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Betrüger erbeuten 13.000 Euro in Hannover

Prozess Betrüger erbeuten 13.000 Euro in Hannover

Sie boten hochwertige Hightechgeräte wie Laptops und iPhones zum Schnäppchenpreis an. Doch in den Koffern, die sie den nichtsahnenden Käufern übergaben, lagen schlichte Kartoffeln oder Zwiebeln. In Hannover sind jetzt drei Trickbetrüger verurteilt worden.

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Trickbetrüger in Hannover verurteilt. Anstatt elektronische Geräte hatten sie ihren Opfern Kartoffeln und Zwiebeln verkauft.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Immerhin in 15 Fällen gelang die Abzocke; innerhalb von drei Monaten verdiente eine dreiköpfige Bande damit gut 13.000 Euro.

Zwei Jahre später hat das Landgericht Hannover am Mittwoch den 22-jährigen Engländer Michael McD. zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt, die es zur Bewährung aussetzte. Zwar handelte es sich um eine Vielzahl von Taten, doch sei McD. zuvor noch unbescholten gewesen, resümierte das Gericht. Mit seinem Schwager Charly – dieser ist bereits verurteilt worden – und einem weiteren Komplizen ging McD. immer nach derselben Masche vor. Mit einem Auto mit britischem Kennzeichen und Rechtslenkung hielten die Engländer vor überwiegend in Niedersachsen ansässigen Geschäften, von denen sie wussten, dass sich dort viele Menschen mit Migrationshintergrund aufhielten. In Hannover etwa stoppten sie vor einem Afroshop in der Vahrenwalder Straße. Der Verkäuferin boten die Männer einen Laptop, eine Digitalkamera und ein iPhone für 600 Euro an.

Sie hätten kein Geld, müssten aber dringend in ihr Heimatland zurück, erklärten sie der Frau. Um zu beweisen, dass es sich nicht um Hehlerware handelte, präsentierten sie ihr die Papiere und Garantiescheine für die Geräte. Die Hannoveranerin konnte die Verkäufer sogar noch auf 350 Euro herunterhandeln. Was das Opfer nicht bemerkte: Die Männer tauschten die Tasche mit den Geräten gegen eine gleichartige in ihrem Wagen aus, die sie im Fußraum verstaut hatten. Erst als die Frau zurück in ihrem Geschäft war und die Tasche öffnete, bemerkte sie den Schwindel: In der Tasche befand sich ein Sack „Jumbo-Kartoffeln.“ Ähnliches gelang den Tätern bei einem Friseur, an einem Gemüsestand, in einem Dönerimbiss, einem Internetcafé und einem Geschäft für Wasserpfeifen in Linden. Die Käufer zahlten für die angebotene Ware, deren Anzahl variierte, bis zu 1500 Euro. Ein stolzer Preis für die Kartoffeln und Zwiebeln, die sie stets in den vertauschten Taschen entdeckten.

In einem Geschäft in Hildesheim traf das Trio zuletzt auf einen weniger gutgläubigen Interessenten. Er habe von einem ähnlichen Trick in der Zeitung gelesen und die Polizei informiert, sagte die Staatsanwältin. Bei der anschließenden Fahndung konnten die Beamten den Schwager stellen. Michael McD. gelang indes die Flucht nach England. Dort wurde er mit europäischem Haftbefehl gesucht und im April festgenommen.

Der Angeklagte räumte den Betrug am Mittwoch ein. Er erklärte, damals bei seiner Schwester in Hannover gewohnt zu haben. Von seinem Schwager Charly sei er zu den Taten angestiftet worden. Dieser habe ihm für die Hilfe jeweils ein zweistelliges „Taschengeld“ zugeteilt. Den Opfern sicherte er eine Schadenswiedergutmachung in Höhe von 4000 Euro zu. Der 22-Jährige verließ den Gerichtssaal als freier Mann. Seine Frau und sein Schwiegervater nahmen ihn in Empfang – noch am Abend wollten sie nach England aufbrechen.

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