen - ihnen gegenüber müsse man den Wunsch nach dauerhafter Übersiedlung beurkunden.

Das Paar war 14 Jahre lang zusammen, derzeit läuft die Scheidung. Die soziale Schere zwischen der erfolgreichen Medizinerin und dem Gelegenheitsjobber war immer weiter auseinandergeklafft, hinzu kam eine wachsende Eifersucht von B. Der Staatsanwalt, der ebenfalls zwei Jahre Haft gefordert hatte, warf dem 39-Jährigen vor, seiner Frau die Mädchen aus verletzter Eitelkeit vorzuenthalten und den Kindesentzug kaltblütig geplant zu haben - was das Gericht genauso sah.

Zu Beginn der gestrigen Verhandlung keimte die Hoffnung, dass B. vielleicht doch noch einlenken würde. Doch sein Vorschlag, die Kinder über ihren Verbleib entscheiden zu lassen, war für das Gericht inakzeptabel. Kirsten Schwerin wies ihn darauf hin, dass deutsche wie tunesische Gerichte der Mutter bereits das Sorgerecht zugesprochen haben. Das Kindeswohl beinhalte viele Aspekte, sagte die Richterin. „Und so wie Sie handelt kein liebender Vater.“

Die Mutter erklärte nach der Verhandlung, keine Genugtuung über das Urteil zu empfinden. Es gebe ihr aber mehr Zeit, über politische Kanäle darauf hinzuwirken, dass die tunesischen Behörden die Mädchen aus der Obhut der väterlichen Verwandtschaft befreien.

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