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Aus der Stadt Betrüger fälscht Überweisungsformulare
Hannover Aus der Stadt Betrüger fälscht Überweisungsformulare
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00:15 20.07.2015
Von Michael Zgoll
Zu einer Haftstrafe von 15 Monaten ist ein 24-Jähriger wegen Betrugs und Urkundenfälschung verurteilt worden. Quelle: Symbolbild
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Hannover

Geldverdienen kann so einfach sein: Man nehme das Überweisungsformular einer x-beliebigen Bank, trage darauf fremde Kontodaten sowie eine Wunschsumme ein, und ab geht die Post. Ahmed S. hat diesen Weg gewählt, schaffte es immerhin ein halbes Jahr lang, 14  derartiger Überweisungen auf den Weg zu bringen und einigen ihm völlig fremden Menschen einen gehörigen Schrecken einzujagen. Insgesamt waren es 8713 Euro, die zwischen Januar und Juli 2014 wie von Geisterhand von deren Konten verschwanden; sechs weitere Überweisungen in Höhe von 4000 Euro wurden Ende Juli nicht mehr eingelöst.

Das Amtsgericht verurteilte den 24-jährigen S. am Donnerstag wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Urkundenfälschung zu einer Haftstrafe von 15 Monaten – ohne Bewährung. Der Täter steht seit seinem 14. Lebensjahr mit dem Gesetz auf Kriegsfuß, ist schon mehr als ein dutzendmal wegen Körperverletzung  und Diebstählen verurteilt worden.

S. benutzte beim Ausfüllen der Überweisungsträger von Sparkasse sowie Commerz-, Volks- und Postbank Handschuhe, damit man seine Fingerabdrücke später nicht identifizieren konnte. Auch war er nicht so dumm, das Geld auf ein eigenes Konto buchen zu lassen – dann hätte die Polizei leichtes Spiel gehabt. Stattdessen missbrauchte der Betrüger das Vertrauen von ein paar Fußballkumpel, die in der 2. Herrenmannschaft des BSV Gleidingen kickten.

Er erzählte ihnen, dass er Zahlungen aus Ebay-Verkäufen erwarte, aber gerade kein Konto führe, er fabulierte etwas von Geldbeträgen, die ihm Verwandte für seine Hochzeit zukommen lassen wollten. Wenn die entsprechenden Summen dann schubweise eintrudelten, ließ S. sich das Geld von seinen Freunden bar auszahlen: 3100 Euro von dem einen, 2000 von einem anderen, 2500 von einem dritten. Die Differenz überließ er den Mittlern – als kleines Dankeschön?

Die Fußballer fielen aus allen Wolken, als sie selbst von der Polizei des Betrugs bezichtigt wurden. Letztlich klärte sich alles auf, und natürlich führten schließlich alle Wege der Ermittler zu Ahmed S., aber das brauchte seine Zeit. Dem Betrüger war wohl auch klar, dass er über kurz oder lang auffliegen würde, aber der Cannabis- und Kokainabhängige dachte eher kurzfristig: Er brauchte ständig frisches Geld, um seinen Drogennachschub finanzieren zu können.

Die Kontodaten der Opfer bekam der 24-Jährige, so sagte er freimütig aus, von einem Bekannten zugespielt, der in einem Versicherungsbüro arbeitete. Die Gewinne der Betrügereien habe man sich brüderlich geteilt; allerdings sitze sein Kumpan wegen anderer Delikte nun selbst in Haft. Amtsrichter Koray Freudenberg nannte die Taten von S. in der Urteilsbegründung „suchtgesteuert“ und legte ihm eine Behandlung und Entziehungskur auf freiwilliger Basis nahe.   

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