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Aus der Stadt Betriebsrat fordert Schließung der Klinik
Hannover Aus der Stadt Betriebsrat fordert Schließung der Klinik
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00:15 13.12.2015
Von Mathias Klein
Nach dem Willen des Betriebsrats soll das Klinikum geschlossen werden. Sie favorisieren einen Neubau an neutralem Ort.  Quelle: Michael Wallmüller
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Lehrte

In dem Brief an die Mitglieder des Aufsichtsrats teilt der Betriebsrat überraschend mit, dass nur ein „Neubau an einem neutralen Ort eine zukunftsfähige Variante für die Mitarbeiter sowie für die Bevölkerung sein kann“. Die Betriebsratsmitglieder schreiben außerdem, dass sie die öffentliche Diskussion in den vergangenen Tagen „mit Erschrecken“ verfolgt haben. Die Mitglieder des Gremiums lehnen in ihrem einstimmigem Votum die geplante Umwandlung vom Krankenhaus für die Grund- und Regelversorgung in eine geriatrische Spezialklinik ab. Unklar ist, wie der Konzernbetriebsrat des Klinikums der Region zu dem Brief steht, seine Vorsitzende war gestern nicht zu erreichen.

Wie berichtet, wollen die Mehrheitsfraktionen von SPD und Grünen in der Regionsversammlung sowohl das Krankenhaus in Großburgwedel als auch die Klinik in Lehrte erhalten. In Großburgwedel ist deshalb ein Neubau am bisherigen Standort geplant, Lehrte soll die Chirurgie verlieren und einen geriatrischen Schwerpunkt sowie eine Spezialabteilung für Wirbelsäulenleiden erhalten.

Damit stellen sich die beiden Parteien gegen das Votum der Geschäftsführung des Klinikums. Diese hatte sich dafür ausgesprochen, an einem noch zu suchenden Standort in der Region ein komplett neues Krankenhaus zu bauen und dann die beiden Kliniken zu schließen.

Die Grünen reagierten gestern „entsetzt“ auf die Entscheidung des Lehrter Betriebsrats. Mit seinem Votum spreche sich der Lehrter Betriebsrat gegen das Krankenhaus in Burgwedel aus, sagt die Gesundheitsexpertin der Regionsfraktion, Doris Klawunde. Die Grünen arbeiteten derzeit an der „Zukunftsfähigkeit beider Standorte“, meinte Fraktionschefin Brigitte Nieße. Es sei unverständlich, wenn sich der Betriebsrat für die Neubavariante und gleichzeitig für eine wohnortnahe Versorgung ausspreche. „Der Betriebsrat stellt das Eigeninteresse vor das der Bevölkerung“, sagte sie. CDU-Fraktionschef Bernward Schlossarek, der in Lehrte wohnt, warf dem Lehrter Betriebsrat eine „unsägliche Gesprächskultur“ vor. Er sei verwundert, dass das Gremium nicht in den vergangenen Monaten auf ihn zugekommen sei.

Ganz anders äußerte sich dagegen Regionspräsident Hauke Jagau (SPD), der auch Vorsitzender des Aufsichtsrats ist. „Das ist eine bemerkenswerte Stellungnahme des Betriebsrats, die in die weitere Diskussion im Aufsichtsrat und den anderen Gremien einfließen wird“, sagte er.     

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