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Noch mal hitzige Diskussion um Wasserstadt

Bauausschuss Noch mal hitzige Diskussion um Wasserstadt

In einer Sondersitzung haben Bau- und Umweltausschuss des Rates am Mittwoch endgültig die Weichen für den Baustart auf dem Wasserstadt-Gelände gestellt. Nach einer kontroversen Debatte kann jetzt der Hausbau auf der alten Conti-Industriebrache beginnen.

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"Jahrzehntprojekt": Der Bauausschuss hat über die Wasserstadt abgestimmt.

Quelle: Conrad von Meding

Hannover. Es war am Ende doch noch einmal eine hitzige Diskussion mit Vorhaltungen und viel Kritik, bevor die entscheidenden Ratsgremien die Planung zur Wasserstadt dann doch nahezu einstimmig beschlossen haben. 17 Jahre nach dem Aus für die Produktion auf dem alten Conti-Fabrikgelände zwischen Leine-Abstiegskanal und der Lindener Hafenzufahrt soll nun ein Wohnquartier für deutlich mehr als 3000 Menschen auf der künftigen Wasserstadt Limmer entstehen. Die Erleichterung war vor allem SPD-Baupolitiker Ewald Nagel anzumerken. „Das ist ein Jahrzehnteprojekt für die Stadt Hannover“, sagte er nach der Abstimmung.

Ein Quartier entsteht

Noch ist das ehemalige Conti-Gelände in Limmer Brachland – das soll sich ändern. Doch wie entsteht ein so großes, neues Wohngebiet? Die HAZ begleitet die Entwicklung und die künftigen Bewohner mit Videos, Interviews, Berichten und Bildern – über Jahre hinweg. Alle Informationen finden Sie unter haz.li/wasserstadt.

Linken-Politiker Oliver Förste nutzte die Gelegenheit, der rot-grünen Ratsmehrheit noch einmal öffentlich „Unglaubwürdigkeit“ vorzuwerfen. Denn wenige Minuten vor der Abstimmung über die Wasserstadt-Verträge mit Bauunternehmer Günter Papenburg hatten die Gremien über Hannovers neue Wohnbauoffensive abgestimmt, die künftig bei Neubaugebieten eine Quote von 25 Prozent Sozialwohnungen vorsieht. Ausgerechnet beim ersten Bauabschnitt der Wasserstadt aber sind nun nur 20 Prozent vorgesehen.

„Ich kann Ihre Kritik zum Teil annehmen“, sagte Grünen-Fraktionsvize Michael Dette: „Mir wäre es anders auch lieber gewesen.“ Die Bebauung der Wasserstadt aber sei zu einem Zeitpunkt angeschoben worden, als die Wohnbauoffensive noch nicht im Gespräch war. Man müsse nun gemeinsam erreichen, dass für weitere Bauabschnitte auf dem großen Areal die höhere Quote gelte.

Insgesamt, sagte er, wünsche er sich für derartige Großprojekte mehr Solidarität unter den Ratsleuten: „Wenn Sie jetzt kritisieren, dass dort zu wenige Sozialwohnungen gebaut werden, dann hätten Sie Rot-Grün ruhig beispringen können, als es die Debatte um eine angeblich zu dichte Bebauung gab.“ Die Ratsmehrheit war monatelang angefeindet worden, nachdem Pläne für eine Bebauung mit bis zu 2500 Wohnungen bekannt wurden. Jetzt hat man sich darauf geeinigt, dass es unter 2000 sein sollen.

Beschlossen wurde einstimmig, dass die Planung für den ersten Bauabschnitt nahe am alten Dorf Limmer zur Bürgerbeteiligung ausgelegt wird. Dazu wurde gegen die Stimmen des Linken-Vertreters der Vertrag mit der Wasserstadt Limmer GmbH beschlossen, der unter anderem die Finanzierung von Kita-Plätzen, Handelsgebäuden und etwa Straßen vorschreibt. Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, dann könnte bereits Ende dieses Jahres mit dem Bau der ersten Wohnhäuser begonnen werden.     

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