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Aus der Stadt Bezirksrat lehnt Herrenhausen-Kompromiss ab
Hannover Aus der Stadt Bezirksrat lehnt Herrenhausen-Kompromiss ab
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00:15 06.02.2014
Von Conrad von Meding
Zankapfel Schlossküche: Die Mehrheit des Bezirksrates hat Sorge, dass Herrenhausen niemals den Status eines Weltkulturerbes erhält, wenn jetzt ein moderner Neubau errichtet wird. Quelle: Hagemann
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Hannover

Die Mehrheit des Gremiums hat Sorge, dass Herrenhausen niemals den Status eines Weltkulturerbes erhält, wenn jetzt ein moderner Neubau errichtet wird. Genau das aber hatte die Stadt der VGH als Eigentümerin der „Schlossküche“ zusichern müssen, damit diese ihre Klage gegen die neuen Schlossverträge zurückzieht.

Der Neubau soll im historischen Feigengarten entstehen. Geplant ist dort ein größerer Veranstaltungsraum mit einer modernen Toilettenanlage für das Restaurant „Schlossküche“. Dafür soll das gläserne Feigenhaus abgerissen werden. Es besitzt zwar selbst keinen Denkmalwert, genau nebenan befinden sich aber historische Erdgewächshäuser. „Die sind eine Attraktion und müssen unbedingt weiterhin für Besucher zugänglich sein“, begründet CDU-Fraktionschef Wolfgang Neubauer seine Ablehnung. Vor allem aber müsse, bevor die Kommunalpolitik grünes Licht gebe, ein Gutachten der Landesdenkmalpflege zu dem Vorhaben vorliegen. Das hat die Stadt zwar in Aussicht gestellt, sie kann es aber noch nicht vorweisen.

Die CDU hat im Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken keine Mehrheit. Dort betreibt die neunköpfige SPD-Fraktion eine Art Minderheitsregierung gegen die zehn anderen Bezirksratsmitglieder. „Wir von der SPD haben das Vorgehen der Stadt unterstützt“, sagt der stellvertretende Bezirksbürgermeister Karlheinz Mönkeberg (SPD). „Alle Beteiligten haben sich außergerichtlich geeinigt, da sehen wir keinen Anlass, uns dem entgegenzustellen.“ Die Abstimmung selbst aber sei dann „irgendwie chaotisch“ gewesen, berichtet auch CDU-Mann Neubauer. Erst sei von der Mehrheit der Antrag der CDU abgelehnt worden, die Abstimmung zurückzustellen, bis die Stellungnahme der Landesdenkmalbehörden vorliegt. Dann aber habe sich auch keine Mehrheit für die SPD-Haltung gefunden, dem von der Stadt ausgehandelten Kompromiss zuzustimmen. Am Ende war alles abgelehnt.

Die Stadtverwaltung nimmt den Vorgang gelassen. „Wir warten die weitere Diskussion in den politischen Gremien ab“, sagt Stadtsprecherin Konstanze Kalmus. Als nächstes befassen sich die Kultur-, Wirtschafts- und der Bauausschüsse des Rates mit dem Thema. Überall hat Rot-Grün stabile Mehrheiten. Mit einer Zustimmung darf also gerechnet werden. Trotzdem wird mit Spannung erwartet, was die Landesdenkmalpflege zum geplanten Neubau an dem historischen Ort sagt. Die VGH hat angekündigt, ihre derzeit ruhende Klage erst zurückzuziehen, wenn alle Verträge unterschrieben sind.

Conrad von Meding und Kristian Teetz

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