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Aus der Stadt So lief die Bombenräumung
Hannover Aus der Stadt So lief die Bombenräumung
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07:02 28.08.2013
Einsamer Blick auf die Innenstadt, auch hier am Kröpcke. Quelle: dpa

4:12 Uhr: Mit einem Bild des erfolgreich entschärften Zünders verabschiedet sich die HAZ.de-Redaktion aus diesem Live-Ticker. Gute Nacht und einen entspannten Mittwoch.

4.00 Uhr: Die Sperrungen sollen demnächst aufgehoben werden, laut Auskunft der Einsatzkräfte sollen auch Busse und Bahnen in wenigen Minuten wieder planmäßig fahren.

3.56 Uhr: Aufatmen in Hannover: Die Bombe ist entschärft!

3.38 Uhr: Die Sprengmeister haben die beiden Zünder des Blindgängers in Augenschein genommen. Der eine ist nach Angaben von Feuerwehrsprecher Clemens Hoppe unproblematisch, am zweiten wurde Rost entdeckt. Was das bedeutet, ist laut Hoppe unklar. "Er könnte Probleme machen, aber das ist noch alles im Bereich der Mutmaßungen." Es heißt also: Weiter warten.

3.19 Uhr: Weiterhin keine Neuigkeiten vom Fundort der Weltkriegsbombe an der Burgstraße. Die Sprengmeister sind an der Arbeit, weitere Informationen dringen nicht nach draußen. Fraglich ist derzeit, ob die üstra wie geplant ihren Betrieb wieder aufnehmen kann. In wenigen Minuten solten eigentlich die ersten Bahnen rollen. Zumindest die oberirdische Linie 10 kann das Sperrgebiet aber nicht passieren. Ob die unterirdischen Linien normal fahren, ist derzeit unklar.

2.52 Uhr: Die Experten des Kampfmittelräumdienstes sowie Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und weiteren Hilfsdiensten sind teilweise seit mehr als 14 Stunden auf den Beinen. Diese Bombenräumung ist nicht nur ein logistischer, sondern auch ein körperlicher Kraftakt. 

Eine Bombenräumung im August 2013 hat Hannover stundenlang in Atem gehalten. Ein großer Teil der Innenstadt musste geräumt werden.

2.44 Uhr: Die Feuerwehr Hannover meldet: Evakuierung ist abgeschlossen, jetzt beginnt die Entschärfung des Blindgängers.

2.38 Uhr: Der Polizeihubschrauber hat mit seiner Wärmekamera offenbar noch mehrere Personen im Sperrgebiet entdeckt. Laut eines Feuerwehrsprechers ist die Sicherheit jetzt "so gut wie hergestellt". Soll heißen: Es kann demnächst mit der Entschärfung begonnen werden.

2.21 Uhr: Gespanntes Warten: Am Fundort stehen die Sprengstoffexperten bereit, um den Blindgänger zu entschärfen. Bislang gibt es aber noch keine Freigabe von Feuerwehr und Polizei. Denn solange nicht zweifelsfrei geklärt ist, ob sich noch Menschen in dem Sperrgebiet aufhalten, können die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes nicht loslegen.

2.09 Uhr: An Schlaf ist in den an das Sperrgebiet grenzenden Stadtvierteln gerade nicht zu denken: Der Huschrauber fliegt tief über der Innenstadt.

2.00 Uhr: Die Polizei ist mit einem Hubschrauber über dem Sperrgebiet. Die Evakuierung steht demnach kurz vor dem Abschluss – danach könnte die Entschärfung beginnen. Wie lange diese dauert, ist wiederum völlig offen.

01.53 Uhr: Rotorenlärm über der Innenstadt: In der Regel fliegt die Polizei kurz vor Beginn der Entschärfung mit einem Hubschrauber über das Sperrgebiet und sucht per Wärmebildkamera nach verbliebenen Menschen. Ob dies bereits der Fall ist, ist noch unklar.

1.45 Uhr: In der Sammelstelle am Waterlooplatz zählen die Helfer rund 600 Menschen. Die meisten Evakuierten sind offenbar bei Freunden oder Verwandten untergekommen.

1.32 Uhr: Die Polizei hat bislang fünf Mal eine Wohnungstür in dem Sperrgebiet aufgemacht, weil sie vermutete, dass sich in den jeweiligen Wohungen noch Menschen aufhalten. Ob die Beamten tatsächlich jemanden angetroffen haben, wollten sie aber nicht mitteilen. 

1.15 Uhr: Die letzten Prozent der Räumung sind nach den Erfahrungen von Polizei und Feuerwehr der Knackpunkt einer Evakuierung. Denn wer bis jetzt seine Wohnung nicht freiwillig verlassen hat, der gedenkt das wohl auch später nicht mehr zu tun. So bleibt den Einsatzkräften nur, auch weiterhin von Haus zu Haus zu ziehen.

00.45 Uhr: Etwa 85 Prozent des Sperrgebiets sind geräumt, teilt die Feuerwehr Hannover mit. Die Einsatzkräfte rechnen damit, dass sich die Evakuierung noch eine Weile hinziehen wird.

00.30 Uhr: In der Sammelstelle am Waterlooplatz haben die Helfer wirklich an alles gedacht: Etwa 60 Helfer von Johannitern, ASB, DLRG und anderen Organisationen haben Feldbetten aufgebaut und separate Räume für Senioren, Familien mit Kindern und Tierhalter eingerichtet. Sogar an psychologische Betreuung für Menschen, bei denen ein Bombenfund Kriegstraumata auslöst, war gedacht worden.

00.26 Uhr: Die Räumung der Innenstadt läuft weiter – insbesondere zu Beginn ging sie nur zäh vonstatten. Vor allem im Bereich des Steintors hatten die Polizisten Mühe, alkoholisierten Gästen zu erklären, warum das Feiern ein abruptes Ende haben müsse. Die Etablissements hatten zwar pünktlich um 22 Uhr geschlossen, Dönerbuden aber waren noch geöffnet. Auch gab es zuweilen Sprachprobleme, was die Räumung verzögerte.

00.20 Uhr: Immer wieder werden in Hannover Blindgänger gefunden. Wie viele Sprengkörper amerikanische und britische Bomber über Hannover genau abwarfen, weiß niemand. Meist waren die Flugzeuge mit Fünf-Zentner-Bomben bestückt, es wurden aber auch Zehn- und Zwanzig-Zentner-Bomben abgeworfen. Rund ein Zehntel der abgeworfenen Sprengkörper bohrte sich in den Erdboden, ohne zu explodieren.

00.00 Uhr: Die Entschärfung der Bombe soll erst begonnen werden, wenn das Sperrgebiet vollständig geräumt ist. Dann kommt der Kampfmittelbeseitigungsdienst zum Einsatz, der in Hannover zuletzt im Januar einen großen Einsatz hatte. Dabei mussten im Norden Hannovers rund 25.000 Menschen evakuiert werden. Die Experten sprengten die britische Zehn-Zentner-Bombe an ihrer Aufschlagstelle im Sahlkamp.

23.46 Uhr: Während die Straßen im Sperrgebiet weitgehend menschenleer sind, herrscht in der Otto-Brenner-Schule Andrang: Die Sammelstellte wirkt wie eine Mischung aus Katastrophenlager und Landschulheim. Im ersten Stock gibt der Arbeiter-Samariter-Bund Gulasch- und Kartoffelsuppe aus. Im ersten Stock spielen ein paar Kinder mit einem Luftballon Fußball. Mittendrin eine Familie, die sich ihren Aufenthalt in Hannover eigentlich ganz anders vorgestellt hatte: Die Ratcliffs aus Manchester sind nur bis Freitag in Deutschland. "Ich war 1957 als Soldat in Lüneburg stationiert", erzählt Vater Melvin. "Und jetzt sind wir gekommen, weil ich meiner Familie die Gegend zeigen wollte." Ihr Aufenthalt im Loccumer Hof geriet aber etwas kürzer. "Wir bekamen direkt gesagt, dass wir wieder ausziehen müssen." Leider konnten die Betreiber des Hotels ihren Gästen keine andere Bleibe organisieren. "Ist aber nicht so schlimm", sagt Tochter Jane. "Morgen sind wir ja schon wieder im Hotel."

23.40 Uhr: Das Bürgertelefon, das zur Information der Bevölkerung eingerichtet wurde, verzeichnete bis 22.30 Uhr schon über 1800 Anrufe. Alle wichtigen Infos haben wir auch hier auf HAZ.de zusammengetragen.  

23.20 Uhr: In der Sammelstelle der Otto-Brenner-Schule wurden bereits rund 250 Personen betreut. Zudem rückten die Einsatzkräfte bislang 37 Mal aus, um gehbehinderten Menschen beim Verlassen ihrer Wohnung behilflich zu sein. Wie die Feuerwehr Hannover mitteilt, sind insgesamt mehr als 650 Hilfskräfte unterwegs im Einsatz. Weitere 175 kümmern sich in den Unterkünften um das Wohl der Hannoveraner, die ihren Abend heute nicht zu Hause verbringen dürfen.

23.07 Uhr: Die Neustädter Straße liegt schon dunkel und verlassen da. Auf einem Hausstein sitzt eine Katze und guckt gelangweilt in die Gegend. An einem Durchgang ins Sperrgebiet blinkt eine kleine gelbe Lampe, ein Feuerwehrmann und seine Kollegin schieben hier Wache. Zumindest die junge Frau scheint zu ahnen, dass es eine lange langweilige Nacht werden könnte - weit und breit keiner, den man aufhalten müsste, alles ruhig. "Ich will Kaffee!", sagt sie leise zu ihrem Kollegen. Der grinst. "Kannst ja da drüben mal klingeln und sagen, ich hätt gern nen Kaffee",  sagt er und deutet in Richtung des Friederikenstifts. Das liegt haarscharf außerhalb der Evakuierungszone und kann den Betrieb normal weiterfahren.

23.03 Uhr: Unsere HAZ-Reporter sind mit Erlaubnis der Einsatzkräfte auch innerhalb des Sperrgebiets unterwegs, um sich über die Lage zu informieren. Im Live-Ticker halten wir Sie also auch weiter auf dem Laufenden.

22.57 Uhr: Während am Steintor immer noch vereinzelt Passanten von der Polizei aufgefordert werden, das Gebiet schnellstmöglich zu verlassen, ist der Ernst-August-Platz menschenleer.

22.51 Uhr: Am Schiffgraben geht eine Gruppe Einsatzkräften mit einer Karte durch die Straße. Um sicher zu gehen, dass sich niemand mehr in dem Sperrgebiet aufhält, gehen die Beamten akribisch vor.

22.45 Uhr: Am Aegi rollt eine Stadtbahn der Linie 10 pünktlich in Richtung Hauptbahnhof. Noch fahren die Bahnen, allerdings dürfen die Fahrgäste innerhalb des Sperrgebiets nicht aussteigen. Der üstra-Fahrer informiert per Lautsprecherdurchsage.

22.40 Uhr: Am Steintor ist es auf den sonst um diese Uhrzeit belebten Straßen weitgehend ruhig. Nur vereinzelt sind noch Menschen unterwegs – und zwei Dönerläden scheinen noch nicht Feierabend machen zu wollen und haben ihre Türen weiterhin offen. Vermutlich wird die Polizei auch ihnen in Kürze einen Besuch abstatten.  

22.29 Uhr: "Achtung, Achtung, hier spricht die Polizei!" Die Durchsagen hallen durch die Innenstadt. Die Beamten haben begonnen, die Menschen zum Verlassen ihrer Wohnungen aufzufordern. Erste Busse für die Evakuierung fahren in das Sperrgebiet ein.

"Achtung, Achtung, hier spricht die Polizei!" Sobald das Gebiet geräumt ist, wollen die Einsatzkräfte mit der Entschärfung der Bombe beginnen. Quelle: dpa

22.28 Uhr: Bislang haben noch nicht alle etwas von der Räumung mitbekommen und wundern sich über Polizei und Feuerwehr - und die Leere in der City. Vor dem Hauptbahnhof gibt ein Feuerwehrmann zwei Frauen bereitwillig Auskunft. Derweil informieren üstra-Mitarbeiter an der Haltestelle die Wartenden. "Bus, alle Bus?" Die Wartenden nicken. "Einsteigen dürfen Sie", sagt der Mann mit der orangenen Warnweste. Nur das Aussteigen innerhalb des Sperrgebiets ist nicht erlaubt.

22.24 Uhr: Die Bundespolizei hat am Hauptbahnhof mit der Absperrung des Ausgangs zum Ernst-August-Platz begonnen. Wer raus will, muss das Gebäude über den Raschplatz verlassen. Mit Lautsprecherdurchsagen werden die Bahnkunden informiert.

22.11 Uhr: Am IdeenExpo-Pavillon am Platz der Weltausstellung steht ein einsamer Wachmann. Er dürfte heute nicht mehr viel zu tun bekommen.

22.06 Uhr: An der Burgstraße ist schon seit Stunden kein Durchkommen mehr. Kurz nach 22 Uhr stehen einige wenige Passanten in der Nähe des Absperrbandes. Im Hintergrund sind die grellen Lichtmasten zu sehen, irgendwo knattert ein Generator.

Das sagen die Anwohner und Geschäftsleute in Hannover zur Bombenräumung in der Innenstadt:

22.03 Uhr: Wo sonst bunte Lichter zu sehen sind, ist alles dunkel: Am Steintor sind die Straßen leergefegt. Die Reitwallstraße wirkt wie ausgestorben. Auffällig: Viele Leute haben dort ihre Autos weggefahren. Gegenüber des Anzeigerhochhauses packen Händler hastig ihre letzten Sachen zusammen.

22.00 Uhr: Die Evakuierung weiter Teile der Innenstadt hat wie geplant begonnen. Sobald das Gebiet gesichert ist, wollen die Einsatzkräfte mit der Entschärfung der Bombe beginnen.

21.50 Uhr: Helfer von Malteser, Johanniter, DLRG und Rotem Kreuz helfen in der eingerichteten Sammelstelle. Sie stellen Feldbetten auf und verteilen Gullasch und Erbsensuppe. Etwa einhundert Menschen haben sich bereits in der BBS 4 eingefunden. Dort haben noch viel mehr Menschen Platz. Die Klassenräume werden geöffnet. Für Betroffene, die schlechte Erfahrungen mit Bombenräumungen gemacht haben, die schlafen wollen oder Tiere mitgebracht haben, sind extra Räume eingerichtet.

21.39 Uhr: Während der Kröpcke fast wie ausgestorben wirkt, merkt man nördlich des Aegidientorplatzes noch nicht viel von der bevorstehenden Evakuierung. Noch sind viele Fußgänger auf der Straße und Autos unterwegs. Vor der Oper allerdings sieht es anders aus: Hier sammeln sich Einsatzfahrzeuge von Polizei und Feuerwehr. Nur gegenüber sitzen zwei Straßenmusiker, die immer noch ihre Lieder spielen.

21.19 Uhr: In der Sammelstelle in der BBS 4 in der Gustav-Bratke-Allee 1 bereiten die Helfer alles vor: Tische werden aufgebaut und Bänke gerückt. Die ersten Leute treffen ein. Ab 21.30 Uhr ist die Ersatzunterkunft geöffnet. Anna Lange ist bereits da. Die Krankenpflegerin wohnt in der Burgstraße direkt gegenüber der Bombenfundstelle. Gestern hatte sie Nachtschicht. "Eigentlich wollte ich mich ausruhen. Aber was soll man machen?", sagt sie.

21.16 Uhr: Neben den 9000 Anwohnern der hannoverschen Innenstadt müssen auch die Gäste der City-Hotels ihre Unterkünfte räumen. „Das ist ein ziemliches Problem“, sagt Liane Kühnel vom Concorde Hotel am Leineschloss. Denn: „Wir sind ausgebucht.“ Um die Gäste aus den insgesamt 81 Zimmern unterzubringen, gibt es schnell einen Plan, der ebenso schnell wieder umgeworfen wird. „Wir sind zunächst davon ausgegangen, dass nur in einem Umkreis von 500 Metern geräumt wird“, sagt Kühnel. „Doch nun werden auch das Maritim und das Marriott evakuiert. Dort wollten wir unsere Gäste unterbringen.“ Am frühen Nachmittag startet somit ein Wettlauf um die letzten verfügbaren Hotelzimmer in Hannover. Auch die Maritim-Gäste Nicole Hemme, Maren Friedrich, Jonas Könning, Bernd zur Lienen, Naweed Anwar Doschke und Alfred Slotta müssen umziehen. Sie nehmen es mit Humor.

21:12 Uhr: Egal ob Altstadtkneipen, Cafés in der Fußgängerzone oder Bordell im Steintor – alle Lokalitäten müssen heute um 22 Uhr ihre Türen schließen. „Wir verkaufen ab 21 Uhr kein Bier mehr und bitten die Gäste freundlich, eine Stunde später zu gehen“, sagt etwa Elvira Fiebelkorn vom „Brauhaus Ernst August“ in der Schmiedestraße. Eigentlich würde der Betrieb in dem Gasthaus bis drei Uhr nachts weiterlaufen, schließlich wirbt die Kneipe damit, an 365 Tagen im Jahr geöffnet zu haben. Doch an diesem Dienstag ist alles anders als sonst.

21:06 Uhr: 9000 Menschen müssen den Bereich rund um die Fundstelle der Bombe verlassen. HAZ TV war vor Ort und hat mit Anwohnern und Geschäftsleuten gesprochen:

20.52 Uhr: Kaum vier Wochen sitzt Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne) auf dem Chefsessel im Rathaus, und schon muss sie eine Bombenräumung mitten in Hannovers City beaufsichtigen. Für den Verwaltungsneuling, der zuvor bei der Üstra gearbeitet hatte, keine einfache Situation. Doch „unaufgeregt“, so heißt es aus ihrem Umfeld, habe sich die Erste Stadträtin und Interimschefin an die Arbeit gemacht.

20:34 Uhr: Für einen schnellen Überblick haben wir alle wichtigen Informationen zur Bombenräumung noch einmal für Sie zusammengestellt.

20.23 Uhr: Auch der Stadtbahnverkehr ist durch die Räumung eingeschränkt. Ab 22 Uhr können Fahrgäste bis Betriebsschluss an den Stationen Waterloo, Markthalle, Steintor und Kröpcke nur noch einsteigen, die Bahnen aber nicht mehr verlassen. "Wir helfen, die Leute rauszufahren", sagte Üstra-Sprecher Udo Iwannek. Er geht davon aus, dass zum Betriebsstart der Stadtbahnen am Mittwochmorgen die Entschärfung erfolgreich abgeschlossen ist. Auch auf der Stadtbahnlinie 10 kann ab 22 Uhr zwischen Goetheplatz und Aegidientorplatz nur noch ein, aber nicht mehr ausgestiegen werden. Betroffen sind auch die Buslinien 120, 121, 128, 134 und 100/200. Hier kann an den Haltestellen Rathaus/Friedrichswall, Waterlooplatz, Thielenplatz, Theaterstraße, Kröpcke und Hauptbahnhof ab 22 Uhr nur noch zugestiegen werden.

20.03 Uhr: Damit die Räumung schnell beendet werden kann, sollten Anwohner bis 22 Uhr ihre Wohnungen verlassen haben. Danach gehen Beamte der Polizei von Tür zu Tür und fordern Betroffene zum Verlassen ihrer Häuser auf. Für Fragen zur Evakuierung steht ein Bürgertelefon unter 0800 / 7313131 zur Verfügung. Eine Sammelstelle für Bürger, die ihre Wohnungen verlassen müssen, soll in der Berufsbildenden Schule Metalltechnik-Elektrotechnik (ehem. BBS 4), Gustav-Bratke-Allee 1, eingerichtet werden, die ab 21.30 Uhr geöffnet ist. Gehbehinderte Personen können unter der Rufnummer 19222 einen Krankentransport anfordern.

19.45 Uhr: Die Feuerwehr hat unterdessen lange Wasserschläuche am Fundort ausgerollt. Die beiden Überseecontainer werden mit Sand und mit Wasser gefüllt, um so eine mögliche Druckwelle noch besser ablenken zu können.

19.27 Uhr: Der Bahnverkehr über Hannover ist von der Bombenentschärfung nicht beeinträchtigt. Darauf weist die Deutsche Bahn nochmals hin. Allerdings kann der Hauptbahnhof während der Evakuierungszeit nur über den Hintereingang am Raschplatz erreicht werden.

19.20 Uhr: Neben den 9000 Anwohnern müssen auch die Gäste der Hotels in der Innenstadt ihre Unterkünfte räumen. „Das ist ein ziemliches Problem“, sagt Liane Kühnel vom Concorde Hotel am Leineschloß, das ausgebucht ist. Anfangs wollte man die Gäste aus den insgesamt 81 Zimmern im Maritim und das Marriott unerbringen, doch nach der Erweiterung des Evakuierungsradius von 500 auf 1000 Meter ist diese Lösung weggefallen. Auch für die Betreiber der beiden anderen Hotels in der Innenstadt ist der Radius von einem Kilometer eine Hiobsbotschaft. Mehr als die Hälfte der 285 Zimmer des Maritims am Friedrichswall sind belegt. Das Hotel versucht, die Gäste im Schwesterhotel am Flughafen unterzubringen.

19.07 Uhr: Die geplante Bombenentschärfung wirbelt auch die Abläufe der heisigen Raidosender durcheinander. Bei radio ffn entfällt in der Nacht die Moderation, die Morningshow am Mittwoch wird möglicherweise aus Bremen gesendet, wie ffn-Programmdirektorin Ina Tenz mitteilte. Sollte die für 1 Uhr geplante Entschärfung Probleme bereiten, würde sich gegen 4 Uhr ein acht Mann starkes Team nach Bremen aufmachen und dort zwei Stunden später bei Radio Energy Bremen auf Sendung gehen. Auch Antenne Niedersachsen würde Mittwochmorgen nach Bremen ausweichen, wenn die Bombe nicht bis 5 Uhr entschärft sein sollte. "Ab 4.55 Uhr würden wir dann aus unserem Bremer Studio senden", sagt Antenne-Marketingleiter Uwe Walnsch. Moderatorin Michi Schrader verabschiede sich am Dienstagabend nicht wie sonst um 24 Uhr, sondern wegen der Evakuierung bereits um 22 Uhr.

18.50 Uhr: An der Fundstelle des Blindgängers haben die Einsatzkräfte mehrere Überseecontainer abgestellt. Diese sollen bei einer möglichen Explosion die Druckwelle in eine andere Richtung lenken und so Schäden an den umliegenden Gebäuden verhindern.

18.42 Uhr: Im Historischen Museum von Hannover wurden den ganzen Tag über die wichtigsten Exponate in Sicherheit gebracht – insgesamt rund 300 bis 400 Objekte. Die Mitarbeiter von Museumsdirektor Thomas Schwark räumten zahlreiche Vitrinen leer, in denen sich sensible Objekte normalerweise befinden. "Das Ratssilber von Hannover ist sicher", sagt Schwark. Gemälde sind laut Schwark hingegen nicht gefährdet. "Die sind robuster, als man denkt", sagt er mit Blick auf eine mögliche Detonationswelle. Im Museum war bereits am Vormittag ein Krisenstab zusammengetreten, nachdem ein seit zwei Jahren bestehender Notfallplan zum ersten Mal ausgelöst worden war.

18.30 Uhr: Von der Evakuierung sind auch zahlreiche Kneipen und Bars in der Altstadt betroffen. Thomas Bleicher, Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, zu HAZ.de: "Das Nachtleben in Hannover kann heute nicht stattfinden." Er rechnet damit, dass die Bombe nicht vor 1 Uhr entschärft wird.

18.15 Uhr: Wegen der Entschärfung eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg müssen heute Abend ab 22 Uhr rund 9000 Bewohner der Altstadt und der Calenberger Neustadt ihre Wohnungen verlassen. Die amerikanische Zehn-Zentner-Bombe, die zwei mechanische Aufschlagzünder haben soll, war am Morgen bei Arbeiten auf dem Gelände der ehemaligen VHS in der Burgstraße entdeckt worden. Wann der Kampfmittelbeseitigungsdienst mit der Entschärfung des Sprengkörpers beginnen kann, ist noch unklar. Mit dem Ende der Entschärfung ist nach Angaben der Feuerwehr Hannover nicht vor dem frühen Mittwochmorgen zu rechnen. Eine Sprengung ist nach Angaben von Feuerwehrchef Claus Lange aber eher unwahrscheinlich.

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Alle wichtigen Informationen

Nach Angaben der Bundespolizei wird der Bahnhof nicht von der Räumung betroffen sein. Allerdings sollen ab 22 Uhr die Ein- und Ausgänge im Bereich des Ernst-August-Platzes geschlossen werden. Reisende können den Bahnhof ab 22 Uhr aber über den Ausgang Raschplatz betreten oder verlassen. Auch der Stadtbahnverkehr ist durch die Räumung eingeschränkt. Ab 22 Uhr können Fahrgäste bis Betriebsschluss an den Stationen Waterloo, Markthalle, Steintor und Kröpcke nur noch einsteigen, die Bahnen aber nicht mehr verlassen. "Wir helfen, die Leute rauszufahren", sagte Üstra-Sprecher Udo Iwannek. Er geht davon aus, dass zum Betriebsstart der Stadtbahnen am Mittwochmorgen die Entschärfung erfolgreich abgeschlossen ist. Auch auf der Stadtbahnlinie 10 kann ab 22 Uhr zwischen Goetheplatz und Aegidientorplatz nur noch ein, aber nicht mehr ausgestiegen werden. Betroffen sind auch die Buslinien 120, 121, 128, 134 und 100/200. Hier kann an den Haltestellen Rathaus/Friedrichswall, Waterlooplatz, Thielenplatz, Theaterstraße, Kröpcke und Hauptbahnhof ab 22 Uhr nur noch zugestiegen werden. Von der Räumung nicht betroffen ist hingegen das Friederikenstift in der Calenberger Neustadt.

Für Fragen steht ein Bürgertelefon unter 0800 / 7313131 zur Verfügung. Eine Sammelstelle für Bürger, die ihre Wohnungen verlassen müssen, soll in der Berufsbildenden Schule Metalltechnik-Elektrotechnik (ehem. BBS 4), Gustav-Bratke-Allee 1, eingerichtet werden, die ab 21.30 Uhr geöffnet ist. Gehbehinderte Personen können unter der Rufnummer 19222 einen Krankentransport anfordern.

Das Evakuierungsgebiet


Bombenräumung 27. August 2013 auf einer größeren Karte anzeigen

So reagieren Anwohner und Geschäftsleute

Die Polizei hat am Nachmittag damit begonnen, die Menschen in Hotels und größeren Gebäudekomplexen zu informieren. Das Gebiet rund um die Volkshochschule ist von der Polizei bereits abgesperrt abgeworden. Ab 22 Uhr werden die Beamten von Haus zu Haus gehen und die Betroffenen zum Verlassen der Häuser auffordern. Nach Angaben von Feuerwehrsprecher Clemens Hoppe werde dies mindestens zwei bis drei Stunden dauern. In der Berufsbildende Schule Metalltechnik-Elektrotechnik wird eine Sammelstelle eingerichtet. Sollten die Kapazitäten dort erschöpft sein, will man auf die Swiss-Life-Hall ausweichen. Anwohner Juma Khatib hat bereits Vorsorge getroffen: "Ich habe die wichtigsten Sachen bereits mitgenommen", sagte er der HAZ, darunter persönliche Dokumente und den Reisepass.

Wenig begeistert zeigen sich die Kneipenbetreiber in der Kramerstraße, die in der Regel auch nach 22 Uhr geöffnet haben."Das Nachtleben in Hannover kann heute nicht stattfinden", sagte Thomas Bleicher, Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes. Die Kneipiers reagieren unterschiedlich auf die Situation: Während einige bereits um 21 Uhr schließen und den Laden noch sauber machen wollen, haben die Betreiber der Bar Celona eine andere Strategie. Sie wollen erst um 22 Uhr dicht machen und den Laden einfach abschließen. Saubermachen sei erst für Mittwochmorgen geplant, schließlich wisse man ja nicht, wie der Laden nach der Entschärfung aussehe, sagte ein Mitarbeiter.

Text: frs/tm/jki/sup/sag/ego/dpa; Fotos: Wallmüller, Elsner, Dillenberg, Thomas, v. Ditfurth dpa

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