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Aus der Stadt Bestseller-Autor aus Hannover gibt Führungstipps
Hannover Aus der Stadt Bestseller-Autor aus Hannover gibt Führungstipps
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00:16 28.04.2016
Ein Chef müsse Verbundenheit schaffen, rät Purps-Pardigol. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Herr Purps-Pardigol, woran erkenne ich einen guten Chef?
Daran, dass er bereit ist, sich zu hinterfragen. Dass er sein Ego unter Kontrolle hält. Und dass er die optimalen Rahmenbedingungen erschafft, damit seine Mitarbeiter sich entfalten können. Er sollte verstehen, dass die Chefrolle kein Privileg, sondern eine Dienstleistung ist.

Das klingt allerdings zu schön, um wahr zu sein.
Die moderne Hirnforschung – um die es auch in meinem Buch geht – zeigt ganz klar: Menschen tragen ein Grundbedürfnis nach Zugehörigkeit und Mitgestaltung in sich. Gute Vorgesetzte handeln so, dass diese Bedürfnisse erfüllt werden – man muss dazu jedoch eine den Menschen zugewandte Haltung entwickeln.

Zur Person

Sebastian Purps-Pardigol ist Organisationsberater und Autor. Der 39-Jährige hat an der Medizinischen Hochschule Hannover mehrere Semester Medizin studiert, war anschließend in verschiedenen Berufen tätig. Er hat mehrmals mit dem bekannten Göttinger Neurobiologen und Autor Gerald Hüther zusammengearbeitet. Sein Buch 
„Führen mit Hirn“ (Campus Verlag, 224 Seiten, 34 Euro) steht in der Bestsellerliste der Wirtschaftsbücher. Purps-Pardigol lebt mit Frau und Sohn in Groß-Buchholz.

Das Bedürfnis nach anderer Unternehmensführung scheint groß zu sein: Ihr Buch „Führen mit Hirn“ steht seit Wochen in den Bestsellerlisten ...
Er ist wirklich gut angelaufen: Die verkaufte Auflage liegt bei fast 13 000, und das Hörbuch hat sich auch schon 2000-mal verkauft.

Machen schlechte Vorgesetzte Ihre Mitarbeiter krank?
Ja, denn sie produzieren zu viel Stress bei ihren Mitarbeitern. Der wiederum sorgt für eine ständige Ausschüttung von Adrenalin und Cortisol, was auf Dauer krank macht. Den Körper und das Gehirn. Stressbedingte Erkrankungen gehören schon jetzt zu den am weitesten verbreiteten Krankheiten in unserer Gesellschaft.

In Arbeitsverträgen steht jedoch selten, dass der Job einen auch glücklich machen soll.
Zufriedene Mitarbeiter sollten jedoch das Interesse jedes Chefs sein: Je glücklicher jemand ist, desto mehr Zugriff hat er auf die in ihm liegenden Potenziale.

Also soll der Chef Verbundenheit schaffen, damit der Umsatz steigt? Gefühle vorgaukeln, damit die Zahlen stimmen?
Steigender Umsatz ist ein schöner Nebeneffekt einer den Menschen zugewandten Führung. Mitarbeiter spüren jedoch, ob ein Chef es ernst meint oder ob er nur bessere Zahlen anstrebt.

Ihr Buch heißt „Führen mit Hirn“. Mangelt es den meisten Vorgesetzten nicht eher an Herz?
Den Buchtitel kann man durchaus unterschiedlich interpretieren. Was ich meine, ist: so zu führen, dass man als Chef das Hirn jedes Mitarbeiters besser erreicht und dessen Potenziale besser entfaltet. Wenn das Grundbedürfnis der Verbundenheit besser erfüllt wird, ist auch schnell viel Herz dabei.

Und was sollte ein Mitarbeiter machen, wenn er den Eindruck hat, sein Vorgesetzter führe ohne ausreichend Hirn?
Das Gespräch suchen – allein oder besser noch mit gleichgesinnten Kollegen. Der Mitarbeiter müsste klar formulieren, welches Verhalten des Chefs ihn betroffen macht – und welches Verhalten er sich von ihm wünscht. Ich kenne Unternehmen, die allein durch so eine verbesserte Feedback-Kultur die Mitarbeiterzufriedenheit deutlich verbessert haben.

Interview: Martina Sulner     

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