Navigation:
HAZ-Shop AboPlus Online-ServiceCenter
Vergleichsverhandlungen

Boehringer stellt Gentests zurück

Von Conrad von Meding

Überraschender Etappensieg für die Gegner der Boehringer-Ansiedlung in Kirchrode: Beim Erörterungstermin am Freitag vor dem Verwaltungsgericht vereinbarten die Parteien, die Einigung in einem außergerichtlichen Vergleich herbeiführen zu wollen.
Foto: Die Gegner der Boehringer-Ansiedlung haben einen Etappensieg errungen.

Die Gegner der Boehringer-Ansiedlung haben einen Etappensieg errungen.

© Michael Thomas (Archivbild)

Hannover. Boehringer versprach, bis zum Beginn der Verhandlung Ende Februar den Betrieb der gentechnischen Forschung nicht aufzunehmen. Das Unternehmen bestätigte diese Zusage am Abend gegenüber der HAZ. Bisher hatte der Zeitplan vorgesehen, den Forschungsbetrieb zum Jahresbeginn aufzunehmen. Die Mitarbeiter beziehen die Büros und Labore bereits in Kürze.

Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim siedelt in Hannover an der Tierärztlichen Hochschule sein Europäisches Forschungszentrum für Tierimpfstoffe an. Dort sollen Viren gentechnisch so verändert werden, dass damit Epidemien in der Tierzucht verhindert werden können. Gegner gibt es nicht nur bei Tierschützern, sondern auch bei Anwohnern in Kirchrode. Sie fürchten außer Gestank und Lärm, dass genetisch verändertes Material Krankheiten auslöst, wenn es – etwa bei Störfällen – die Anlage verlässt. Eine Klage gegen die Baugenehmigung verloren die Gegner vor dem Oberverwaltungsgericht und haben jetzt Revision beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt. Parallel dazu klagen sie jetzt gegen das Gewerbeaufsichtsamt wegen der gentechnischen Genehmigung. Die Kammer des Verwaltungsgerichts soll beim Erörterungstermin fundierte kritische Fragen gestellt haben. Noch aber ist über die Zulässigkeit der Klage nicht entschieden. Die Gegner haben an Boehringer vor allem drei Forderungen:

  • Spätere Änderungen am Forschungsbetrieb sollen nur mit öffentlicher Beteiligung ermöglicht werden – entweder in einem formellen Genehmigungsverfahren oder durch Begleitung eines Gremiums ähnlich der Fluglärmkommission.
  • In der Genehmigung soll Boehringer offiziell zum Einbau kostspieliger H-14-Filter verpflichtet werden – bisher sind nur H-13-Filter vorgeschrieben.
  • Die Forschung soll reduziert werden auf Erreger, die nach unstrittiger wissenschaftlicher Meinung nicht auf Menschen übergreifen können („Speziessprung“), auch soll nur an einheimischen, nicht aber etwa an asiatischen Erregern geforscht werden.

Die „Bürgerinitiative gegen Tierversuche in Wohngebieten“, die die Kläger unterstützt, informierte am Freitag ihre Mitglieder über die Entwicklung. Ihr Anwalt Eckhard David wollte gegenüber der HAZ noch keine Bewertung abgeben. „Wir haben mit Boehringer vereinbart, jetzt kein Öl ins Feuer zu gießen.“ Auch Boehringer-Sprecher Matthias Kagerbauer verwies auf Vertraulichkeit. Er betonte aber, dass das Unternehmen außer dem Versprechen, bis Ende Februar keine Genversuche zu starten, keine Zusagen gemacht habe. Richtig sei, dass die Bedingungen möglicher späterer Genehmigungsänderungen und die Frage des Filterstandards Teil der Vergleichsverhandlungen seien. Eine Einschränkung des Kreises von Erregern, an denen geforscht werde, sei hingegen für Boehringer kein Thema: „Das fordern nur die Kläger.“ Ein Termin für die Verhandlung im Februar steht noch nicht fest.

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Meistgelesene Hannover-Artikel

Anzeige

Videos aus Hannover

Kennen Sie Hannover?

Hannover von oben: Das neue Rathaus.

Aus der Vogelperspektive sehen bekannte Orte ganz anders aus. Wie gut kennen Sie Hannover? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Bilderrätsel.

Tipp für Vereine: Homepage aktuell halten

myheimat - Das Mitmachportal der Heimatzeitungen in HAZ und Neuer Presse

Viele Vereine kennen das Problem: Die eigene Internetseite ist veraltet, weil die Zeit dafür fehlt. Mit dem Mitmachportal unserer Zeitung lassen sich Pressearbeit und Pflege der Vereinshomepage in einem Schritt erledigen.

Anzeige

Welcher Stadtteil ist gemeint?

Stadtteilrätsel

Wie gut kennen Sie Hannover? Woche für Woche präsentieren wir Ihnen an dieser Stelle ein neues Rätsel. Beantworten Sie die Fragen und schicken Sie das Lösungswort an die Redaktion. Viel Spaß beim Rätseln!

Hannover in Zahlen

Hannover in Zahlen
  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 521.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
    30159 Hannover
    Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stephan Weil (SPD)


Top