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Bewacher wird fast totgeschlagen

Angreifer vor Gericht Bewacher wird fast totgeschlagen

Er wollte seinem Sohn einen Gefallen tun, indem er ein Kosmetikstudio bewachte, doch dann endete er im Krankenhaus: Es ist schon mehr als zwei Jahre her, dass ein russischer Ingenieur in einer Dezembernacht 2013 so brutal zusammengeschlagen wurde, dass er fast sein Leben verlor.

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Rechtsanwalt Erkan Altun vertritt den Angeklagten Viktor K.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover . Er hatte seinem Sohn, so die gestrige Aussage des 53-Jährigen vor dem Landgericht Hannover, einen Gefallen tun wollen: Er sollte in einem Kosmetikstudio nahe dem Bratwurst-Glöckle aufpassen, dass der wütende Freund der Besitzerin nichts entwendete. Doch dann überfielen ihn mehrere Männer in dem Laden in der Schmiedestraße, traten und schlugen auf ihn ein. Das Opfer erlitt lebensbedrohliche Schädelverletzungen sowie Brüche von Nasenbein, Jochbein und Kiefer. Nun müssen sich drei Männer, alle aus Kasachstan stammend, wegen schweren Raubs und gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Laut Anklage wurden aus dem Beautystudio ein Ultraschallgerät zur Zerstörung von Fettzellen (Wert 28.000 Euro), zwei Laptops und fünf Sätze von BMW-Schlüsseln und Fahrzeugpapieren geraubt; die Besitzerin betrieb neben dem Kosmetikladen auch noch einen Exporthandel für Kraftfahrzeuge. Zudem fehlten dem Opfer seine beiden Handys.

Wie der Ingenieur vor der 12. Großen Strafkammer unter Vorsitz von Michael Schweigert aussagte, sei er am Vorabend mit seinem Sohn in die Wohnung der Ladenbesitzerin gefahren. Dort habe er einen Streit zwischen der Frau und ihrem Freund miterlebt - Viktor K., einer der drei Männer auf der Anklagebank. Als er sich eingemischt habe, so der 53-Jährige, sei er von K. geschlagen worden. Später hätten ihn die Frau und sein Sohn gebeten, auf den Laden aufzupassen. Die Inhaberin fürchtete, dass sich ihr wütender Freund an ihrer Habe vergreifen würde, wollte denn auch am nächsten Tag die Schlösser austauschen. Daraufhin fuhr der Ingenieur ins Studio, wo er nachts gegen 4.30 Uhr ankam und in einem Sessel einschlief. Kurz nachdem er Geräusche an der Tür gehört hatte, wurde er zusammengeschlagen; einer der Täter drohte: „Wir fahren dich in den Wald und graben dich ein.“ Doch letztendlich ließen ihn die Männer laufen. Wie das Opfer sagte, seien die drei Angeklagten eindeutig die Täter gewesen. Seine Anwältin Antje Heister stellte den Antrag, dass diese ihrem Mandanten ein Schmerzensgeld von 12 000 Euro zahlen sollen.

Viktor K. (39), Denis D. (35) und Andrej S. (35) machten am Freitag keine Aussage. Ihre Verteidiger bestreiten, dass ihre Mandanten die Tat begangen haben. Tatsächlich drängte sich am ersten Verhandlungstag der Eindruck auf, dass das Gericht in den Folgesitzungen noch etliche Unklarheiten beseitigen muss.

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