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Aus der Stadt Das war Hannovers schnellste Bombenräumung
Hannover Aus der Stadt Das war Hannovers schnellste Bombenräumung
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08:53 26.07.2017
Die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst um Sprengmeister Jürgen Koppelmeyer (blauer Helm) sind erleichtert, dass alles ohne Schäden abgelaufen ist. Quelle: Christian Elsner

Für die Anwohner in Misburg-Süd hatten die Einsatzkräfte nur Lob. „Es gab kaum Komplikationen, wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf und dem Entgegenkommen der Anwohner“, sagte Feuerwehrsprecher Benjamin Pawlak am frühen Abend.

Auf einem Industriegelände im Süden von Misburg an der Kreisstraße gibt es zwei Verdachtspunkte für Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg.

Bei der Blindgängerentschärfung in Badenstedt am 16. Juni hatte es stundenlange Verzögerungen gegeben, weil zahlreiche Anwohner sich weigerten, ihre Wohnungen zu verlassen. Diesmal hatten die Einsatzkräfte angekündigt, im Zweifelsfall schnell durchzugreifen. Nach HAZ-Informationen war das in mindestens zwei Fällen nötig. Unter anderem in der Anderter Straße brachten Polizisten Anwohner mit sanfter Gewalt aus einer Wohnung. Der ganz überwiegende Teil der Misburger aber räumte das Einsatzgebiet schnell. Auch im Seniorenheim am Wasserturm ging der Einsatz zügig: Gegen 18 Uhr waren alle Bewohner mit einem Bus von dem Gelände gebracht. Für die Mitarbeiter ist es mittlerweile die dritte Evakuierung in fünf Jahren. „Man entwickelt eine Routine, wir haben auch extra Survival-Koffer mit Einlagen, Erste-Hilfe-Sets und Ähnlichem bereit“, sagte Mitarbeiterin Manuela Wendt.

Ursprünglich hatten die Entschärfer mit zwei Bombenfunden gerechnet. Eine war am Freitag auf dem Gelände der ehemaligen Firma Columbian Carbon an der Kreisstraße gefunden worden, wo derzeit Abrissarbeiten laufen. Am Montag erhärtete sich dann ein zweiter Verdachtspunkt. Bei den Grabearbeiten gestern Nachmittag aber stellte sich schnell heraus, dass es sich nur um eine Bombe handelte, die aber wegen des gefährlichen Säurezünders vor Ort gesprengt werden musste. Der starke Regen erschwerte den Einsatz: Die Grube musste ausgepumpt werden, Erdreich drohte nachzurutschen.

Gegen 19.30 Uhr war die Evakuierung des Gebiets abgeschlossen. Kurzfristig wurde die Güterbahnstrecke gesperrt, dann konnten die Entschärfer ihre Arbeit schnell erledigen. Und entsprechend zügig konnten auch die Anwohner wieder in ihre Häuser zurückkehren.

Von Peer Hellerling und Johanna Stein

Der sechste Bombenalarm in diesem Jahr

In diesem Jahr hat es in Hannover bereits fünf Blindgängeralarme gegeben, teilweise mit komplizierten Evakuierungen. In zwei Fällen konnte kurzfristig abgesagt werden.
7. März, Seelhorst: Eine 250-Kilo-Bombe muss entschärft werden, 7800 Menschen müssen ihre Häuser verlassen.
20. März, Krankenhaus Siloah: Die ermittelten Verdachtspunkte bestätigen sich nicht, die geplante Entschärfung mit Krankenhausevakuierung wird abgesagt.
7. Mai, Vahrenwald: Drei Blindgänger müssen entschärft werden. Die Evakuierung zur Entschärfung von zwei Fünf-Zentner- und einer Zehn-Zentnerbombe entwickelt sich wegen der dichten Bebauung zur größten Evakuierungsaktion in Hannovers Nachkriegsgeschichte, 50 000 Menschen müssen raus.

16. Juni, Badenstedt: Bei der Entschärfung einer 250-Kilo-Bombe gibt es viele Komplikationen: Anwohner verlassen ihre Häuser nicht, jemand blendet mit einem Laserpointer einen Helikopter. 15 000 Menschen müssen die Häuser verlassen.
13. Juni, Empelde: Die vorab ermittelten Verdachtspunkte bestätigen sich nicht, auch in diesem Fall wird die Entschärfung abgesagt.
25. Juli, Misburg-Süd: Die zwei Verdachtspunkte auf dem ehemaligen Gelände der aufgegebenen Carbonfirma an der Kreisstraße werden am Nachmittag untersucht. Zum Start der Evakuierung ist klar, dass nur ein Blindgänger im Boden liegt.

pah

Hier ist der Ticker zum Nachlesen:

  • 25.07.17 18:40
    Und damit beenden wir den Live-Ticker und wünschen allen eine gute Nacht!
  • 25.07.17 18:35
    Die Feuerwehr bedankt sich bei den Misburgern für die gute Zusammenarbeit. "Sie sind kampfmittelerprobt", sagt Feuerwehrsprecher Benjamin Pawlak. In den vergangenen Jahren gab es im Stadtteil mehrere Evakuierungen, "da merkt man die Erfahrung". Gleichzeitig hatten die Misburger mehr Vorbereitungszeit und auch die Ferienzeit könne dazu beigetragen haben, dass letztlich weniger Einwohner da waren als zuvor berechnet. Pawlak: "Es hat alles toll funktioniert."
  • 25.07.17 18:29
    Die Feuerwehr ist selbst positiv überrascht, dass die Evakuierung so schnell verlief. "Ich hatte extra meinen Schlafsack eingepackt und mich auf eine lange Nacht eingerichtet", gibt Feuerwehrsprecher Benjamin Pawlak zu.
  • 25.07.17 18:24
    Die amerikanische Fliegerbombe steckte auf einer großen Freifläche mit dem Zünder nach unten im betonharten Mergelboden. Aus diesem Grund und als Folge vom Unglück in Göttingen wurde der Blindgänger mit chemischem Langzeitzünder gesprengt.
  • 25.07.17 18:19
    Die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst um Sprengmeister Jürgen Koppelmeyer (blauer Helm) sind erleichtert, dass alles ohne Schäden abgelaufen ist.
  • 25.07.17 18:17
    "Wir hatten viel mit dem Wasser zu kämpfen - sowohl von oben als von unten", sagt Sprengmeister Jürgen Koppelmeyer. Teilweise standen die Entschärfer knietief im Matsch. "Wir sind alle durch."
  • 25.07.17 18:12
    "Super, da kann ich ja noch ein paar Stunden schlafen", freut sich Wolfgang Betker, als die Sperrung aufgehoben wurde. Um 3 Uhr beginnt der Arbeitstag des 47-Jährigen. Deswegen war er auch zur Unterkunft gegangen, statt bei Freunden zu übernachten. "Ich muss so früh zur Arbeit, das kann ich keinem zumuten", sagt er. Er wohnt schon lange in Misburg, hat die letzten Räumungen noch in Erinnerung. "Da saßen wir hier auch mal bis halb vier", sagt er.
  • 25.07.17 18:11
    Mehrere Feuerwehrautos stehen an der Einsatzstelle, um nach der Sprengung das Material zusammenzupacken.
  • 25.07.17 18:04
    Zum Vergleich: Bei der letzten Evakuierung in Badenstedt waren 15.000 Menschen betroffen – aber von Räumung bis Entschärfung vergingen mehr als fünf Stunden. Allerdings handelte es sich dabei um eine kurzfristige Evakuierung, in Misburg war deutlich mehr Zeit für die Vorbereitung.
  • 25.07.17 18:00
    Ilse Münstermann hatte sich extra ein Buch mit in die Unterkunft genommen. Traurig ist sie aber nicht, dass sie das nicht durchlesen konnte. "Sie dürfen wieder nach Hause", sagt ein Sanitäter zu ihr. Das freut die Misburgerin, die am Nachmittag schon Probleme hatte, zur Unterkunft zu gelangen. Sie stand an der falschen Bushaltestelle. "Aber eine sehr nette Polizistin hat mir dann geholfen", sagt Münstermann.
  • 25.07.17 17:59
    Der Sicherheitsbereich ist aufgehoben. Die Misburger können in ihre Wohnungen zurück.
  • 25.07.17 17:56
    Die Menschen verlassen die Unterkunft und steigen in die Busse, die sie wieder nach Hause bringen.
  • 25.07.17 17:53
    Die Feuerwehr kontrolliert derzeit, ob bei der Sprengung der Fünf-Zentner-Bombe im Umkreis Schäden entstanden sind.
  • 25.07.17 17:47
    Die Anwohner müssen sich noch einen Moment gedulden.
  • 25.07.17 17:46
    Noch ist der Sperrbereich nicht aufgehoben. Erst muss kontrolliert werden, ob die Bombe richtig unschädlich gemacht wurde.
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