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Betrüger täuschen Ehepaar mit "Zaubertrick"

Prozess vorm Amtsgericht Betrüger täuschen Ehepaar mit "Zaubertrick"

Es ist eine besondere Masche, wegen der sich drei Männer vor dem Amtsgericht verantworten mussten. Sie hatten mit einer ominösen Flüssigkeit weiße Papierstreifen in Banknoten verwandelt und damit ein älteres Ehepaar getäuscht, das sein Haus verkaufen wollte. Für die Rentner entstand ein Schaden von 8100 Euro.

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Quelle: Symbolbild

Hannover. Man nehme weißes Papier im Banknotenformat, beträufle es mit einer geheimnisvollen Substanz – und hält echtes Geld in der Hand. Mittels dieser „zauberhaften“ Methode, auch als Wash-Wash-Trick bekannt, haben drei Männer versucht, ein Rentnerpaar aus Wennigsen zu betrügen. Sie schafften es, die 74 und 72 Jahre alten Eheleute, die eigentlich nur ihr Einfamilienhaus verkaufen wollten, vorübergehend um 8100 Euro zu erleichtern.

Am Mittwoch wurden die Kameruner Rene N., Oben A. und Nazarius N. am Amtsgericht wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu Bewährungsstrafen zwischen sieben und neun Monaten verurteilt. Die Strafe fußt auf Verständigungsgesprächen und Geständnissen der Angeklagten.

Kaufinteressent aus Kabul

Die unglaubliche Geschichte begann, als das Ehepaar sein Häuschen über ein Internetportal zum Verkauf anbot. Interessiert zeigte sich ein angeblicher Afghanistan-Veteran, der seine Abfindung für die gefahrvolle Zeit in Kabul in eine Immobilie stecken wollte. Im Zuge ihres E-Mail-Verkehrs bekamen die Rentner auch das Foto eines mit Orden behängten Mannes zugeschickt. Irgendwann, sagte die 72-Jährige vor Gericht, habe man dem Kaufinteressenten für Auslagen 1240 Euro überwiesen.

Der Tag, an dem es zum Schwur kommen sollte, war der 13. April 2017. Das Ehepaar wurde in das Hotel Kronsberger Hof gelotst. Dort traf es auf zwei Afrikaner. Rene N. gab sich als Diplomat aus, Nazarius N. als Dolmetscher. In einem Auto wartete der Fahrer Oben A. „Wir dachten, wir kriegen unser Geld“, sagte die Rentnerin. Doch stattdessen musste sie den Männern in einem Hotelzimmer 6900 Euro übergeben, für den Transport eines Tresors von Belgien nach Deutschland. Am Telefon sicherte dem Ehemann ein angeblich in der Türkei befindlicher Mann zu, dass alles mit rechten Dingen zugehe. 

Dann, sagte die Rentnerin, habe sie dem angeblichen Diplomaten einen 100-Euro-Schein geben müssen. Dieser habe zwei weiße, banknotengroße Papiere mit Flüssigkeit beträufelt, die drei Scheine in Alufolie verpackt, zusammengepresst – und ihr drei zweifellos echte 100-Euro-Scheine präsentiert. In einem Tresor, den die Kameruner mitgebracht hatten, befanden sich noch viele Bündel – blütenweißer – Banknoten. Diese packten die Eheleute in ihr Auto und fuhren heim. Meinten sie nun, mittels des Papiers und ominöser Chemikalien selbst Falschgeld produzieren zu können? „Uns wurde gesagt, wir sollten den Tresor aufbewahren, bis wir den Kaufpreis für das Haus bekommen“, erzählte die Frau.

Portier holte Polizei

Doch hatte der Hotelportier, wegen der seltsamen Besucher misstrauisch geworden, die Polizei gerufen. Die Betrüger wurden festgenommen, später wurde auch das Ehepaar aufgespürt. Zunächst leugneten die Rentner, dass ihnen Unrecht geschehen sei – offenbar aus Scham über ihre Leichtgläubigkeit. Doch irgendwann ließ sich die Geldwäsche-Geschichte nicht mehr leugnen. „Ich kann bis heute nicht begreifen, dass wir darauf hereingefallen sind“, so die Frau.

Rene N. und Oben A., beide aus Belgien nach Hannover gereist, saßen vier Monate in U-Haft, ihr in Frankfurt lebender Landsmann drei. Am Mittwoch kamen alle auf freien Fuß, müssen aber je 200 Sozialstunden ableisten, sofern sie in Deutschland bleiben. Der Hintermann, der alles eingefädelt haben soll, ist unbekannt – wenn es ihn überhaupt gibt. Und die Rentner? Haben wenigstens ihre 6900 Euro zurückbekommen und inzwischen auch ihr Haus verkauft.

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