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Haft nach Probefahrten ohne Wiederkehr

Probefahrt mit einem Toyota Lexus  Haft nach Probefahrten ohne Wiederkehr

Die Probefahrt mit einem Toyota Lexus - Neuwert 75 000 Euro - sollte nur zwei Stunden dauern. Doch weil der vermeintliche Autokäufer ein notorischer Betrüger war, der ein Faible für ausgedehnte Ausflüge in fremden Fahrzeugen hat, wurden daraus zwei Tage. Jetzt ist der Betrüger vor Gericht verurteilt worden.

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Auch einen VW Tiguan fuhr der Betrüger lange „Probe“.

Quelle: Martial Trezzini/Symbolbild

Hannover. Dabei hatte der Händler aus der List, den das großspurige Auftreten des Interessenten misstrauisch werden ließ, sogar einen GPS-Peilsender in dem Vorführwagen deponiert und war dem Probefahrer eine halbe Stunde lang gefolgt - nicht lange genug, wie sich später herausstellte.

Jetzt wurde der 56-jährige Frank P. von Amtsrichterin Gesine Irskens wegen veruntreuender Unterschlagung zu einer Haftstrafe von acht Monaten verurteilt, ohne Bewährung. Auf den gelernten Bäcker und Automechaniker, nach dem bundesweit gefahndet wurde, warten noch zwei weitere Verfahren - unter anderem, weil er im Sommer in Kiel mit einem geliehenen VW Tiguan 2000 Kilometer durch die Gegend kutschiert war, ohne ihn abzuliefern.

Ausweis mit falscher Adresse

75.000 Euro, auf einen Schlag und in bar? „Kein Problem, ich muss nur meine Bank anrufen, dann habe ich das Geld“, hatte P. getönt. Lediglich eine Spritztour nach Hameln wolle er unternehmen, dann werde er entscheiden, ob er den Lexus tatsächlich kaufen wolle. Der Mechaniker legte einen Personalausweis mit seinem richtigen Namen vor - der abgelaufen und mit falscher Adresse versehen war. Als der 56-Jährige vom Hof rollte, heftete sich der Chef des Autohauses an seine Fersen. Er machte aber kehrt, als der Vorführwagen tatsächlich Richtung Hameln fuhr.

Weil Wochenende war, geriet der Peilsender aus dem Blick des Händlers. Erst am Montag schreckte man dort auf, konnte den Lexus am Bahnhof Springe orten. Die Schlüssel fehlten, die Fahrzeugpapiere aber lagen im Handschuhfach. Ein paar Wochen später geriet P. in eine Verkehrskontrolle und wurde festgenommen.

Der mehrfach vorbestrafte Mann, der wegen Betrügereien schon knapp drei Jahre im Gefängnis verbrachte, hatte sich um die Jahrtausendwende schon mehrmals Oberklasseautos „geliehen“ und war mit ihnen monatelang herumgekurvt. Verteidiger Frank Ressel wies darauf hin, dass P. schon viele Jahre sozialversicherungspflichtig gearbeitet habe, auch als Autohändler und Lkw-Fahrer. Jetzt habe ihn seine alte Schwäche wohl wieder übermannt. Und auch Ressel musste zugeben: „So richtig erklärbar ist das Verhalten meines Mandanten sicher nicht.“

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