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Aus der Stadt Biergarten "Dornröschen" steht vor dem Aus
Hannover Aus der Stadt Biergarten "Dornröschen" steht vor dem Aus
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00:20 27.06.2015
Von Rüdiger Meise
Nach dem Tod von Christa Reinhardt ist das Fachwerkensemble verwaist. Quelle: Marta Krajinović
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Hannover

Mit einer Traueranzeige in der HAZ verabschiedete sie sich „nach 60 Jahren Verantwortung fürs Dornröschen“ von ihren Gästen – sie hatte verfügt, dass die Anzeige nach ihrer Beerdigung in der HAZ erscheint.

Seit 1875 gibt es die Wirtschaft in Herrenhausen – und manche Hannoveraner erzählen noch heute, wie sie die Übertragung des WM-Finales von 1954 hier erlebt haben. Doch heute scheint der Biergarten, der so viel Fröhlichkeit ausstrahlen kann, Trauer zu tragen: Die Gebäude verwaist, Laub auf den Holztischen und Wegen, und die mächtigen Baumkronen werfen düstere Schatten auf die Terrasse.

Im Herbst, kurz nachdem Christa Reinhardt das „Dornröschen“ wie üblich über die Wintermonate geschlossen hatte, bekam sie die Diagnose: Krebs im Endstadium. Eine langjährige Freundin, die ihren Namen nicht veröffentlichen möchte, erzählt, wie hart sie diese Nachricht traf. „Aber am Ende organisierte sie alles selbst – ihr Begräbnis, Formalitäten, die Traueranzeige.“ Darin bedankt sie sich bei ihren Gästen und Wegbegleitern. „Durch Sie alle ist dies ein friedvoller Platz mitten in Hannover geblieben.“

Christa Reinhardt war hier seit 1954 zu Hause

Was die Künstlerin und Lebenskünstlerin nicht zu regeln vermochte, ist ihre Nachfolge im „Dornröschen“. Seit 1954 war Christa Reinhardt hier zu Hause. Ob sich ein neuer Betreiber findet, ist unklar. Denn dieser müsste erheblich in die Gastronomie in dem alten Fachwerkhaus investieren, um Behördenauflagen zu erfüllen, sagt ein Sprecher der Stadt.

Christa Reinhardt wurde 79 Jahre alt. Am vergangenen Wochenende ist sie im engen Freundeskreis auf dem Stöckener Friedhof beigesetzt worden.

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