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Hannovers erster 3-D-Bogenparcours eröffnet

Bogenjagd im Minigolfformat Hannovers erster 3-D-Bogenparcours eröffnet

Auf einem verwilderten Parkplatz am Messegelände hat mit der „Bowhunter World“ Hannovers erster 3-D-Bogenparcours eröffnet. Die Schützen schießen dort auf Tierattrappen aus Schaumstoff, die im freien Gelände verteilt sind.

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„Man kommt runter, konzentriert sich, schärft die Sinne und vergisst den Alltagsstress“: Die 13-Jährige Jasmin legt an.

Quelle: (Foto: Katrin Kutter)

Hannover. Ein schnelles Sirren, dann schlägt der Pfeil dumpf in der Schulter des Luchses ein. Friedel Sparenberg lässt seinen Bogen sinken und schaut zufrieden unter seinem Filzhut hervor. Das Tier schaut ebenfalls noch zufrieden. Das mag daran liegen, dass es aus Schaumstoff ist. Sparenberg - Landesmeister im sogenannten 3-D-Bogenschießen - absolviert gerade eine Trainingsrunde auf Hannovers erstem 3-D-Bogenparcours, der vor wenigen Wochen am Messegelände eröffnet hat.

Auf einem verwilderten Parkplatz am Messegelände hat mit der „Bowhunter World“ Hannovers erster 3-D-Bogenparcours eröffnet.

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Das sogenannte 3-D-Bogenschießen ist der Jagd mit Pfeil und Bogen nachempfunden: Die Schützen schießen nicht aus genau abgemessenen Entfernungen auf Zielscheiben, sondern auf Tierattrappen, die im freien Gelände verteilt sind. In anderen Regionen Deutschlands sind entsprechende Parcours längst bekannt, allein in Nordhessen gibt es drei. Hannoversche Bogenschützen mussten für dieses Erlebnis bislang mindestens 100 Kilometer weit fahren.

Diese Lücke hat Frank Schrader erkannt - und mit der Eröffnung der „Bowhunter World“ in der Hermann-Fulle-Strasse nun geschlossen. An 17 Stationen können Besucher auf Schaumstofftiere schießen. Dabei ist es egal, ob sie vorher schon mal einen Bogen in der Hand hatten oder nicht. Material kann man sich vor Ort ausleihen, eine kleine Einführung ins Bogenschießen gibt’s kostenlos. „Wir haben bisher jeden dazu gebracht, dass er trifft“, versichert Geschäftsführer Schrader, der wegen der beruhigenden Wirkung des Sports zukünftig auch therapeutisches Bogenschießen anbieten will. „Man kommt runter, konzentriert sich, schärft die Sinne und vergisst den Alltagsstress.“

Für den gebürtigen Peiner ist die „Bowhunter World“ auch ein Stück weit Selbsttherapie. Nach einem Burn-out im Jahr 2011 gab er seine Position im mittleren Management von Michelin auf und macht nun sein Hobby zu seinem Beruf. Sieben verschiedene Standorte in der Region hat Schrader für seine Geschäftsidee untersucht - die Wahl fiel letztendlich auf einen ehemaligen „Bedarfsparkplatz“ der Messe, der inzwischen angemessen verwildert ist, um als Aufstellungsraum für Schaumstofftiere zu dienen.

Service

Der Parcours ist täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet, ab Oktober von 11 Uhr bis Sonnenuntergang. Erwachsene zahlen 7 Euro Eintritt und 5 Euro für Leihmaterial. Ein verlorener Pfeil kostet 3 Euro.

Die Stadt Laatzen sowie die Messe AG haben ihn bereitwillig unterstützt, sagt er. Experten haben bei der Erstellung des 19 000 Quadratmeter großen Parcours geholfen, damit kein Gast versehentlich in eine Schusslinie läuft und kein Pfeil in Richtung Straße fliegt. Während in anderen 3-D-Parcours die Schützen durch offenen Wald streifen, in dem von Zeit zu Zeit Pappmaché-Tiere aufgebaut sind, ist das Gelände in Hannover eher angelegt wie ein Minigolfplatz. Einfallsreich gemacht - nur das Geräusch der nahen Schnellstraße stört etwas.

Friedel Sparenberg ist begeistert von dem Parcours. „Wir sind hier, weil wir Spaß haben wollen“, sagt er. „Der Kopf wird frei.“ Er schießt mit einem selbst gebauten Reiterbogen ohne Visier. Beim sogenannten „intuitiven Bogenschießen“ deutet der Schütze mit dem Pfeil auf sein Ziel, das Unterbewusstsein signalisiert ihm, wann er den Schuss auslösen soll. Erfahrene Schützen wie Sparenberg treffen so, ohne aktiv zu zielen.

Fertig ist das Gelände allerdings noch lange nicht. Künftig will Schrader mindestens drei Stationen so herrichten lassen, dass auch Rollstuhlfahrer hier schießen können. Zudem möchte er sein Materiallager zum vollwertigen Bogensport-Geschäft ausbauen. Auch daran mangelt es in Hannover. Bislang mussten Schützen zu Peter Lenze nach Uetze fahren oder im Internet bestellen. Und Schrader will seinen Parcours für Blasrohr-Schützen öffnen. „Nur Armbrüste kommen mir nicht ins Haus“, sagt er. Denn eine Armbrust gilt in Deutschland als Waffe - ein Bogen nicht.

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