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Boehringer will Besetzer weiter dulden

Protestaktion Boehringer will Besetzer weiter dulden

Die Besetzer auf dem Boehringer-Gelände harren aus. Auch am Freitag hielten die gut 20 jungen Leute in ihrem Zeltlager die Stellung – und erneuerten die Ankündigung, ihre „gewaltfreie“ Protestaktion gegen das geplante Impfstoffzentrum auf unbestimmte Dauer fortzusetzen.

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Die jungen Besetzer haben es sich auf dem Boehringer-Gelände gemütlich gemacht.

Quelle: Martin Steiner

Zumindest in absehbarer Zeit werden sie wohl nicht daran gehindert: Boehringer und die Stadt erklärten am Freitag, sie würden bis auf Weiteres bei ihrer Haltung bleiben und die Tierschutzaktivisten dulden.

Am Donnerstag, dem ersten Tag der Besetzung, war noch ein Großaufgebot der Polizei angerückt, um eine Räumung vorzubereiten. Doch Grundstücksbesitzer Boehringer entschied sich dagegen – weil die Aktivisten, die sich keiner politischen Gruppierung oder Tierschutzorganisation zurechnen lassen wollen, sich friedlich gezeigt hätten. „Wir werden die Situation in Absprache mit Stadt und Polizei aber genau beobachten“, sagt Firmensprecherin Heidrun Thoma. Den Einsatz am Donnerstag haben nach eigenen Angaben weder Boehringer noch Stadt initiiert. Offenbar hatte es Hinweise von Anwohnern gegeben.

Die Stadt werde nur einschreiten, wenn es zu Rechtsverstößen kommt, erklärt Sprecher Dieter Sagolla. Ob bereits ein Vergehen vorliegt, stellt sich am Montag heraus. Dann erstatten die städtischen Baumschützer Bericht – sie haben die unter Naturschutz stehende Eiche auf dem Brachgelände begutachtet, in der die Besetzer ein Baumhaus gebaut haben.

Schüler und Studenten haben das Boehringer-Gelände in Bemerode besetzt.

Schüler und Studenten haben das Boehringer-Gelände in Bemerode besetzt.

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Die Eiche liegt auch der Ratsfraktion der Grünen am Herzen, die dem Boehringer-Projekt ebenso zugestimmt hat wie SPD, CDU und FDP. Die grüne Ratsfrau Regine Kramarek spricht vor Ort von einem „legitimen Protest“. Gleichwohl mahnt sie die Tierschützer, sorgsam mit Flora und Fauna auf dem Grundstück umzugehen. Für den heutigen Sonnabend hat die Landtagsfraktion der Linken einen Besuch angekündigt. Kramarek rechnet nicht damit, dass Boehringer die Demonstranten monatelang auf dem Gelände dulden wird – und sorgt sich, dass die Situation doch noch eskalieren könnte: „Stadt und Boehringer sollten das Gespräch mit den Akteuren suchen, um diese dazu zu bewegen, das Gelände von selbst zu räumen.“ Vielen Kirchrödern, die in der Bürgerinitiative (BI) gegen Boehringer engagiert sind, kommt die Aktion der jungen Demonstranten gerade recht. „Sie machen auch auf unser Anliegen überregional aufmerksam“, sagt BI-Sprecher Klaus Neudahm.

Auch am Freitag lieferten Anwohner Wasser- und Lebensmittelrationen auf dem Gelände ab, um den Besetzern das Durchhalten zu erleichtern. Allerdings sind die jungen Protestler ohnehin nicht von der Versorgung abgeschnitten. Im Schichtwechsel brechen sie auf, um sich zu Hause zu duschen oder das Handy aufzuladen.

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2. Juli 2009
Besuch von der Polizei: Die Demonstranten diskutieren auf dem besetzten Grundstück mit den Einsatzkräften – dabei bleibt der Ton stets friedlich.

Der Widerstand gegen das Boehringer-Forschungszentrum in Kirchrode nimmt neue Formen an. Eine Gruppe von rund 20 Tierversuchsgegnern hat das Baugrundstück an der Bemeroder Straße in der Nacht zum Donnerstag besetzt, um dort auf unbestimmte Zeit zu kampieren.

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