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Aus der Stadt Biwak-Gegner bekennen sich zu Anschlägen
Hannover Aus der Stadt Biwak-Gegner bekennen sich zu Anschlägen
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23:02 05.08.2010
Von Tobias Morchner
Vermummte Täter haben die Lister Polizeistation mit Farbe beschmiert. Quelle: Tim Schaarschmidt

Gegen 1.15 Uhr bemerkte ein Anwohner ein lautes Klirren. Als er aus dem Fenster blickte, sah er zwei dunkel gekleidete Männer, einer von ihnen min kurzer Hose, die in Richtung Lister Kirchweg davon rannten. Die Fenster und die Außenfassade der Polizeistation waren mit schwarzen Farbklecksen übersäht. Offenbar hatten die Täter das Gebäude mit mehreren mit Farbe gefüllten Glasflaschen beworfen.

Die beiden Taten in Linden und in der List richten sich, wie jetzt bekannt wurde, gezielt gegen das Sommerbiwak der 1. Panzerdivision, das am Sonnabend im Stadtpark stattfinden wird. In einem anonymen Bekennerschreiben, das der HAZ vorliegt, heißt es: „Wenn die Polizei mit Demonstrationsauflagen den Widerstand gegen die Bundeswehr mundtot machen will, werden wir uns militant Gehör verschaffen.“ Die Polizei hat den Biwak-Gegnern unter anderem zur Auflage gemacht, die Lautsprecher während eines 30-minütigen Musikzuges entlang des Veranstaltungsgeländes für fünf Minuten vollständig abzuschalten. Begründet wird dies erstmals mit dem Schutz der Gesundheit der eingesetzten Polizisten. Die Organisatoren des Bundeswehr-Protestes hatten gegen diese und weitere Auflagen Klage vor dem Verwaltungsgericht eingereicht, die vom Gericht abgeschmettert wurde. Jetzt ist eine Klage vor dem Oberverwaltungsgericht anhängig.

Die Polizei nimmt die Farbschmierereien an den Gebäuden sehr ernst. „Die Streifen sind zu erhöhter Wachsamkeit angehalten“, sagte eine Polizeisprecherin. Zusätzliche Kräfte würden allerdings wegen der Anschläge nicht eingesetzt. Die Organisatoren der Protestaktionen gegen die Bundeswehr distanzierten sich nach Bekanntwerden des Bekennerschreibens nicht sonderlich nachdrücklich von den Vorfällen. „Es ist definitiv nicht meine Art der Auseinandersetzung, man muss das aber auch nicht zu hoch hängen, sondern ein gewisses Verständnis aufbringen für Jugendliche, die überreagieren“, sagte Brunhild Müller-Reiß vom Friedensbüro Hannover.

Auch im vergangenen Jahr war die Lister Polizeistation Ziel der Biwak-Gegnern. Nach dem Sommerfest beschmierten sie das Gebäude mit roter Farbe. Außerdem zerschlugen sie Scheiben des Kreiswehrersatzamts in Vahrenheide.

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