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Ist eine Bomben-Taskforce nötig?

Bilanz der Entschärfung Ist eine Bomben-Taskforce nötig?

Die Bombenräumung hat am Sonntag Langenhagen und Hannovers Norden in Atem gehalten hat – auch, weil nicht alles glatt lief in der Vorbereitung. Schon die Entschärfung eines Blindgängers vor wenigen Monaten in Seelze hatte gezeigt, dass es noch Verbesserungsbedarf bei der Planung solcher Großeinsätze gibt.

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Bombenentschärfer Marcus Rausch mit den beiden Blindgängern, die am Sonntag in Langenhagen unschädlich gemacht wurden.

Quelle: Uwe Dillenberg

Hannover. Braucht es möglicherweise eine eigene, regionsweite Organisationseinheit für Bombenräumungen? Die HAZ beantwortet die wichtigsten Fragen:

Warum gab es bei der Bombenräumung in Langenhagen unterschiedliche Informationen über den Zeitpunkt der Vollsperrung der A 2?

Nach der Entdeckung des Verdachtspunkts auf der Autobahn 2 war klar, dass die Strecke am 19. Juli für eine gewisse Zeit gesperrt werden musste. Für die Bombenräumung allein hätte die Ost-West-Tangente nach Angaben der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau nicht ab 9 Uhr gesperrt werden müssen. Doch zwei Wochen vorher entschlossen sich die Verkehrsplaner dazu, die Bombenräumung für Ausbesserungsarbeiten auf den Fahrbahnoberflächen am Kreuz-Ost zu nutzen. „Wir haben dort fünf kleinere Löcher geflickt, deswegen war die Strecke Richtung Westen am Sonntag bereits ab 9 Uhr gesperrt“, sagte Julia Fundheller von der Landesbehörde für Straßenbau. Warum die Behörde allerdings angegeben hatte, dass auch die Gegenrichtung ab diesem Zeitpunkt gesperrt sein würde, obwohl die Umleitungsstrecken am Sonntag erst um 12 Uhr eingerichtet worden waren, konnte die Behördensprecherin nicht mehr klären.

Warum gab es am Sonntag bei den Betroffenen offenbar unterschiedliche Auffassungen über die Frage, ob die Menschen ihre Wohnungen bis oder ab 9 Uhr verlassen mussten?

Die Stadt Langenhagen habe immer kommuniziert, dass die Betroffenen das Evakuierungsgebiet erst ab 9 Uhr verlassen mussten. „Einige Medien haben aber veröffentlicht, das Gebiet müsse bis 9 Uhr geräumt sein“, sagte Stadtsprecherin Juliane Stahl.

Wer ist bei Bombenräumungen für die Organisation eines derartigen Großeinsatzes zuständig?

Grundsätzlich sind die Städte und Gemeinden in der Region die sogenannten Gefahrenabwehrbehörden und als solche auch zuständig für das Management derartiger Lagen. An der Spitze des jeweiligen Einsatzstabes steht der Chef der Verwaltung, also der Bürgermeister. „Wenn eine Kommune in einer solchen Situation Unterstützung von der Region Hannover anfordert, wird sie diese aber sicherlich erhalten“, sagt Regionssprecherin Christina Kreutz. Der Regionspräsident übernimmt dann das Kommando des Einsatzstabes, wenn ein Problem gemeindeübergreifend auftritt, beispielsweise bei Hochwasser.

Warum gibt es keine gemeindeübergreifende Taskforce, die die Bombenräumungen für Kommunen koordiniert?

Weil bisher jede Gemeinde die Hoheit hat. Das sei sinnvoll, sagt Thorsten Bullerdiek vom Städte- und Gemeindebund Niedersachsen. „Wir brauchen sowohl die Ortskenntnis der jeweiligen Verwaltung als auch das Spezialwissen vom Kampfmittelräumdienst“, sagt er. Es sei nicht sinnvoll, den jeweiligen Bürgermeister außen vor zu lassen. „Ein Kapitän eines Schiffes beherrscht auch nicht jeden Handgriff selber, er hat aber die Möglichkeit, alle Ressourcen herbeizuziehen“, sagt Bullerdiek. Ob etwa die Experten der Berufsfeuerwehr Hannover künftig von Umland-Bürgermeistern öfter zurate gezogen werden, blieb am Montag offen. Die Feuerwehr selbst wollte öffentlich zur Frage einer möglichen Bomben-Taskforce nichts sagen.

Ab wann ist die Aral-Tankstelle an der Ecke Vahrenwalder Straße/Heinrich-Heine-Straße wieder geöffnet?

Die Tankstelle steht seit Montag wieder zur Verfügung. Allerdings mussten die Benzintanks zunächst noch wieder aufgefüllt werden. Ab dem frühen Abend gab es an den Zapfsäulen aber wieder Benzin.

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Wieso ist bei einer Bombenräumung immer ein Hubschrauber in der Luft? Und was passiert mit den Bomben nach der Entschärfung? Diese und andere Fragen beantwortet unser Web-Dossier.

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Die Überprüfung von drei möglichen Blindgängerfundorten hat am Sonntag hunderte Einsatzkräfte und 16.000 Bewohner in Langenhagen und den nördlichen Stadtteilen Hannovers in Atem gehalten. Um 9 Uhr begann die Evakuierung, nach der Entschärfung von zwei Blindgängern konnten die Bewohner ab 19.14 Uhr in ihre Wohnungen zurück.

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