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Boehringer-Besetzer siedeln in Lauben um

Aktivisten Boehringer-Besetzer siedeln in Lauben um

Die Boehringer-Besetzer suchen eine Alternative zum Zeltlager: Einige der Tierschutzaktivisten sind jetzt in die leer stehenden Kleingartenlauben im rückwärtigen Teil des Geländes vorgerückt.

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Besetzerin Lara und ihre Mitstreiter vor dem Hauptquartier „Lapedudel“.

Quelle: Foto: Rainer Surrey

Etwa zehn der 38 Gärten, die seit einem halben Jahr brachliegen, haben sie „umgenutzt“ und sich in den ramponierten Häuschen mehr oder weniger wohnlich eingerichtet – mit Möbeln vom Sperrmüll und einschlägigen Protestplakaten. „Wir suchen Kontakt zu den Kleingärtnern, die wegen Boehringer gehen mussten“, sagt Besetzerin Lara. Dass diese sich mit den Protestlern solidarisieren, nachdem der Impfstoffhersteller sie finanziell entschädigt hat, glauben die jungen Leute aber selber nicht so recht.

Beim etablierten Sonntagsbrunch für die Kirchröder Anwohner jedenfalls fehlen frühere Laubenpieper. Dafür sind Mitglieder der Bürgerinitiative gegen 
Boehringer turnusmäßig vertreten. Man habe ein neues Papier für den Oberbürgermeister vorbereitet, um die eigenen Argumente und die der Besetzer zusammenzufassen, erklärt Anlieger Rainer Gith. Mehr als 7000 Unterschriften wolle man Weil nach der politischen Sommerpause Ende August überreichen.

Die Besetzer sehen sich unterdessen offenbar in der Pflicht, auf dem Gelände aufzuräumen. Die wilden Müllkippen, die nach dem Abzug der Kleingärtner entstanden sind, haben sie nach und nach abgetragen – fein säuberlich nach Wertstoffen getrennt. „Wir haben 30 Liter Altöl und jede Menge alte Mofas entsorgt“, sagt Aktivist Jakob. In einer Laube, die er und seine Mitstreiter instand gesetzt und auf den Namen „Lapedudel“ getauft haben, ist eine Art Kommandozentrale entstanden. Dort wird im allabendlichen Plenum basisdemokratisch über künftige Aktionen diskutiert. Von dem „Straßentheater“, das die Besetzer am Sonnabend auf dem Platz der Weltausstellung in der City aufführten, nahmen die Passanten allerdings nur sporadisch Notiz.

An anderer Stelle wird ebenfalls diskutiert. Im Klubhaus der Kolonie „Gartenheim“, zu der noch mehr als 200 verpachtete Parzellen gehören, sitzen Vereinsmitglieder beim Sonntagsfrühschoppen zusammen. Von den Besetzern distanzieren sie sich deutlich: „Die haben uns zwei Handys geklaut“, sagt einer aus der Runde. Eine Kleingärtnerin, die weiter hinten ihr Grundstück pflegt, sieht das anders: „Was die jungen Leute machen, ist doch ganz vernünftig. Die haben hier wenigstens den ganzen Müll weggeräumt.“ Auch einige Eltern der Besetzer schauen auf dem Gelände ab und zu nach dem Rechten. „Dass unser Sohn sich engagiert, finden wir gut“, sagt ein Ehepaar aus der Nähe von Hildesheim. „Früher haben wir schließlich auch gegen Gorleben und den Nato-Doppelbeschluss demonstriert.“ Ihre Namen möchten sie aber nicht in der Zeitung lesen: „Wir sind beide im Landesdienst.“

von Juliane Kaune 
und Gunnar Menkens

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