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Vertragsstrafe droht

Bis 2013 muss der Umbau des Kröpcke-Centers fertig sein

Von Conrad von Meding

Wie eine Wunde klafft das Kröpcke-Loch mitten in der Stadt, dahinter erhebt sich das Kröpcke-Center als Betonburg. Beides soll nun bald Geschichte sein. Das Loch zur Passerelle soll schon in gut einem halben Jahr geschlossen, das Gebäude selbst bis Ende 2011 umgebaut sein.
Bis 2013 muss der Umbau des Kröpcke-Centers verwirklicht werden.

Bis 2013 muss der Umbau des Kröpcke-Centers verwirklicht werden.

© Handout

Und diesmal hat die Stadt Sicherungen in die Verträge eingebaut, um das Risiko langwieriger Stillstände zu verringern. Bis spätestens Ende 2013 muss das neue Kröpcke-Center endgültig fertig sein, sonst drohen Vertragsstrafen. Tatsächlich wird es einen Baustopp aus Finanzgründen wie aktuell im Ihme-Zentrum wohl nicht geben: Investor Holger Wohner von der Düsseldorfer Centrum Grundstücksgesellschaft hat der Stadt Bescheinigungen der Hessischen Landesbank vorgelegt, dass sein 200-Millionen-Euro-Projekt durchfinanziert ist. Der Zeitplan sei ambitioniert, aber zu bewältigen, sagte Wohner gestern gut gelaunt.

 

Ein Deckel aufs Loch: Wenn die Ratsgremien dem ausgehandelten Vertrag zur Schließung des Kröpcke-Lochs zustimmen, startet ab Mitte März der Umbau auf dem Platz. Zunächst wird eine Hälfte des Lochs entlang der Karmarschstraße geschlossen, dann die andere Hälfte Richtung Mövenpick. Weil sich in den letzten elf Jahren Auflagen zur Traglast und Wünsche zur Gestaltung geändert haben, ist dafür eine neue Baugenehmigung erforderlich. Alles wird vom Investor bezahlt – Gegenleistung dafür, dass er öffentliche Fläche in Anspruch nehmen darf. Wird das Center einmal abgerissen, gehört dieses Grundstück aber weiter der Stadt.

Promenade wird verlängert: Unter dem großen Betondeckel wird dann statt der bisherigen großen Fläche eine Verlängerung der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade ausgebaut, der unterirdische Weg vom Bahnhof gabelt sich vor dem Kröpcke-Center. Der Ausbaustandard entspricht der Promenade, ausgeklügelte Beleuchtung soll Atmosphäre erzeugen.

Neue Geschäfte: Hauptmieter auf künftig vier Etagen bleibt Peek&Cloppenburg, geöffnet ist auch während der Umbauzeit. Oberirdisch soll es sechs weitere Geschäfte zur Karmarsch- und ein Bistro zur Ständehausstraße geben. Unterirdisch werden entlang der verlängerten Niki-Promenade zahlreiche Geschäfte eingerichtet, im Untergeschoss des Kröpcke-Centers werden es rund ein Dutzend sein. Investor Wohner sagt, dass es 131 Anfragen von potenziellen Ladenmietern gebe, mit 50 werde derzeit konkret verhandelt.

Neue Büromieter: Die Büroetage soll für den Umbau des Turms komplett entmietet werden. „Einvernehmliche Gespräche dazu“ liefen, sagt Wohner. Mieter sind bisher vor allem die Katasterbehörden, Anwälte und Praxen.

U-Bahn: Die gut 30 Jahre alte Station Kröpcke bleibt durchgängig erreichbar. Wegen des Umbaus des Gesamtkomplexes muss sie allerdings technisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Aktuelle Brandschutzbestimmungen machen den Einbau von Rauchgasabzügen und anderen Anlagen nötig. Die Kosten teilen sich Investor und Nutzer.

Die Logistik: Noch wird an Details der Baustellenlogistik gearbeitet. Die Zufahrt der Lastwagen erfolgt, wie berichtet, aus Richtung Opernplatz. Abbrucharbeiten laufen vor allem nachts, der Kran wird am Kröpcke aufgestellt.

Die Beschlüsse: Ab nächster Woche tagen etliche Ratsgremien vertraulich, teils in Sondersitzungen. Die Beschlüsse sollen bis März gefasst werden, damit die Stadt den Vertrag unterschreiben kann.

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  • Kröpke Umbau Harka Lasch – 07.10.10
    Hanns Adrian ist an allem Schuld, Wäre er doch in Köln geblieben. Und was ist mit seinem Vorgänger? Wer haßte die hannversche Altstadt so sehr, dass er die Leine-Insel beseitigen und die Wasserkunst in der Karmarschstraße einreißen ließ? Nach dem II.WK fand die englische Verwaltung selten die notwendigen Arbeitskräfte, damit die Kriegsruinen geräumt werden. Man hatte schon angedacht, die städtischen Überreste unter einer Betonschicht zu begraben und die Stadt an einem anderen Ort wieder entstehen zu lassen. Im Laufe von 65 Jahren durften sich Architekten-Ideen wie eine Krankheit ausbreiten. Junge Queckse durften als Absolventen von Leistungskursen den Stadtplan als Spielwiese für ihre Machwerke missbrauchen. Nun entsteht auf dem Kröpke ein zweites Karstadtgebäude. Wie interessant!
    Seit 1971 bin ich in Hannover. Seitdem ist die Stadt nicht schöner geworden, nur chic. Wenn ich eine Jacke kaufen will, und der Verkäufer dient mir, wie er sagt, eine chice Jacke an, verlasse ich den Laden ohne Gruß.
    Hannovers Architektur ist Kommerz und Konsum orientiert. Dass man sich in der Vergangenheit über menschenleere Einkaufsstraßen nach Ladenschluß gewundert hat, ist kein Wunder.
    Mittlerweile hat man sich an das zwielichtige Treiben nach Ladenschluß gewöhnt. Hauptsache, es ist Leben in der Bude.
  • Kröpcke-Center C.Sanderson – 13.02.09
    Ich finde, die Idee die Stadt zu verschönern grundsätzlich gut, da Hannover leider viele Bausünden hat. Nur leider scheinen die Architekten nicht von a nach b zu denken. Es ist zur Zeit ein Trend in Deutschland, immer komplexere größere Einkaufcentren zu bauen.. warum, frag ich mich. Im Grunde wird an dem Stadtbild nicht viel verändert in 30 Jahren wird jeder die E-Center, o. ä. auch als Bausünde abspeisen.. wenn nicht gar schon früher. Man sollte vielleicht wirklich mal überlegen, wie man eine Stadt reizvoll gestalten kann das man auch in ein paar Jahren noch sagt: schön hier. Das man dadurch den Stadtkern - in Deutschland ist das nun mal so, das in der "Innenstadt" viele kleine Geschäfte zufinden sind - zerstört..ist auch relativ logisch.

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