Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Blitz-Rekord auf dem Messeschnellweg in Hannover
Hannover Aus der Stadt Blitz-Rekord auf dem Messeschnellweg in Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:15 21.07.2011
An keiner Stelle der Stadt werden mehr Raser erwischt: Etwa 6000 Fahrzeuge werden pro Monat auf dem Messeschnellweg geblitzt – und die Unfallzahlen sinken. Quelle: Rainer Dröse
Anzeige
Hannover

Pro Monat wurden also etwa 6000 Fahrzeuge geblitzt; von Januar bis April waren es monatlich etwa 3900 Fahrzeuge. An keiner Stelle im Stadtgebiet werden mehr Raser erwischt.

Der Blitzer auf dem Westschnellweg in Höhe Limmerstraße löst rund 1000-mal im Monat aus, alle anderen stationären Geschwindigkeitsmessanlagen kommen auf dreistellige Ergebnisse. In den ersten drei Monaten nach der Aufstellung hatte der Blitzer am Messeschnellweg sogar rund 27.000-mal ausgelöst. Die Stadt hatte allerdings erwartet, dass die Autofahrer sich an die Anlage gewöhnen würden und die Zahl drastisch zurückgehen würde. Das aber ist nur bedingt der Fall. „Es gibt weiterhin auffällig viele Geschwindigkeitsverstöße auf dem Messeschnellweg“, sagt Gerd Schöler, Verkehrssicherheitsexperte der Polizeidirektion Hannover.

Die Stadt hatte die Messanlage im vergangenen Jahr in Höhe der Anschlussstelle Weidetorkreisel in Richtung Pferdeturm installiert. Dort war es in den Vorjahren immer wieder zu schweren Kollisionen gekommen, wenn Autofahrer auf den Schnellweg fuhren und sich in den fließenden Verkehr einfädeln wollten. Weil der Beschleunigungsstreifen an dieser Stelle mit etwa 50 Metern knapp bemessen ist, muss der Verkehr auf dem Schnellweg auf 80 Stundenkilometer heruntergebremst werden. Bevor die Stadt den Blitzer aufstellte, hielt sich allerdings nur ein Bruchteil der Autofahrer daran: Eine Untersuchung der Polizei ergab damals, dass 17,5 Prozent der Fahrzeuge mehr als 21 Stundenkilometer zu schnell unterwegs waren.

Ein Vergleich der Unfallzahlen aus den vergangenen Jahren lässt nun einen Trend erahnen: Kam es 2009 noch zu 25 Unfällen, reduzierte sich die Zahl mit Installation des Blitzers im Jahr 2010 auf 18. Seit Jahresbeginn hat die Polizei an der kritischen Stelle bisher lediglich sieben Unfälle aufgenommen. Dabei handelt es sich ausschließlich um Auffahrunfälle, die sich auf der Zufahrt vom Weidetorkreisel zum Messeschnellweg ereigneten. Dort bremsen weiterhin zahlreiche Autofahrer abrupt ab, weil sie nicht darauf eingestellt sind, dass der Beschleunigungsstreifen so kurz ist. Offenbar muss an dieser Stelle nachjustiert werden. „Noch ist es viel zu früh, um wirklich sagen zu können, ob sich die Unfallzahlen durch den Blitzer nachhaltig reduziert haben“, sagt Verkehrssicherheitsexperte Schöler. Eine zuverlässige Auswertung sei frühestens in einem Jahr möglich.

Im gesamten Stadtgebiet gibt es neun stationäre Geschwindigkeitsmesspunkte. Darüber hinaus setzt die Stadt an 20 Ampelanlagen Blitzgeräte ein, um zu überwachen, ob Autofahrer bei Rot über die Kreuzung fahren. Laut Stadtverwaltung summieren sich die Einnahmen, die die Blitzgeräte in die Kasse spülen, auf jährlich rund zwei Millionen Euro. „Damit können wir gerade die Kosten für diese Kontrollmaßnahmen decken“, sagt Stadtsprecher Andreas Möser.

Stationäre Blitzer in Hannover

Im Stadtgebiet Hannover gibt es neun stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen. Sie sind jedoch nicht immer alle in Betrieb, da die Stadt nur vier Kameras für die Blitzkästen besitzt.
An diesen Stellen wird die Geschwindigkeit überprüft:

  • An der Hildesheimer Straße in Höhe des Döhrener Turms in Richtung Süden.
  • Am Westschnellweg in Höhe der Anschlussstelle Limmerstraße in Richtung Stöcken.
  • Am Bischofsholer Damm zwischen Freundallee und Heiligengeiststraße in beiden Richtungen.
  • An der Mecklenheidestraße in Höhe des VW-Werks in beiden Richtungen.
  • An der Nienburger Straße zwischen Kniggestraße und Callinstraße in beiden Richtungen.
  • An der Karl-Wiechert-Allee auf der Brücke in Richtung der Kirchröder Straße.
  • Am Messeschnellweg, Höhe Weidetorkreisel in Richtung Pferdeturm.

Darüber hinaus setzt die Stadt einen mobilen Blitzer ein. Das Gerät ist inzwischen an 280 Stellen in der Stadt eingemessen worden und kann dort umgehend eingesetzt werden.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Die Stadt Hannover nimmt Mitte August ein neues stationäres Geschwindigkeitsüberwachungsgerät in Betrieb. Derzeit wird der Blitzer am Messeschnellweg in Höhe des Weidetorkreisels in Fahrtrichtung Pferdeturm installiert. „Der Standort ist auf Empfehlung der Unfallkommission ausgewählt worden“, sagte Stadtsprecher Andreas Möser.

27.07.2010

Die Vertreter der rot-grünen Ratsmehrheit sind sich einig: Die Stadt Hannover soll sich ein zweites mobiles Geschwindigkeitsmessgerät anschaffen, um noch härter gegen Raser vorgehen zu können. „Es kann nicht angehen, dass Straßen wie der Friedrichswall als Rennstrecken benutzt werden“, sagte Michael Dette von den Grünen.

Andreas Schinkel 18.08.2010

Die Blitzanlage auf dem Westschnellweg in Höhe der Zufahrt Limmerstraße ist defekt und wurde von der Stadt Hannover kürzlich abmontiert. Aber bereits Anfang Juli soll das Gerät wieder installiert werden. „Der Blitzer ist nötig, um die Verkehrssicherheit an dieser Stelle zu gewährleisten“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix.

17.06.2011

Eine Woche nach dem Stromausfall in Hannover sind die genaue Ursache und die Schadenshöhe noch unklar. Der Blackout wurde durch eine Doppelpanne in einem Kohlekraftwerk und einem Umspannwerk ausgelöst. Der Ausfall einer Kupplerstation im Umspannwerk bei Mehrum wird zurzeit noch von Technikern untersucht.

20.07.2011

Berichte über sexuellen Missbrauch im Feriencamp sorgen für Verunsicherung – vor allem bei den Betreuern. Gerade jetzt zur Ferienzeit haben Eltern und Betreuer Angst, etwas falsch zu machen.

20.07.2011

Der Schlüssel ist nicht mehr zu finden, doch das soll er auch nicht: Die Vorhängeschlösser am grünen Brückengeländer im Maschpark sollen sich nicht mehr öffnen – sie symbolisieren die Liebe. Immer mehr Hannoveraner pflegen diesen Brauch.

20.07.2011
Anzeige