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Bewährungsstrafe für unbezahlte Taxifahrt

Amtsgericht Bewährungsstrafe für unbezahlte Taxifahrt

Zwei Männer haben für eine aus dem Ruder gelaufene Zechprellerei in einem Taxi bitter bezahlen müssen. Ein Schöffengericht am Amtsgericht Hannover erkannte sie schuldig, einen räuberischen Überfall in einem minder schweren Fall, eine Körperverletzung und einen Betrug begangen zu haben.

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Daniel S. (l.) mit Verteidigerin Sabine Stromburg und Timo K. mit Verteidiger Michael Tusch.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Timo K. (25) und Daniel S. (24) wurden zu einer Bewährungsstrafe von jeweils 15 Monaten verurteilt. K. muss zudem 1400 Euro an die Opferorganisation Weißer Ring bezahlen, S. 600 Euro.

Die beiden Männer hatten sich vergangenen Mai an einem Sonnabendmorgen gegen 4 Uhr am Raschplatz in ein Taxi gesetzt. Ihr Ziel: Der Aldi-Parkplatz an der Anderter Straße in Misburg-Süd. Doch schon unterwegs schrieben sie sich mit ihren Handys über Whatsapp fleißig Nachrichten, dass sie die Zeche prellen wollten. Sie hatten in der Innenstadt so ausgiebig gefeiert, dass sie pleite waren.

Auf dem Parkplatz dann, so die Aussage des Taxifahrers, umklammerte Daniel S. den 53-Jährigen von hinten, während Timo K. einen halbherzigen Versuch unternahm, an die in der Fahrertür steckende Geldbörse heranzukommen. Weil sich der Taxifahrer wehrte und den noch langsam rollenden Wagen abwürgte, erschraken die Männer und brachen ihren Raubversuch ab. Sie stürmten in verschiedene Richtungen davon, bei der Verfolgung stürzte der Fahrer zu Boden. Allerdings bekam der 53-Jährige mit, welches nur 200 Meter vom Parkplatz entfernte Haus die Täter betraten. Insofern hatte die Polizei bei ihren Ermittlungen leichtes Spiel.

Die beiden Täter stehen beide in Lohn und Brot, der eine ist gelernter Bürokaufmann, der andere befindet sich gerade in der Ausbildung, um diesen Beruf zu erlernen. Wie sie beteuerten, hätten sie den Taxifahrer lediglich um seine Zeche prellen, ihn aber nicht überfallen wollen. Verteidiger Michael Tusch wies auf Widersprüche in den Aussagen des Fahrers hin, der sich möglicherweise so sehr über die Betrugstat geärgert habe, dass er in einer ersten Aufwallung einen Überfall hinzugedichtet habe. „Die beiden waren betrunken, und sie haben die Zechprellerei auf der Fahrt nach Misburg wie Schuljungen geplant“, so Tusch.

Doch mochte die Kammer unter Vorsitz von Amtsrichter Burkhard Littger nicht glauben, dass es überhaupt keinen Raubversuch gab. Der Taxifahrer habe in keiner Weise versucht, seine damaligen Kunden über Gebühr zu belasten, habe das Geschehen vor Gericht sogar heruntergespielt. Auch wenn K. und S. den Überfall nicht geplant hätten, seien sie doch auf „die selten dämliche Idee“ gekommen, noch etwas mehr als die 28 Euro teure Fahrt herauszuschlagen. „Nüchtern“, sagte Littger zu den jungen Männern, „wäre Ihnen das sicher nicht passiert.“

Die Verteidiger Sabine Stromburg und Michael Tusch wollen das Urteil nicht akzeptieren. Sie kündigten an, Berufung einzulegen.

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