Volltextsuche über das Angebot:

22°/ 16° Gewitter

Navigation:
Bezirksrat lehnt Herrenhausen-Kompromiss ab

Schlossküche Bezirksrat lehnt Herrenhausen-Kompromiss ab

Ein Jahr lang hat die Stadtspitze mit den Eigentümern der „Schlossküche Herrenhausen“ und der Volkswagenstiftung , um einen Kompromiss im Streit um die Gastronomie in Herrenhausen zu erzielen. Das Ergebnis aber ist jetzt schon im ersten Anlauf durchgefallen - zumindest beim zuständigen Bezirksrat.

Voriger Artikel
300.000 Euro fürs Feudeln in der City
Nächster Artikel
Nur beim Laden gibt´s Probleme

Zankapfel Schlossküche: Die Mehrheit des Bezirksrates hat Sorge, dass Herrenhausen niemals den Status eines Weltkulturerbes erhält, wenn jetzt ein moderner Neubau errichtet wird.

Quelle: Hagemann

Hannover. Die Mehrheit des Gremiums hat Sorge, dass Herrenhausen niemals den Status eines Weltkulturerbes erhält, wenn jetzt ein moderner Neubau errichtet wird. Genau das aber hatte die Stadt der VGH als Eigentümerin der „Schlossküche“ zusichern müssen, damit diese ihre Klage gegen die neuen Schlossverträge zurückzieht.

Der Neubau soll im historischen Feigengarten entstehen. Geplant ist dort ein größerer Veranstaltungsraum mit einer modernen Toilettenanlage für das Restaurant „Schlossküche“. Dafür soll das gläserne Feigenhaus abgerissen werden. Es besitzt zwar selbst keinen Denkmalwert, genau nebenan befinden sich aber historische Erdgewächshäuser. „Die sind eine Attraktion und müssen unbedingt weiterhin für Besucher zugänglich sein“, begründet CDU-Fraktionschef Wolfgang Neubauer seine Ablehnung. Vor allem aber müsse, bevor die Kommunalpolitik grünes Licht gebe, ein Gutachten der Landesdenkmalpflege zu dem Vorhaben vorliegen. Das hat die Stadt zwar in Aussicht gestellt, sie kann es aber noch nicht vorweisen.

Die CDU hat im Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken keine Mehrheit. Dort betreibt die neunköpfige SPD-Fraktion eine Art Minderheitsregierung gegen die zehn anderen Bezirksratsmitglieder. „Wir von der SPD haben das Vorgehen der Stadt unterstützt“, sagt der stellvertretende Bezirksbürgermeister Karlheinz Mönkeberg (SPD). „Alle Beteiligten haben sich außergerichtlich geeinigt, da sehen wir keinen Anlass, uns dem entgegenzustellen.“ Die Abstimmung selbst aber sei dann „irgendwie chaotisch“ gewesen, berichtet auch CDU-Mann Neubauer. Erst sei von der Mehrheit der Antrag der CDU abgelehnt worden, die Abstimmung zurückzustellen, bis die Stellungnahme der Landesdenkmalbehörden vorliegt. Dann aber habe sich auch keine Mehrheit für die SPD-Haltung gefunden, dem von der Stadt ausgehandelten Kompromiss zuzustimmen. Am Ende war alles abgelehnt.

Die Stadtverwaltung nimmt den Vorgang gelassen. „Wir warten die weitere Diskussion in den politischen Gremien ab“, sagt Stadtsprecherin Konstanze Kalmus. Als nächstes befassen sich die Kultur-, Wirtschafts- und der Bauausschüsse des Rates mit dem Thema. Überall hat Rot-Grün stabile Mehrheiten. Mit einer Zustimmung darf also gerechnet werden. Trotzdem wird mit Spannung erwartet, was die Landesdenkmalpflege zum geplanten Neubau an dem historischen Ort sagt. Die VGH hat angekündigt, ihre derzeit ruhende Klage erst zurückzuziehen, wenn alle Verträge unterschrieben sind.

Conrad von Meding und Kristian Teetz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Herrenhausen
Der Streit hatte lange die Freude über das neue Schloss überschattet.

Ein Café im Arne-Jacobcen-Foyer, ein Neubau im Feigengarten und ein Ende im Schlossstreit: Am Dienstag hat die Stadt die neuen Verträge für die Gastronomie in den Herrenhäuser Gärten vorgelegt. Nur der Rat muss noch zustimmen.

mehr
Mehr Aus der Stadt
So stylt sich Hannover

Wie stylisch kleiden sich die Hannoveraner? Die Modebloggerinnen von GGSisters schauen sich jede Woche für die HAZ in der City und auf Events in der Stadt um.

Sie wollen auch einen kleinen Beitrag leisten, um Flüchtlingen in der Region zu helfen? Dann sind Sie hier genau richtig. Das HAZ-Portal "Hannover hilft" bringt freiwillige Helfer aus der Bevölkerung und die professionellen Hilfsorganisationen zusammen – damit die Hilfe dort ankommt, wo sie benötigt wird. mehr

Anzeige
125 Jahre Stadtfriedhof Stöcken

Zum 125-jährigen Jubiläum stellt der Stadtfriedhof Stöcken ein Programm vor und zeigt besonders historische Orte.