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Aus der Stadt Boehringer darf Tierlabor bauen
Hannover Aus der Stadt Boehringer darf Tierlabor bauen
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21:59 15.06.2010
Von Mathias Klein
Quelle: Martin Steiner (Archiv)

Das staatliche Gewerbeaufsichtsamt hat dem Pharmakonzern Boehringer die gentechnische Baugenehmigung für das umstrittene Tierversuchslabor erteilt. Das hat der Leiter des Gewerbeaufsichtsamts, Bernd Reese, am Dienstag auf Anfrage mitgeteilt. Mit der gentechnischen Genehmigung gilt auch die Genehmigung des städtischen Bauamts als erteilt, diese war bereits vor einigen Wochen an das Gewerbeaufsichtsamt gesandt worden. Boehringer will am Rande Kirchrodes für 40 Millionen Euro ein Tierversuchslabor bauen, in dem an Schweinen Impfstoffe erforscht werden sollen.

Das Pharmaunternehmen aus Ingelheim in Rheinland-Pfalz will mit den Bauarbeiten zügig beginnen, sagte Unternehmenssprecherin Heidrun Thoma. Schon in den kommenden Wochen werde der offizielle Baustart sein, meinte sie. „Der Auftrag an die Baufirma ist vergeben“, sagte Thoma am Dienstag. Ende 2011 soll das Gebäude fertig sein, im Jahr 2012 will Boehringer den Forschungsbetrieb aufnehmen. Ein Team von Wissenschaftlern soll dort dann bis zu 1000 Schweine infizieren um Impfstoff zu entwickeln. Bei Bedarf sollen die Forschungen auch auf Rinder ausgeweitet werden.

Derzeit laufen auf dem Gelände Arbeiten zur Vorbereitung, berichtete die Unternehmenssprecherin. Arbeiter seien im Moment dabei, Drainagen zu bauen, um das Baufeld trocken zu legen. Außerdem werde nach möglichen Kampfmitteln auf dem Areal gesucht. Seit einigen Tagen stehen dort Baucontainer.

Das Grundstück ist mit einem Metallzaun und Stacheldraht gesichert, Wachleute sind aus Angst vor Protesten rund um die Uhr auf dem Gelände. „Wir hoffen, dass es nicht zu weiteren Protesten kommt“, sagte die Unternehmenssprecherin am Dienstag. Im vorigen August hatte ein Gruppe radikaler Tierschützer das Gelände wochenlang besetzt gehalten, sechs von ihnen müssen sich deswegen derzeit vor Gericht verantworten. Im März hatten unbekannte Gegner des Tierversuchszentrums eine gefälschte Hauswurfsendung verteilt, in der Boehringer als Absender genannt wurde. In dem Brief wurden die Empfänger unter anderem gebeten, ihre Haustiere zu Testzwecken zur Verfügung zu stellen.

Außerdem läuft ein Klage von zwei Anwohnern vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg. Sie stützen sich auf ein Gutachten, in dem es heißt, dass Boehringer nicht in direkter Nähe von Wohnungen mit Krankheitserregern experimentieren darf.

Zunächst hatte der Pharmariese ein identisches Tierversuchszentrum in Tübingen geplant. Nach massiven Protesten hatte Boehringer dort seine Pläne aber wieder aufgegeben.

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