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Kracht es am Dienstag bei der Üstra?

Bonuszahlungen Kracht es am Dienstag bei der Üstra?

Mit Spannung wird in der Regionspolitik der kommende Dienstag erwartet. Es könnte sich entscheiden, ob es wegen der umstrittenen Bonuszahlungen der Üstra an deren Mitarbeiter zwischen Regionspräsident Hauke Jagau und den Üstra-Geschäftsführern André Neiß und Wilhelm Lindenberg zum Zerwürfnis kommt, oder ob der Streit beigelegt werden kann.

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Schwieriges Verhältnis: Regionspräsident Hauke Jagau (li.) und André Neiß 2013 bei der Vorstellung der Üstra-Bilanz.

Quelle: Mast

Hannover. Die Regionsspitze will am Dienstag ein Gutachten vorlegen, dass die Rechtmäßigkeit der Boni klären soll. Die Expertise soll im hinter verschlossenen Türen tagenden Regionsausschuss präsentiert werden. Die Regionsspitze wirft Neiß und Lindenberg vor, sie hätten sich über bestehende Verträge hinweggesetzt.

In der Vergangenheit sind Jagau und Neiß öfter aneinandergerasselt, wirklich beste Freunde werden die beiden wohl nicht mehr. Zum einen hat der Üstra-Chef die Debatte um den Bau eines Tunnels für die Linie D wiederbelebt. Mehr noch: Er hielt auch dann noch an dieser Variante fest, als die Region sie aus Kostengründen verworfen und sich für die oberirdische Trasse entschieden hatte. Später wies Neiß verschiedentlich und öffentlich auf Risiken für den Betrieb hin, die mit der City-Strecke verbunden sind. So etwas schätzt Jagau gar nicht.

Gerangel gab es auch um die Reform des Großraum Verkehr Hannover (GVH). Der ist für Fahrpreisgestaltung, Marketing und Werbung im Nahverkehr zuständig. Früher hatten dort im Prinzip Üstra und Regiobus das Sagen. Als die Region andere Verkehrsunternehmen dazuholte, vor allem aber sich selbst zum Mehrheitsgesellschafter und damit Machthaber machte, hat die Üstra lange Widerstand geleistet.

Am Donnerstag hat Neiß im Verkehrsausschuss der Regionsversammlung angekündigt, dass einige der mittlerweile fast 40 Jahre alten grünen Stadtbahnwagen wohl länger in Betrieb bleiben müssen als bisher geplant. Die Politiker hatten das eher emotionslos zur Kenntnis genommen, weil die Gefahr, dass das passieren würde, das inklusive Planungsarbeit seit 2005 laufende Projekt von Anfang an begleitete. 146 grüne Stadtbahnwagen besitzt die Üstra, die nicht alle gleich alt sind. Vom neuen TW 3000 sind 100 Exemplare zum Preis von je 2,5 Millionen Euro bestellt und mithilfe des Landes finanziert. Sie werden sukzessive bis 2019 ausgeliefert. Für weitere 46 ist damals eine Option vereinbart worden, die die Üstra aber nur ziehen kann, wenn das Land wieder Zuschüsse zahlt. Eine Zusage gibt es noch nicht.

Weil der Stadtbahnverkehr inzwischen gewachsen ist und neue Strecken wie die nach Hemmingen hinzukommen, braucht die Üstra laut Neiß 24 weitere Fahrzeuge. Das war bei den Planungen für den Stadtbahnkauf 2005 noch nicht abzusehen. „Am liebsten wäre es uns, wie hätten nur zwei Modelle im Fuhrpark, den TW 3000 und den Silberpfeil“, sagt der Üstra-Chef.

Damit das funktioniert, müsste der Fertigungsauftrag für 24 weitere Fahrzeuge öffentlich ausgeschrieben werden. Dadurch dürfte sich der alte Stückpreis nur schwerlich halten lassen. Außerdem müsste sich die Üstra wieder an das Land wenden. Die Alternative ist, 24 grüne Wagen in eine Hauptuntersuchung zu schicken – eine Art TÜV für Stadtbahnen, der alle zehn Jahre anfällt – und sie dabei zum Stückpreis von 750 000 Euro für weitere zehn Jahre betriebsfit zu machen. Die übliche Lebensdauer für Stadtbahnen beträgt 30 Jahre.

Von Bernd Haase
und Mathias Klein

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