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Raue Sitten? Bosselmann weist Vorwürfe zurück

NGG organisiert Demo Raue Sitten? Bosselmann weist Vorwürfe zurück

Mit einer Demonstration in der Innenstadt hat die Gewerkschaft NGG am Freitag auf mangelden Respekt in Bäckereien aufmerksam machen wollen - speziell beim Langenhagener Familienbetrieb Bosselmann. Dessen Inhaber Gerhard Boßelmann hingegen unterstellt der NGG polarisieren zu wollen, um neue Mitglieder zu werben.

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Die Demonstranten sind als Bosselmann-Angestellte verkleidet.

Quelle: Michael Wallmueller

Hannover. Ein Herz für Bäckereibeschäftigte hat die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) am Freitag in der Innenstadt aufgebaut. Davor lag ein großer Stimmzettel, der die Passanten zum Nachdenken über den Umgangston in Unternehmen anregen sollte.

Auf dem Herz waren Äußerungen zu lesen wie „Sie sind nicht mal das wert, was ich Ihnen zahle“ oder „Ist es Ihnen bei uns zu hart, sind sie zu weich.“ Laut NGG sind dies nur zwei von vielen Anfeindungen, die sich Mitarbeiter in Bäckereibetrieben anhören müssen.

Die Gewerkschaft will auf die Zustände in den Betrieben aufmerksam machen. Speziell richtete sich die Demonstration gegen den Langenhagener Familienbetrieb Bosselmann. Angezogen wie die Mitarbeiter der Landbäckerei, mit schwarzen Polohemden, Schürze und Backhaube, verteilten die Demonstranten Postkarten und Informationsmaterial an Passanten.

Mitarbeiter verteilen kostenlos Kuchen und Brötchen

Gestört wurde die Demonstration als rund 20 langjährige Bosselmann-Mitarbeiter in der gleichen Arbeitskleidung kamen, und anfingen kostenlos Brötchen und Kuchen zu verteilen.

Die NGG prangert die Zustände im Familienbetrieb Bosselmann an. Es mangele an einem respektvollen Umgang. Die Arbeitnehmer würden unter anderem im Krankheitsfall unter Druck gesetzt, oder bei Kritik „unzumutbar“ versetzt werden, berichtet Thomas Bernhard, Geschäftsführer der Gewerkschaft.

Gerhard Boßelmann weist Vorwürfe von sich

Gerhard Boßelmann weist diese Vorwürfe von sich. „Wenn ich ein schlechter Arbeitgeber wäre, hätte ich nicht so viele zufriedene und langjährige Mitarbeiter. Der Krankenstand beläuft sich bei uns auf 1,8 Prozent. Der Durchschnitt sind 4 Prozent“, sagt Boßelmann auf Nachfragen der HAZ. Er unterstellt der NGG mit der Demonstration polarisieren zu wollen, um neue Mitglieder werben zu können. Darüber hinaus betont er die Gegendemonstranten nicht selbst geschickt zu haben, sondern dass sich die Mitarbeiter eigenständig organisiert haben um das Familienunternehmen zu unterstützen.

Es wird nicht das letzte Aufeinandertreffen der Kontrahenten gewesen sein. Der Rechtsanwalt von Boßelmann, Matthias Wolf, kündigte an rechtliche Schritte gegen die Gewerkschaft zu prüfen um gegebenenfalls wegen Rufschädigung und Verleumdung gegen sie vorzugehen.

Von Susanne Kolbeck

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