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Biwak-Gegner protestieren mit Rauchbomben

Bundeswehrgegner Biwak-Gegner protestieren mit Rauchbomben

Mit Rauchbomben, Trillerpfeifen und Schmährufen haben etwa 250 Bundeswehrgegner am Freitagabend ihren Protest gegen das Sommerbiwak zum Ausdruck gebracht. Die Polizei nahm zwei Demonstranten in Gewahrsam, unter anderem wegen des Verstoßes gegen das Vermummungsverbot.

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Mit Plakaten und Rauchbomben verleihen die Bundeswehrgegner ihrem Ärger über das Biwak Ausdruck.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Mit Rauchbomben, Trillerpfeifen und Schmährufen haben etwa 250 Bundeswehrgegner am Freitagabend ihren Protest gegen das Sommerbiwak zum Ausdruck gebracht. Die Polizei nahm zwei Demonstranten in Gewahrsam, unter anderem wegen des Verstoßes gegen das Vermummungsverbot. Gegen eine bislang unbekannte Person wurde Strafanzeige erstattet, weil sie Pyrotechnik geworfen haben soll. Insgesamt sei die Aktion allerdings friedlich verlaufen, urteilte die Polizei.

Gegen 17 Uhr hatten sich die ersten Teilnehmer der Protestbewegung auf dem Theodor-Heuss-Platz eingefunden. Auch in diesem Jahr hatte ein breites Bündnis, an dem unter anderem das Friedensbüro, das Unabhängige Jugendzentrum Kornstraße und zahlreiche andere linke Gruppierungen beteiligt waren, dazu aufgerufen, das Sommerfest der 1. Panzerdivision zu stören. Im Vorfeld hatten die Kritiker der Veranstaltung verlauten lassen, die Aktionen in diesem Jahr würden heftiger ausfallen als bisher. Begründet wurde das Vorhaben damit, dass der 1. Panzerdivision Anfang des Jahres die Aufgaben einer Leitdivision für die Einsätze in Afghanistan übertragen worden war. Aus diesem Grund hatten die Bundeswehrgegener ein Foto auf ein riesiges Banner gedruckt, das General Markus Kneip, den Kommandeur der Division, neben einem schwer verletzten Zivilisten zeigt. Doch letztlich gelang es der Gruppe zu keinem Zeitpunkt, das Fest im Stadtpark zu verzögern oder zu behindern.

Sogar, als sich der Demonstrationszug zweimal durch die Clausewitzstraße bewegte, also direkt am Stadtpark entlang, blieb die Polizei stets Herr der Lage und unterband jeden Übergriffsversuch umgehen. Kritisch wurde es nur dann, wenn die Gäste des Sommerbiwaks aus Ortsunkenntnis ihren Weg zum Eingang des Sommerbiwaks unmittelbar am Pulk der Demonstranten vorbei einschlugen, statt einen großen Bogen um die Gruppe zu machen. In diesen Fällen versuchten die Bundeswehrgegner, die Geladenen zu attackieren. Außerdem wurden regelmäßig Biwak-Besucher lautstark angegangen, die die Stadtbahn an der Haltestelle am Theodor-Heuss-Platz verlassen hatten. Immer wieder musste die berittene Polizei die Gäste vor den Gegenern schützen.

Mit Rauchbomben, Trillerpfeifen und Schmährufen haben etwa 250 Bundeswehrgegner am Freitagabend ihren Protest gegen das Sommerbiwak zum Ausdruck gebracht. Die Polizei nahm zwei Demonstranten in Gewahrsam, unter anderem wegen des Verstoßes gegen das Vermummungsverbot. Gegen eine bislang unbekannte Person wurde Strafanzeige erstattet, weil sie Pyrotechnik geworfen haben soll.

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Die meisten Biwak-Besucher ertrugen die Pöbeleien mit Fassung. Einige machten abwinkende Gesten, einige fertigten per Handy sogar Fotos von der Szenerie an. „Wir leben in einer Demokratie, deshalb sollen sie ruhig protestieren – ich lasse mir dadurch nicht den schönen Sommerabend verderben“, sagte ein Gast, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen wollte.

Dirk Wittenberg, der den Protest mitorganisiert hatte, wertete die Aktion im Anschluss dennoch als Erfolg. „Es waren vielleicht nicht so viel Leute da wie im vergangenen Jahr, trotzdem konnten wir deutlich machen, was uns am Herzen liegt“, sagte er. Zudem übte er Kritik am Vorgehen der Polizei. „Die Beamten sind zunächst relativ unkoordiniert und dann ziemlich hektisch vorgegangen“, sagt Wittenberg.

Bereits in den Wochen vor dem Biwak hatten Gegner der Veranstaltung mit Farbanschlägen öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen. So beschmierten sie sechs Kriegerdenkmale unter anderem in der Eilenriede und in Döhren mit schwarzer Farbe. Zudem verschafften sie sich Zutritt zu einem Mehrfamilienhaus in der Nordstadt, in dem ein junger Reserveoffizier lebt. Im Treppenhaus des Gebäudes beschmierten sie die Wände mit Parolen. Außerdem schütteten sie rote Farbe an die Tür zur Wohnung des 29-Jährigen.

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