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Betrüger räumen Konten leer

Bank will Kunden nichts erstatten Betrüger räumen Konten leer

Ein Handwerker und seine Ehefrau mussten 20.400 Euro einbüßen, weil sie auf eine gefälschte Internetseite reingefallen sind. Das Gericht spricht von „grober Fahrlässigkeit“ - und die Bank will nichts erstatten.

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Quelle: dpa

Beim Online-Banking sollte man Vorsicht walten lassen und gewisse Grundregeln befolgen: Das predigen Sicherheitsexperten schon lange. Doch nun werden ein Handwerker (47) und seine Ehefrau (41) wohl teures Lehrgeld zahlen müssen, weil sie Betrügern einen Großteil ihrer Ersparnisse in den Rachen geworfen haben.

Die Kriminellen leiteten die Kunden der Sparda-Bank auf eine gefälschte Internetseite um und schafften es, dass diese ihnen 20 Transaktionsnummern (TAN) übermittelten – was etliche illegale Abbuchungen zur Folge hatte. Gestern wurde am Landgericht eine Klage des Ehepaars verhandelt, das die verlorenen 20.400 Euro vom Geldinstitut erstattet bekommen will. Doch Zivilrichterin Doris Schrader machte deutlich, dass die beiden schlechte Karten haben; das endgültige Urteil folgt in drei Wochen.

Es war Ende Februar 2015, als der in der Region lebende Handwerker Geld auf sein privates Konto bei der Sparda-Bank überweisen wollte. Wie er sagt, war ein Virenschutz auf seinem Rechner installiert – nichtsdestotrotz hatte sich darauf ein „Trojaner“ eingenistet. Dieses Schadprogramm sorgte dafür, dass der 47-Jährige auf einer gefälschten Seite landete, die der echten täuschend ähnlich sah. Dann aber leistete sich das Phishing-Opfer Schnitzer, die Sparda-Anwältin Wiebke Rother und die Richterin als „grob fahrlässig“ geißelten.

Der Kunde folgte brav der Bildschirm-Aufforderung, an bestimmten Stellen nicht mehr die Maus zu nutzen, sondern die Enter-Taste zu drücken. Und er kam der Weisung nach, 20 TANs für sein eigenes Konto und das seiner Frau in eine Maske einzutippen – dies sei angeblich einer Umstellung auf das mobile TAN-Verfahren (bei dem die Bestätigungsnummern über das Handy übermittelt werden) geschuldet. „So eine TAN-Liste versteckt man doch am sichersten Platz im Haus und gibt sie nicht freiwillig heraus“, tadelte Schrader den leichtsinnigen Kunden. Es sei wahrlich keine sonderlich geschickte Manipulation gewesen, auf die er hereingefallen sei.

Im Laufe der folgenden sechs Tage buchten die Betrüger in sechs Tranchen 35.100 Euro von den beiden Kundenkonten ab – bis sie leer geräumt waren. Erst gegen Ende wurde der Geldwäschebeauftragte des Empfängerinstituts misstrauisch und informierte die Sparda-Bank; so konnten im letzten Moment noch 14.700 Euro zurückgebucht werden. Die Eheleute weilten in dieser Zeit im Urlaub und waren ahnungslos, dass ihre Ersparnisse auf Reisen gingen.
Wenn Verbraucher alle Sicherheitsbestimmungen kennen müssten, sei dies eine Überforderung, argumentierte Thomas Feil, Anwalt des geprellten Paars. Auch handele die Sparda-Bank ihrerseits unvorsichtig, wenn sie all ihren Kunden generell ein Abbuchungs-Tageslimit von 15 000 Euro zubillige.

Das Geldinstitut wies darauf hin, dass es jedem Nutzer freistehe, dieses Limit herabzusetzen, etwa per Telefon. Auch erstatte man Kunden aufgrund von Betrügereien entstandene Verluste durchaus, sagte ein Sparda-Sprecher – aber nur dann, wenn der Schwindel kaum merkbar gewesen sei und sich der Kunde – anders als der Handwerker – nur leicht fahrlässig verhalten habe.

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